Cote Rotie Lieu dit Montmain 2020

Ferraton Pere et Fils

Cote Rotie Lieu dit Montmain 2020

tanninreich
frische Säure
98–100
100
2
Syrah 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2055
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98–100/100
Jeb Dunnuck: 93–95+/100
6
Frankreich, Rhone, Nordrhone
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cote Rotie Lieu dit Montmain 2020

98–100
/100

Lobenberg: 2020 gab es an der Rhône insgesamt relativ normale Mengen. An der Nordrhône vielleicht sogar etwas mehr als im Durchschnitt. Dort geht 2020 sicherlich als ein Jahrhundertjahrgang in die Geschichte ein. Die Tardieus vergleichen 2020 mit einer Mischung aus dem superklassischen und frischen Jahr 2016 und der Tiefe und Dichte aus 2015. Auf keinen Fall so extrem fett und üppig wie 2018 und 2019, sondern deutlich klassischer. Deshalb ist 2020 aus ihrer Sicht einer der ganz großen Jahrgänge überhaupt an der Nordrhône. Im Norden gab es 2020 keinen richtigen Trockenstress für die Reben, weil es im August ein paar Regenfälle gab. Sie kamen genau zur richtigen Zeit. Die Lese startete deutlich früher als in anderen Jahren. Insgesamt ist es ein saftiger, langlebiger, dichter und reifer Jahrgang, ohne Überreife, ohne übermäßig Fett wie in 2019 und 2018. Ein richtig klassisches Jahr an der Nordrhône, aber klassisch mit einem Plus an einer Form von Reife, die es früher so nicht gab. Ob Norden oder Süden – in Summe ist 2020 an der Rhône ein großes Jahr. Balancierter und harmonischer als das Kracher-Jahr 2019. Der Montmain ist biodynamisch bearbeitet, aber nicht biodynamisch zertifiziert, weil Ferraton hier mit einem Vertragswinzer arbeitet. Dieser Plot ist ungefähr 1,5 Hektar groß. Am absoluten Ende der Côte Rôtie und der Côte Brune, komplette Südexpostion auf Schiefer, 20 % nicht entrappt. Die Ganztrauben mit den Füßen angequetscht, das Ganze spontan vergoren im Zement, und wie üblich bei Ferraton im überwiegend gebrauchten Holz in Form von Barrique und Halb- stück ausgebaut. Ein bisschen neues Holz ist hier auch dabei. Spontanvergärung ist obligatorisch. Es gibt nur 1800 Flaschen von diesem Montmain. In 2020 mit einer reichen, dichten, rotfruchtigen Nase. Schiebende Süße, rote Johannisbeere mit Sauerkirsche, roter Kirsche, Himbeere, Erdbeere, heller Lakritze und Minze. Was für eine Intensität, was für eine wunderschöne Côte-Rôtie-Nase! Diese hohe Mineralität, schon in der Nase pfeffrig. Der Alkoholgehalt liegt 2020 trotz der hohen Eleganz erstaunlicherweise bei fast 15 Volumenprozent, was aber überhaupt nicht auffällt. Im Mund fällt zuerst die hervorragende Balance auf, die Harmonie. Alles passt. Trotzdem hat der Wein deutlich Spuren von Rappen, also Eukalyptus und Minze. Mineralisch und hochintensiv, trotzdem singend, rassig und verspielt. Ein wirklich extrem schickes und verspieltes Côte-Rôtie-Jahr. Der Wein braucht aber einige Jahre Zeit, um das Ganze auszufüllen, um Fleisch aufzubauen. Ein kleines Meisterwerk der Feinheit und der Verspieltheit. 2020 ist an der Nordrhône ein Wunderwerk. Und es ist so anders als die üppigen Weine aus 2019 und auch deutlich verspielter als die alkoholstarken und säureärmeren 2018er. 2020 ist an der Nordrhône im Grunde State of the Art, so wie man sich das vorstellt. Extrem schick! 98-100/100

93–95+
/100

Jeb Dunnuck über: Cote Rotie Lieu dit Montmain

-- Jeb Dunnuck: The 2020 Côte Rôtie Lieu-Dit Montmain is all Syrah from schist soils, and it’s brought up in 15% new barrels. Textbook Côte Rôtie notes of black raspberries, toasted spice, graphite, and dried flowers give way to a medium to full-bodied, pure, nicely textured barrel sample. Coming from a warmer, south-facing parcel, it will benefit from 2-4 years of bottle age and shine for a decade. 93-95+/100

Mein Winzer

Ferraton Père et Fils

Samuel Ferraton, Vertreter der vierten Generation im Weingut, gab 1998 dem Haus einen neuen Impuls durch eine finanzielle Partnerschaft mit dem Haus Chapoutier bei gleichzeitiger Wahrung der qualitativen Unabhängigkeit.