Chateau Moulin Haut Laroque 2020

Moulin Haut Laroque

Chateau Moulin Haut Laroque 2020

95–96
100
2
Merlot 65%, Cabernet Franc 15%, Cabernet Sauvignon 15%, Malbec 5%
5
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2057
Verpackt in: 6er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 95–96/100
VertdeVin: 94–95/100
Falstaff: 93–94/100
Gerstl: 19+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Fronsac
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Moulin Haut Laroque 2020

95–96
/100

Lobenberg: Das Weingut liegt auf der Kuppe in Fronsac, in Saillans. In diesem Ort liegen alle Stars des Fronsac. Hier findet man weißen und blauen Lehm sowie Magnesium, alles über purem Kalkstein. Moulin Haut Laroque profitiert von dem durchschnittlichen Rebalter von fast 60 Jahren, mit tiefen Wurzeln, und von dem relativ hohen Lehmanteil im Boden, der die Wasserspeicherung begünstigt. Moulin Haut Laroque wird von Jahr zu Jahr besser, denn diese Böden und das Terroir ist bei kühlen und nassen Jahrgängen eher nachteilig. Was wir in den letzten Jahren an mediterranen Einflüssen erleben, bringt dieses Weingut in völlig ungeahnte Höhen. Der 2020er hat eine sehr harmonische Nase. Lakritze, Schokolade, feine schwarze Früchte, Blaubeere, süße Maulbeere, etwas Cassis dahinter. Sehr harmonisch und ätherisch. Sehr gelungen auch im Mund. Guter Grip, Länge und Frische. Das Ganze mit Lakritze, Pimentpfeffer und schwarzem Pfeffer. Dazu ein guter Zug und mit Steinigkeit unterlegt. Die Lehmböden litten nicht unter Wassermangel, das merkt man deutlich. Der Wein ist reif, schick und ausgewogen. Vielleicht nicht ganz so aufregend wie 2019, aber ziemlich gut gelungen, alles fein. 95-96/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

94–95
/100

VertdeVin über: Chateau Moulin Haut Laroque

-- VertdeVin: Die Nase ist gehaltvoll, elegant und bietet Frische, Unaufgeregtheit, Kraft (in Präzision/Finesse), Tiefe sowie Dichte (in Finesse), eine gewisse Fülle. Es gibt Noten von fleischiger Brombeere, cremiger schwarzer Johannisbeere und, leichter, zerquetschten blauen Beeren, verbunden mit einem Hauch von Blaubeere, Anis, Graphit, sowie Andeutungen von zerquetschter Erdbeere, heller Heidelbeere, sowie Andeutungen von Lakritz, Tabak und einem subtilen Hauch von Kakao und Bourbon-Vanilleschote. Der Gaumen ist fruchtig, frisch, elegant, ausgewogen und bietet Fülle, Rundheit, eine schöne Cremigkeit, Frische mit einer etwas ziselierten Seite des Kalksteinplateaus. Es gibt Noten von cremiger Brombeere, cremiger schwarzer Johannisbeere und leicht fleischiger Erdbeere, kombiniert mit Anklängen von Heidelbeere, Flieder, dunkler Schokolade/Kakao sowie Anklängen von gerösteter Haselnuss, süßem Gewürz/Bourbon-Vanille, Karamellisierung mit einem subtilen Hauch von Tee und Mineralität. Die Tannine sind gut verarbeitet. Gute Länge. Die Tannine sind präsent, reichhaltig, strukturierend und poliert. Herzlichen Glückwunsch! 94-95/100

93–94
/100

Falstaff über: Chateau Moulin Haut Laroque

-- Falstaff: Tiefdunkles Rubingranat, opaker Kern, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Zart nach Orangenzesten, reife Pflaumen, ein Hauch von Cassis, feine Kräuterwürze, ein- ladendes Bukett. Saftig, elegant und ausgewogen, feine Fruchtsüße, reife Tannine, zarter Nougat, bereits gut entwickelt, gutes Reifepotenzial. 93-94/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Moulin Haut Laroque

-- Gerstl: Der erste Eindruck, wir sind in Kalifornien gelandet, schwarze Frucht und Eukalyptus, raffiniert floral, sagenhaft komplex eine berührende Duftwolke. Das ist eine Symbiose aus berührendem Charme und intellektueller Grösse, der Wein schmeckt ganz einfach köstlich und es ist ein Meisterwerk in Sachen Präzision, Konzentration, Fülle, Feinheit, Raffinessen, Charme, Tiefgründige Aromatik, alles ist im Überfluss vorhanden, grosser Wein. 19+/20

Mein Winzer

Moulin Haut Laroque

Seit Ende der 80er Jahre ist die Appellation (immer schon ein Geheimtipp) sprichwörtlich in aller Munde. Mit dem überragenden Jahrgang 1998 gelang dann der Anschluss zur Weltklasse.