Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru 2015

Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru 2015

Holzkiste

Zum Winzer

96–98
100
2
Merlot 80%, Cabernet Franc 20%
5
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2045
Verpackt in: 6er OHK
9
pikant & würzig
strukturiert
saftig
3
Lobenberg: 96–98/100
Suckling: 96/100
Jeb Dunnuck: 95/100
Gerstl: 19/20
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru 2015

96–98
/100

Lobenberg: Dieses Weingut liegt direkt vis-à-vis von Barde Haut und gilt unter Insidern mit seiner Exposition und Kalksteinterrassen als das zurzeit angesagteste Terroir St Emilions. Jeder spricht von diesem Château, weil es einfach perfekt liegt und weil der asiatische Investor Peter Kwok hier nun überhaupt keine Kosten gescheut hat um in den letzten Jahren die Weinberge zu optimieren und einen komplett neuen Keller zu bauen. Das geniale Team, das Tour St Christoph leitet, sind die früheren Regisseure und Weinmacher von Château le Gay und Château la Violette. Jean Christophe Meyrou und Jerome Aguirre. Der auf Terrassen angelegte Weinberg hat 16 Hektar, wovon die Hälfte auf eben diesen Terrassen und die andere Hälfte um das Weingut herum verteilt ist. Aber nur das beste Terroir wird für den Erstwein verwand. 14,8% Alkohol, 80% Merlot, 20% Cabernet Franc, 3,7 PH-Wert. Ertrag 38 hl/ha. Nur noch 40% wird im neuen Barrique ausgebaut, der Rest im Ein- und Zweijährigen. 60000 Flaschen Gesamtmenge Erst- und Zweitwein. Der Untergrund ist wie schon angesprochen überwiegend Kalkstein, aber auch ein Lehm-Kalksteingemisch. Die Fermentation als Spontanvergärung des komplett entrappten Leseguts findet überwiegend im Zementtank statt und ein Teil im geschlossenen Barrique. Danach wird das Ganze zusammengeführt und im neuen und gebrauchten Holz ausgebaut. Die Südexposition der Terrassen führt natürlich zur absoluten Vollreife. Die Begünstigung im Jahr 2015 durch die große Kühle im September und Oktober hat die Frische und Frucht sehr gut erhalten. Die Nase dieses sehr feinen, inzwischen ausgewiesenen Finesse-Jahrgangs, erstaunt in seiner Ausprägung. So viel satte schwarze Kirsche neben gelber Frucht, etwas Mango, Zitrus, Orangenabrieb, auch deutlicher Veilchenaromatik, Jasmin, Lakritze und dunkle Erde. Aber alles ist fein und schwebend. Der Mund hat diesen anfänglich etwas lauten Auftritt, wird dann aber sofort wieder eingefangen, weil er so unendlich fein und zart ist und trotzdem diese wahnsinnige Frische des kühlen und zugleich reifen Jahrgangs zeigt. Mango und Orangenabrieb neben schwarzer Kirsche, butterweiche Brombeere, aber ganz zart. Nichts ist laut in der Frucht, alles schwebt und trotzdem hat der Wein eine intensive Tanninmaske auf und verbleibt für Minuten mit salzig, schwarzfruchtigem Nachhall in großer Feinheit und Frische. Das Team von Regisseur und Weinmacher bringt aus diesem Top-Terroir in der Tat einen großen St Emilion. Ein Wein, der vielleicht noch nicht ganz die Reife eines jahrzehntelangen Werdegangs hat wie ein Tetre Roteboeuf, La Mondotte oder Troplong Mondot aus der Nachbarschaft des Plateaus. Hier ist der Findungsprozess noch nicht abgeschlossen, aber es ist ein grandioses Potential, was in diesem Jahrgang noch mehr unter Beweis gestellt wird als im superben 2014er. Das ist großer Stoff und wenn der Preis wieder stimmt wie im letzten Jahr, ist das ein unbedingter Kaufgrund und einer der ganz großen Weine für dieses Geld in St Emilion. 96-98/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

96
/100

Suckling über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru

-- Suckling: Intense aromas of blackberries, blueberries and spices. Hints of limestone and a graphite edge also come out now. Full-bodied, structured and muscular. Layered and intense. Dark berries and hints of sea salt on the finish. Steely minerality and freshness. Wow. Drink in 2024 but so interesting to taste. 96/100

95
/100

Jeb Dunnuck über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru

-- Jeb Dunnuck: A total blockbuster from new owner Peter Kwok, who purchased the estate in 2012, the 2015 Château Tour Saint Christophe is 80% Merlot and 20% Cabernet Franc brought up in 40% new wood. It boasts a deep purple color and sensational notes of ripe currants and crème de cassis, as well as background graphite, cedar, and spice nuances. Full-bodied, deep, layered, and perfectly balanced, with sweet tannin and integrated acidity, it’s one of those wines where everything is in the right place, it has no hard edges, and a beautiful finish. It needs short-term cellaring to come together, but you shouldn’t miss this beauty. It’s worth mentioning the estate is managed by the talented Jérôme Aguirre and utilizes Michel Rolland as a consultant. 95/100

19
/20

Gerstl über: Chateau Tour Saint Christophe Grand Cru

-- Gerstl: Biodynamischer Weinbau, zwischen Troplong-Mondot und Barde-Haut gelegen auf einem der besten Kalkterroirs von St. Emilion. Das ist zweifellos der Aufsteiger überhaupt in dieser Region. Das ist einfach genial, diese sagenhaft erfrischende Duft mit seinen wunderbaren floralen und feinwürzigen Noten, seinem unwiderstehlichen Charme, man muss nur einmal kurz an diesem Glas riechen und man ist unweigerlich in diesen Wein verliebt. Noch viel mehr wenn man ihn einmal am Gaumen hat, der ist sagenhaft gut, so unglaublich lecker wie will man dem wiederstehen? Das ist ein aromatisches Feuerwerk, das seines Gleichen sucht, wo findet man überhaupt ein Getränk, das so gut schmeckt, da stimmt einfach alles der ist total rund und harmonisch absolut ohne Ecken und Kanten, trotzdem spannend, sicher niemals langweilig, mit dieser sagenhaften frischen, kühlen Art, in Verbindung mit der genialen Süsse. 19/20

Mein Winzer

Tour Saint Christophe

Der Name Chateau Tour Saint Christoph stammt aus seiner geografischen Lage. Die Reben werden in der Gemeinde Saint Christophe des Bardes, ein kleines Dörfchen östlich von Saint Emilion, bewirtschaftet.