Chateau Moulin Haut Laroque 2015

Chateau Moulin Haut Laroque 2015

Zum Winzer

95–96+
100
2
Merlot 65%, Cabernet Franc 20%, Cabernet Sauvignon 10%, Malbec 5%
5
rot, trocken
15,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2039
Verpackt in: 24er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 95–96+/100
Suckling: 93/100
Vinum: 18/20
Gerstl: 19+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Fronsac
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Moulin Haut Laroque 2015

95–96+
/100

Lobenberg: Weißer und teilweise auch blauer Lehm sowie Magnesium über purem Kalkstein. Hervorragendes Terroir. So gut wie keine Probleme mit der Trockenheit bis in den August hinein. Dann kamen aber hier, wie auch in Pomerol, durchaus gleichmäßig immer wieder kleine Schauer. Es war also ein ideales Jahr. 65% Merlot, 5% Malbec, 20% Cabernet Franc, 10% Cabernet Sauvignon. Die Ernte zog sich über mehr als vier Wochen hin vom 20. September bis ca. zum 20. Oktober. Die Wetterkonditionen waren perfekt und jede Parzelle konnte in voller Reife geerntet werden. Wie bei den besten biologisch arbeitenden Weingütern waren die ersten Reifezustände 2015 eben schon relativ früh erreicht. Die Fermentation findet als Spontanvergärung im Stahl statt, danach kommt der Wein zur Malo komplett ins Barrique. Ein Drittel neues Holz, zwei Drittel einjähriges Holz. In diesen Fässern verbleibt der Wein ohne Batonnage bis zur Abfüllung nach 18 Monaten. 15% Alkohol. Moulin Haut Laroque arbeitet nicht nur absolut organisch biologisch (ohne Zertifikat), sondern ist extrem sorgfältig in der Ertragsreduktion, überwiegend natürlich durch alte Reben und Engpflanzung. Aber 2015 wurden auch zu dicht gepackte Trauben ganz herausgeschnitten und das Laub wurde um die Trauben herum entfernt in der letzten Zeit vor der Ernte, um den immer sehr starken und trocknenden Wind in Fronsac zuzulassen. Das Ganze führte aber zu einer so starken Konzentration in den Beeren, dass der Ertrag ungewollt, aber in der inneren Spannung und Vibration des Weines spürbar, auf klar unter 30 hl/ha fiel. Bei der Dichtpflanzung ist das dann klar unter 500 Gramm je Weinstock, ein schon extremer Wert. Diese Konzentration in der durch kühle Nächte erhaltenen sensationellen Frische ist neben dem perfekten Jahr das Geheimnis, warum dieser Wein in diesem Jahr so unglaublich groß ist. Ein Meilenstein für dieses Weingut. Erstmalig Weltklasse und wohl bester Wein der 2015 so begünstigten Appellation Fronsac. Die Nase des 15er zeigt sich nach dem wunderschön eleganten 14er mit einer deutlich höheren Dichte und einem intensiveren Spannungsfeld. Eigentlich ein Merlotwein. Ich hätte deshalb nicht erwartet, dass 2015 die Cabernet Franc und die Cabernet Sauvignon so dominant sind. Ich hätte in diesem warmen Jahr mehr Merlot und Schwarzkirsche erwartet. Aber wir haben definitiv Schlehe, saure Kirsche und sehr konzentrierte Himbeere in der Nase, dazu feiner Sand, Kalkstein, Zedernholz, Sanddorn, feine Tabake, eine intensive Teenote und eine leichte Zitrusaromatik darunter. Provenzalische Gewürze, aber das Ganze ist wirklich fast aufregend nervös und spannungsgeladen in dieser wirklich überragenden Frische. Alles mit total seidigem Gerbstoff. Der Mund ist fast noch dominanter in der Cabernet Franc. Die Augen ziehen sich zusammen. Der ganze Mund wird belegt. Wir haben so eine intensive Cabernet Franc Stilistik und die Merlot puffert mit Schwarzkirsche nur wunderschön kirschig ab, was sich in dieser intensiven Schlehe, Sauerkirsche und gewürzigen Salzspur bis in den ultralangen Nachhall durchzieht. Mit total seidigen Tanninen. Wenn ich die Geschichte Moulin Haut Laroques betrachte mit diesem unglaublich üppigen, zum Niederknien dichten und genial kräftigen 09er und 10er, dann passiert hier 2015 eine Entwicklung von Bordeaux Richtung Burgund und Loire, eben in die totale Feinheit und Frische, aber alles bei immenser innerer Spannung und Konzentration. Niemals würde man blind auf einen so preiswerten Wein aus Fronsac tippen. Das ist von der Stilistik tendenziell etwas - und ich möchte da sehr vorsichtig bleiben – wie eine Cheval Blanc Variation. Ein fast typischer Cabernet Franc aus Saint Emilion aus der Grenze zu Pomerol. Auch VCC könnte Pate gestanden haben. MHL hat auch ein bisschen Ähnlichkeit mit Château Jean Faure, dem Nachbarn von Cheval, der auch 50% Cabernet Franc hat. Das ist tänzelnde Feinheit. Was ihm zum absoluten Riesen fehlt, und deswegen spielen Jean Faure, Cheval und VCC doch in der anderen Liga, ist vielleicht ein bisschen die innere Wucht. Moulin Haut Laroque ist vielleicht in der Mitte zu wenig süß und zu wenig fleischig, um in diese 97-100 Punkteabteilung aufzuschließen. Von der Stilistik hat er das Zeug allemal. Der beste Wein, den ich hier je probiert habe. Das ist wirklich großes Kino und als Primeurwein eines der Superschnäppchen des Jahres. 95-96+/100

