Ferraton Pere et Fils

Crozes Ermitage Le Grand Courtil Blanc 2020

voll & rund
unkonventionell
mineralisch
97–98+
100
2
Marsanne
5
weiß
13,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2039
3
Lobenberg: 97–98+/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Crozes Ermitage Le Grand Courtil Blanc 2020

97–98+
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Dort geht 2020 sicherlich als ein Jahrhundertjahrgang in die Geschichte ein. Die Tardieus vergleichen 2020 mit einer Mischung aus dem superklassischen und frischen Jahr 2016 und der Tiefe und Dichte aus 2015. Auf keinen Fall so extrem fett und üppig wie 2018 und 2019, sondern deutlich klassischer. Deshalb ist 2020 aus ihrer Sicht einer der ganz großen Jahrgänge überhaupt an der Nordrhône. Im Norden gab es 2020 keinen richtigen Trockenstress für die Reben, weil es im August ein paar Regenfälle gab. Sie kamen genau zur richtigen Zeit. Die Lese startete deutlich früher als in anderen Jahren. Insgesamt ist es ein saftiger, langlebiger, dichter und reifer Jahrgang, ohne Überreife, ohne übermäßig Fett wie in 2019 und 2018. Ein richtig klassisches Jahr an der Nordrhône, aber klassisch mit einem Plus an einer Form von Reife, die es früher so nicht gab. Ob Norden oder Süden – in Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Dieser Weißwein wird von ganz alten Reben gewonnen. 50 Prozent Marsanne, 50 Prozent Roussanne. Früher wurden die Trauben an Chapoutier verkauft. Die ganzen Trauben werden ganz langsam abgepresst und in 500 Liter Holzfässern Fässern spontan vergoren und ausgebaut. Wir haben also nur recht wenig Holzeinfluss. Ein irres Konzentrat, mit winzigen Mengen und großem Potenzial. Das erste Mal wieder mit 2019 auf den Markt gebracht. Ein einzigartiger Wein. Schon die Nase verblüfft. Reiche Honig- und Nussnoten, hohe Intensität. Dazu Litschi und Quitte. Was für eine eigenwillige Nase. Im Mund fast noch eigener werdend. Leichte Phenolik und eine Kombination aus Akazienhonig, Mandeln und Walnuss dazu. Der Wein ist nicht süß, aber reich und einzigartig in seiner Ausdrucksweise. Ein wirkliches Unikat und so gar nicht in irgendeine Schablone der weißen Nordrhôneweine passend. Ein wirklich schicker Wein, wirklich exotisch. Ich glaube nicht, dass ich einen anderen Wein von der Nordrhône habe, der so lustig daherkommt, so sehr verblüfft und dennoch so sehr gefällt in seiner einzigartigen Stilistik. Ich liebe diesen Wein! 97-98/100

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.

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