Chateauneuf du Pape 2021

Clos des Papes: Chateauneuf du Pape 2021

Zum Winzer

97–99
100
2
Grenache 40%, Mourvedre 40%, diverse autochthone Reben 10%, Syrah 10%
5
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2029–2064
Verpackt in: 12er OHK
9
voluminös & kräftig
pikant & würzig
3
Lobenberg: 97–99/100
Decanter: 95/100
Jeb Dunnuck: 93–95/100
Jancis Robinson: 18/20
6
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape 2021

97–99
/100

Lobenberg: 2021 wurden auf Clos des Papes nur 16 Hektoliter pro Hektar gelesen, es gab über 40 Prozent Verlust durch Frost. Am meisten war die Syrah betroffen, deswegen gibt es von dieser Sorte deutlich weniger. Ein sehr feiner Jahrgang nach Vincents Einschätzung, nicht weit weg von 2020, vielleicht eine Spur feiner und eleganter. Der 2021er hat eine sehr blumige Nase mit Veilchen und Rosenblättern, aber auch duftige Frucht. Wenn Vincent sagt, dass 2021 feiner und eleganter ist als 2020, dann kann ich nur sagen: das ist schon ein Ereignis! So schick! Die Tannine sind unglaublich reif, aber seidig und samtig. Die Nase zeigt dunkle Zwetschge, dunkle Kirsche und Lakritze, aber nicht üppig, nicht aggressiv, sondern nur fein und getragen. Dunkle schwarze Kirsche, unglaublich gut verwoben und hocharomatisch. Der größere Anteil Mourvèdre bekommt diesem Wein sehr gut. Was für ein hocheleganter und gleichzeitig fülliger, aromatisch dichter Mund! Extrem süffig, hedonistisch und trinkig. Man möchte reinspringen – der Wein ist so lecker und steht trotzdem für zwei Minuten. Das wird keiner der großen Jahrgänge zum Niederknien, aber ein ganz sicher einer der extrem leckeren Jahrgänge, wie wir sie bei Clos des Papes schon öfter hatten. Den muss man für fünf bis sechs Jahre zurücklegen und kann ihn dann die nächsten 20 Jahre voller Freude genießen. Was für ein sensationeller Genussfaktor! So schön im Nachhall, diese feine Mineralität, diese extrem samtigen, dichten Tannine und diese hohe pikante Aromatik von schwarzer und roter Frucht, dazu die wunderbare Süße. Die Mourvèdre ist eine große Freude in diesem Blend. Daher fast ein wenig untypisch für Clos des Papes. Ein bisschen mehr Beaucastel-Charakter. In dieser unendlichen Feinheit ist das schon eine Cuvée Hommage à Jacques Perrin. Biodynamie hier und dort in Perfektion. 97-99/100 *** Auf Clos des Papes wird alles komplett entrappt. Vincent Avril ist derjenige, der als Einziger noch alle zwölf zugelassenen Traubensorten verwendet. Einige Tage Kaltmazeration. Natürlich als erklärter Biodynamiker spontan vergoren, das Ganze verbleibt vier Wochen im Zement-Gärtank. Die alkoholische Fermentation läuft also über zwei Wochen, danach Verbleib des Weines auf den Schalen für ein bis zwei Wochen. Dann abpressen und in die großen Tanks. Der Wein durchläuft im Beton-Tank auch die malolaktische Gärung. Danach wird noch im Tank, also nach vier Wochen, mit Eiweiß geschönt, um alle Sedimente herauszubekommen. Dies geschieht nach dem Abstich aus dem Beton in den Stahltank. Es wird nicht filtriert, aber es wird dann schon ziemlich klar und ohne grobe Hefe in die großen alten Holzfässer gepumpt. Niemals neues Holz. Frühestens nach drei bis vier Jahren wird immer ein neues Holzfass eingesetzt. Dieser Wein bleibt dann ohne umpumpen für gut 12 Monaten in den großen Holzfässern und geht direkt danach zum Abfüllen.

