Tertre Roteboeuf

Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2020

voluminös & kräftig
tanninreich
97–100
100
2
Merlot 80%, Cabernet Franc 20%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2069
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97–100/100
Gerstl: 20/20
Parker: 97–99/100
Wine Cellar Insider: 97–99/100
Jeb Dunnuck: 97–99/100
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru 2020

97–100
/100

Lobenberg: Das Weingut von Francois Mitjavile an der Südkante Saint Emilions liegt in Amphitheater-Form auf purem Kalkstein. Der Wein des Großmeisters der Fruchtexpression und Feinheit. Immer einer der besten Saint-Émilion-Produzenten der letzten Jahrzehnte. Immer einer, der besonders spät liest, er kann mit Terroir umgehen wie kaum ein anderer. Nie gegen das Jahr vinifiziert. 80% Merlot, 20% Cabernet Franc ist das Verhältnis hier auf der Tertre Roteboeuf. Francois Mitjavile ist ein absoluter Verfechter der reifen Frucht. Aber niemals der Überreife. Sein Terroir auf reinem Kalkstein ist so perfekt, dass er, obwohl er erst Mitte Oktober erntet, also viel später als andere Winzer, nie überreife Frucht im Keller hat. Das Ganze kann natürlich nur funktionieren, wenn man mit dem Laub gut arbeiten kann und da ist Mitjavile der Großmeister, um die Photosynthese immer auf Volldampf zu halten. Hier auf Tertre Roteboeuf entsteht im Grunde das, was der Charakter des Jahrgangs von Bordeaux ist. Man Pflegt hier einen Stil wie zu Zeiten der französischen Kaiser. Üppig, reichlich, großzügig und trotzdem frisch. Francois lehnt die jungen, wilden Winzer ab, die versuchen, dramatisch früh zu ernten und nicht den typischen Bordeaux-Stil vinifizieren möchten, sondern eher Burgund oder Loire im Hinterkopf haben. Das ist zwar auch großartig, aber nach Meinung von Francois entspricht das nicht dem, was Bordeaux ausmacht. Francois nimmt auch jedes Jahr neue Barriquefässer von Radox. Die Fässer werden sehr heiß und lange getoastet, obwohl man bei Francois nie frisches Holz schmeckt. Sinn der Sache ist, das Holz von innen bis zu drei Millimeter Tiefe zu durchdringen, um die grünen Elemente der Eiche zu eliminieren. Das geht nur, wenn man heißer und länger toastet. Das Ungewöhnlichste ist, dass das neue Holz bei Francois nie spürbar ist. Das liegt an der hohen Intensität und Reife, die hier ins Fass gebracht wird. Dass alle Weine hier spontan vergoren werden, ist natürlich klar. Die Vergärung geschieht im Zementtank. Francois entrappt immer zu 100 Prozent. Gerade in Jahren der Hitze und Trockenheit kommen die Stärken von Francois besonders zum Tragen. Kaum einer versteht es, so frische, feine und gleichzeitig mediterrane Weine zu erzeugen. Francois Mitjavile – der Künstler aller Weinmacher, der den oxidativen Ausbau liebt. Einer der besten Erklärer des Jahrgangs. Hier wird permanent zusammen fermentiert. Wenn die Merlot schon am gären ist, wir die Cabernet häufig einfach dazu geworfen. Auch der Ausbau geschieht somit nicht getrennt. Nach der Gärung ist der Blend schon fertig. Es gibt auch keinen Zweitwein, nur diesen einen Wein. Eine aromatische und extrem duftige Himbeer-Nase. Mit feiner gelber Mango dahinter. Schicke Frucht! Süße rote Kirsche kommt dazu, auch ein bisschen Schwarzkirsche. Hochduftig, reif, aber auch schick, weich und seidig. Der Mund hat einen erstaunlichen Grip. Ich hätte ihn weich erwartet. Er ist durchaus ein bisschen rustikal, aber im positiven Sinn. Ziemlich viel Biss, ziemlich viel Druck. Wieder diese Himbeere, die langsam Richtung schwarze Frucht changiert. Es bleibt bei der hohen Aromatik, bei der hohen Reife, die aber hier mit einer für Tertre Roteboeuf fast ungewöhnlichen Säure und Frische unterlegt wird. Feine helle Lakritze. Das ist nicht wie 2019, es ist auch nicht wie 2018. Einfach eine ganz eigene Stilistik in 2020. Aromatisch und reif, aber nicht extrem, sondern sehr gut balanciert. Fast ein bisschen ein aufregender Tertre Roteboeuf. Der Wein kriegt mit ein bisschen mehr Luft dann langsam mehr Volumen, mehr Fülle, mehr Stoff. Langsam gibt es ein bisschen Kirschlikör, die Intensität steigt. Der Wein bleibt ein bisschen rustikal, aber er wird intensiver, länger und druckvoller, je länger er im Glas ist. Das hat schon erstaunlich viel Power. Es ist 2020, dieses heiße, trockene Jahr, mit dieser hohe Konzentration. Ein sehr guter Tertre Roteboeuf, aber nicht der beste aller Zeiten. Für mich war 2019 vielleicht etwas überlegen. Auch 2018 war womöglich stimmiger. Der 2020er hat durchaus schon ein bisschen rustikalen Grip. Er wird früh zugänglich sein, aber auch sehr lange leben. Und sicher ist, dass er einen völlig eigenen Stil hat in 2020. Für mich ein eher ungewöhnlicher Stil für Tertre Roteboeuf, weil er so versammelt und kraftvoll ist und trotz aller Oxidation so auf der Power läuft. 97-100/100

