Riesling vom blauen Schiefer Ortswein 2020

Clemens Busch: Riesling vom blauen Schiefer Ortswein 2020

BIO

Zum Winzer

93–95
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2046
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
3
Lobenberg: 93–95/100
Suckling: 93/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling vom blauen Schiefer Ortswein 2020

93–95
/100

Lobenberg: Stammt aus den Fahrlay und Falkenlay Abschnitten im mittleren Teil der Marienburg. Kühle, von Kräutern und Wildblüten durchzogene Nase, Veilchen, Cassis und ganz feine Zitruseinsprengseln darunter. Leichte, noble Reduktion wie sie nicht untypisch ist für blauen Schiefer. Auch weiße Johannisbeere und eine leichte Ingwerschärfe. Schlanke, ganz feine Mirabelle. So viel charmante Frucht, duftig und fein, ohne die mineralisch-kühle Ader des Blauschiefers zu überdecken. Es bleibt in europäischer Frucht, total clean und dennoch hohe Reife andeutend. Im Mund kracht es dann aber richtig, purer Blauschiefer, mit pikanter Säurespur, kühl, präzise und hochfein, gleichzeitig mit hoher Intensität aus der Frucht, knackige Blaubeere, weiße Johannisbeere, Limettensaft, ein feiner Hauch Maracuja gibt eine aufregende Exotik in den Wein, die in der Nase kaum zu erahnen war. Brillante, vibrierende Säure. Wow, so viel Energie und Zug! Dann packt die feine Phenolik im Nachhall zu. Durchaus satt und intensiv im Mund, aber keineswegs fett. Genialer Wein, der jetzt schon erstaunlich schön zugänglich und balanciert erscheint. Hell und glockenklar bis ins lange Finale mit überwiegend weißer, anschmiegsamer Frucht bei gleichzeitig griffiger Phenolik und pikanter Säurefrische. 93-95/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

93
/100

Suckling über: Riesling vom blauen Schiefer Ortswein

-- Suckling: Here's the opportunity to get a GG-type dry riesling for a friendly price. Excellent ripeness and finesse, the stone-fruit and grapefruit character beautifully intertwined with the minerally acidity. Long, herbal and wet-stone finish that tells the full Mosel riesling story. From biodynamically grown grapes with Respekt certification. Drink or hold. 93/100

Mein Winzer

Clemens Busch

Das Weingut von Clemens Busch liegt im malerischen Pünderich am Anfang der Terrassenmosel. Seit 1986 arbeiten Rita und Clemens Busch hier nach strengen Kriterien des ökologischen Weinbaus, was sie sich inzwischen auch haben zertifizieren lassen.