Crozes Hermitage Les Varonniers 2021

Chapoutier

Crozes Hermitage Les Varonniers 2021

BIO

Holzkiste

strukturiert
saftig
pikant & würzig
98+
100
2
Syrah 100%
5
rot
Trinkreife: 2027–2047
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 98+/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Crozes Hermitage Les Varonniers 2021

98+
/100

Lobenberg: Die Kühle des Jahrgangs und die Kühle des Weinbergs machen aus diesem 2021er Varonniers einen echt schicken Wein. In der Nase ist er total schwarz, aber darunter liegen rote Cranberry und Sauerkirsche. Die schwarze Frucht ist Schwarzkirsche, dazu Cassis, Lakritze, viel Minze und Eukalyptus. Reich, dicht und drückend, samtig und gleichzeitig eine schöne Kühle ausstrahlend. Ein Blockbuster in Finesse. Der Mund lässt die Augen zusammenziehen, die Zunge rollen. Was für eine Intensität, was für eine wunderbare kühle Syrah! Trotzdem auch mit dieser irren Konzentration. Schwarzkirsche mit Himbeere und Cranberry darunter, immens dicht im Mund, lang und cremig. Sattes Tannin, aber seidig und samtig bleibend. In der Intensität ist dieser Varonniers schon ziemlich atemberaubend. Trotzdem bleibt er dahinter frisch, hat eine wunderbare Säurestruktur. Ein bisschen pinke Grapefruit rollt hoch mit Salz und an Kalkstein erinnernde Mineralität, die aber hier natürlich aus dem Granit kommt. Für einen Crozes-Hermitage ein Blockbuster und gleichzeitig ein spielerisches, dichtes kleines Monster. Der Wein ist in seiner Art mundwässernd, hedonistisch und einfach lecker. Fünf, sechs, sieben Jahre warten ist allerdings angesagt. Großer Stoff für einen Crozes! 98+/100 *** Les Varonniers ist ein Lieu-dit, der neben dem Hermitage liegt, direkt oberhalb von Chapelle Hermitage in Westexposition. Deshalb geht dieser Varonniers stilistisch sehr stark in Richtung seines berühmten Nachbarn. 100 Prozent Syrah auf 100 Prozent Quarz und Granit. Insgesamt 1,5 Hektar Reben, sie wurden in den 60er-Jahren gepflanzt. Der Weinberg hat den Großteil des Tages Schatten, weshalb der Wein immer eine gewisse kühle Aromatik hat.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

Mein Winzer

Chapoutier

Seit der Gründung im Jahre 1808 hat jede Generation aus dem Hause Chapoutier auf eigene Weise dazu beigetragen, ihre Weine zu weltweiten Spitzenprodukten zu entwickeln. Das größte bisheriges Wagnis war die komplette Umstellung der Produktion der Einzellagen auf biodynamischen Weinanbau. Hier wacht...