20
/20

Gerstl über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

-- Gerstl: Wie immer das ist einfach einer der mich auf ganz spezielle Art fesselt, das ist vibrierende Erotik, hochreifes Traubengut und dennoch strotzt der Wein vor Frische, dieser Duft ist ebenso einmalig, unverwechelbar, wie faszinierend. Das ist fein, fein und nochmals fein, ein sanfter Riese, berührend vielfältig, sehr eigenstädige Aromatik mit enormer Terroirtiefe, der Wein löst bei mir zutiefst berührende Emotionen aus, das ist nicht in Worte zu fassender Hochgenuss, vielleicht könnte man diskutieren ob der Wein in Sachen Präzision die alleroberste Stufe erreicht, aber in Sachen Geschmackserlebnis gibt es nur wenige Weine auf dieser Welt, die ähnliches bieten können. 20/20

97–99
/100

Parker über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

-- Parker: Opaque purple-black in color, the 2020 Le Tertre Roteboeuf needs a little coaxing and patience to lure out captivating notes of wild blueberries, crushed black plums and juicy blackberries, followed by suggestions of red roses, dark chocolate, molten licorice and rich, red soil, with wafts of garrigue and cumin seed. The medium to full-bodied palate delivers decadently intense, exotic spice and mineral-accented black fruit flavors, supported by velvety tannins and seamless freshness, finishing very long and very perfumed. This is without doubt one of the most impactful, singular, nuanced 2020 barrel samples tasted. 97-99/100

97–99
/100

Wine Cellar Insider über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

-- Wine Cellar Insider: The striking nose with its exotic perfume is just the start here. Full-bodied, opulent, sensuously textured, the fruits are perfectly ripe, fresh, sweet and addictive. With a fabulous blend of ripe and almost overripe crushed black raspberries, kirsch, flowers, crushed rocks and forest notes, the wine seeks your attention. Rich, silky, concentrated and multi-faceted, the wine is long, intense, pure and energetic. This uniquely styled wine stands out in a crowd and should age and evolve for at least 2-3 decades with little effort. 97-99/100

97–99
/100

Jeb Dunnuck über: Chateau Tertre Roteboeuf Grand Cru

-- Jeb Dunnuck: One of the wines of the vintage will be the 2020 Château Tertre Roteboeuf, which has its classic exotic, boisterous, incredibly sexy personality front and center. Cassis, smoked meats, vanilla, graphite, white truffle, and a liqueur of rocks-like minerality are just some of the nuances here, and it hits the palate with full-bodied richness, incredibly purity, building tannins, and a blockbuster of a finish. I followed this barrel sample for just under a week and it never showed a hint of oxidation or fatigue. This cuvée always shows lots of oak (it’s brought up in 100% new barrels), especially in its youth, but it is incredibly well-integrated and largely disappears once at full maturity. Hide bottles for 7-8 years if you can, and it’s going to keep for 30 years or more. 97-99/100

Mein Winzer

Tertre Roteboeuf

Francois Mitjavile, Besitzer, Weinmacher, Önologe und Weinbergsarbeiter in Personalunion, ist eine lebende Legende. Der Mann ist weltoffen und redegewandt, dennoch in seiner selbstgewählten ausschließlichen Fixierung auf seine Weingüter und auf die Merlottraube fast etwas schrullig und skuril, er...