Jahrgangsbericht

Der Jahrgang 2021 stellt an der Rhône zweifellos einen Einschnitt in der Reihe der heißen, trockenen, mediterranen Jahrgänge dar, wie wir sie spätestens seit 2015 durchweg erlebt haben. 2021 erinnert viele Winzer im Rhônetal gar an die »guten alten Zeiten« vor 20, 30 Jahren – späte Lese, hohe Säurewerte und eine Phenolik wie es sie zuletzt in den 90ern gab. Ein Jahrgang der großen Emotionen, ein ständiges auf und ab der Gefühle: Die extreme Frostepisode vom 7. bis 9. April mit Temperaturen von teilweise fast -10°C betraf fast alle französischen Weinbaugebiete. Teilweise sorgte der Frost für einen kompletten Ernteausfall. Drei Wochen lang regte sich gar nichts in den Weinbergen des Rhônetals. Wie durch ein Wunder trieben viele Reben doch noch aus, aber nicht ohne Folgen: Die eiskalten Nächte brachten die Natur aus dem Gleichgewicht, der Wiederaustrieb verlief geradezu anarchisch, die Arbeit im Weinberg war extrem anspruchsvoll und verlangte den Winzerinnen und Winzern alles ab. Die wohltuenden Regenfälle während des gesamten Vegetationszyklus, die gemäßigten Temperaturen im Sommer und der goldene Herbst sorgten für ein großes Durchatmen. Am Ende wird 2021 nicht nur als Jahrgang der plötzlichen Wiedergeburt der Klassik, der Feinheit und Eleganz in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen des immensen Aufwands – nur, wer 2021 alles gegeben hat, wurde am Ende mit ultrafeinen Weinen belohnt, wie wir sie seit Jahren nicht mehr im Glas hatten. An der südlichen Rhône ist 2021 ein Jahr der puren Trinkfreude. Alles ist sofort da, offen und so unglaublich fein. Die Alkoholgrade liegen rund 1,5 Prozent unter denen der vergangenen Jahrgänge. Sowohl die Weißen als auch die Roten sind hervorragend balanciert und bestechen mit guten Säurewerten und hoher Frische. Die Weine sind hocharomatisch, die Frucht ist schmeichelhaft und fast schon spielerisch-abgehoben. Eine Grenache voll auf der Pinot-Spur – wann gab es das zuletzt?! Die nördliche Rhône bringt 2021 einen Stil, den dort viele für nicht mehr möglich hielten: Extrem fein und verspielt, fast schon schwebend und mit einer genialen Frische ausgestattet. Ein Jahr für große Weißweine mit strahlender Aromatik und hervorragender Lagerfähigkeit, ein Jahr für herrlich klassische, stilvolle, delikate Rotweine mit betörend ätherischen Noten von Pfeffer und Veilchen und ultrafeiner, aber aufregender Tanninstruktur. All in all ist 2021 an der Rhône ein Jahr für Finessetrinker, für Liebhaber der Feinheit, der Frische und der Eleganz. Lange hat man sich nach solchen klassischen Jahren gesehnt. Aber klassisch mit einem genialen Twist, denn am Ende vereint 2021 mit seiner schlanken, hochfeinen Art und der genialen Duftigkeit und Aromatik das Beste von damals und heute. »Zurück in die Zukunft!« – das beschreibt diesen aufregenden Rhône-Jahrgang wohl letztlich am besten.

95
/100

Decanter über: Chateauneuf du Pape

-- Decanter: Defined raspberry and redcurrant fruits, some woody spices in the background. Quite a rounded, fluid style, the acidity is really quite marked this year. Tannins are gentle, and it finishes on raspberry and redcurrant coulis. There's a silky touch on the palate. It's built around the acidity, the tannins are just gently sandy. Good sense of purity, quite a Burgundian vintage. Less Grenache in the blend this year as it was particularly hit by the frost. 95/100

93–95
/100

Jeb Dunnuck über: Chateauneuf du Pape

-- Jeb Dunnuck: While production was down 40% due to the frost, Vincent was able to make a beautiful 2021 Châteauneuf Du Pape that readers will love to have in the cellar. All about finesse and elegance, it reveals a classic Clos des Papes nose of both red and black fruits as well as tons of floral, pepper, and spicy notes. These carry to a medium-bodied 2021 that has good ripeness (the alcohol is 15%), a supple, silky mouthfeel, ripe tannins, and a great finish. It's not far off the style of the 2020, and while it doesn't have the density of a top vintage, it nevertheless has balance, complexity, and elegance, and will have 15+ years of longevity. 93-95/100

18
/20

Jancis Robinson über: Chateauneuf du Pape

-- Jancis Robinson: Leather and spiced notes, pure with good fresh vivacity on the nose. The palate is ripe and seductive, layered with forest fruits, dark spiced figs. Attractive refreshing acidity, red fruits and a wild garrigue savoury Mourvèdre note – the tannins are supple and silky – dark forest-fruits finish which is broad, ample and opulent but always with a finesse of tannins and a savoury liquorice mineral note. (AC) 18/20

Mein Winzer

Clos des Papes

Schon Paul Avril, der Großvater des derzeitigen Besitzers von Clos du Papes, Vincent Avril, machte sich um die Region verdient und trug nicht unwesentlich zur Schaffung des Cru Châteauneuf-du-Pape bei. 1896 begann er seine Weine unter dem Namen Clos des Papes zu verkaufen, den er 1902 als...

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