Ferraton Pere et Fils

Crozes Ermitage Le Grand Courtil Blanc 2019

voll & rund
unkonventionell
mineralisch
97–100
100
2
Marsanne
5
weiß
13,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2038
3
Lobenberg: 97–100/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Crozes Ermitage Le Grand Courtil Blanc 2019

97–100
/100

Lobenberg: 2019 ist an der Rhône die Fortsetzung der mediterranen Jahre, der Jahre ohne Wasser, der großen Trockenheit. Zwischen April und Mitte September gab es so gut wie keinen Regen, weder im Norden noch im Süden. Die Trockenheit war extrem. Minimale Regeschauer zwischendurch reichten noch nicht einmal aus, um von der Erde aufgenommen zu werden. Seltsamerweise starben die Weinberge nicht ab, sondern alle Weinberge mit alten Reben sahen über die ganze Zeit ganz hervorragend aus. Es gab zwar Wasserstress, aber es gab keinen Stillstand. Der Schlüssel sind also ganz eindeutig alte, tiefwurzelnde Reben. Trotzdem wäre es zu einem desaströsen Ergebnis gekommen, wenn es nicht Mitte September einige anständige Regenfälle von über 20 Millimeter gegeben hätte. Die Entwicklung wäre sonst zu weit fortgeschritten, die Weine hätten ihre Frische verloren. Die Regenfälle wendeten das Blatt vollständig. Aber man muss dazusagen, dass es in Zukunft wahrscheinlich keine großen Weine von der Rhône geben wird, sollte sich die Situation so fortsetzen. 2019 ist es nicht nur gutgegangen, sondern alle Winzer sprechen von einem legendären Jahrgang. Die Rotweine sind generös und tief und stellen eine Synthese von 2007 und 2016 dar. Die Weißweine haben einen ähnlichen Spagat, einen ähnlichen Oszillographen, wie in Deutschland, wie in Bordeaux, wie überhaupt in Europa. Crispe, frische, mineralische Weine. Extrem extraktreich, hohe Reife und hohe Frische beieinander. Man kann von einer strahlenden Zukunft und von einem Best-Ever-Jahrgang ausgehen. 2019 ist schon jetzt, ein Jahr nach der Ernte, eine lebende Legende. Dieser Weißwein wird von ganz alten Reben gewonnen. Früher wurden die Trauben an Chapoutier verkauft. Es gibt nur zwei Fässer mit Größen zwischen 500 und 600 Litern. Ein Fass ist neues Holz, das andere gebrauchtes Holz. Komplett als Ganztraube eigemaischt und kaltmazeriert, dann abgepresst und in den beiden Fässern vergoren und ausgebaut. Ein irres Konzentrat, mit winzigen Mengen und großem Potenzial. Das erste Mal wieder mit 2019 auf den Markt gebracht. Der Wein hat einen Stand Alone, er ist unique, auch durch die Maischestandzeit. Die Nase hat einen ganz leichten Touch Schalen. Unglaublich faszinierend. So reich und dicht. 2019, mit diesen immensen Sonnenscheinstunden. Was dieser Biodynamiker daraus gemacht hat, ist wirklich phänomenal. Orangenzesten neben Wermut, reife Quitte, Reineclauden, Aprikosenkerne und Walnuss. Sehr puristisch, sehr bio. Immenser Druck im Mund, wow! Ein Weißwein in der Klasse eines großen Hermitage Blanc. Unendliche Gesteinsmassen drücken. Wieder die Orangenzesten, wieder dieser leichte Wermut-Touch. Etwas Schale, wunderbar reife Quitte, aber vor allem viel Druck. Salz und Gestein. Ein Nachhall für Minuten. Das ist ein verrückter Wein, aber ein großer Wein. Ich muss mir von dieser kleinen Menge auf jeden Fall etwas sichern, das ist phänomenal. 97-100/100

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.

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