93
/100

Suckling über: Chateau Moulin Haut Laroque

-- Suckling: This is very sophisticated and polished with sweet-berry, cedar and cappuccino character, yet it’s so subtle. Medium to full body, ultra-fine tannins and a fresh finish. Drink in 2021. 93/100

18
/20

Vinum über: Chateau Moulin Haut Laroque

-- Vinum: Von absolut einmaliger Art, mit komplexer, fruchtig-blumiger Aromatik, grösster Rasse und Tiefe, erstklassiges, wie aus einem Blick gemeisseltes Tannin, frisch, fest, aber ohne Härte, grosszügiges Finale auf fruchtigen Noten; hat sich selbst übertroffen. Einer der grossen, charaktervollen Weine des Jahres. 18/20

19+
/20

Gerstl über: Chateau Moulin Haut Laroque

-- Gerstl: Thomas Hervé. Am 23. September mit der Ernte begonnen, aber man konnte es in aller Ruhe machen, wir waren erst am 17. Okober fertig. Die Frucht ist genial, vor allem weil sie fast noch mehr als üblich von genialer Würze begeitet wird, der Duft ist von atemberaubender Schönheit. Mit diesem Wein am Gaumen muss ich zuerst einmal innehalten, geniessen und staunen, das ist schlicht sensationell, was da abgeht, eine absolut spektakuläre Aromenfülle, in einem Wein der leichtfüssiger und beschwingter nicht sein könnte, explosive Frische und beinahe opulente Süsse vereine sich zu einem Geschmacksspektakel, das mit Worten kaum zu beschreiben ist, kraftvoller, konzentrierter, reicher, kann ein Wein kaum noch sein, das ist aber nicht der wichtigste Punkt, was diesen Wein vor Allem auszeichnet ist die Leichtigkeit mit welcher er sich bewegt, seine charmante offenherzige, zugängliche Art, der Wein ist ganz einfach himmllisch und klar der Höhepunkt in der Reihe grandioser Moulin Haut-Laroque der letzten Jahre. 19+/20

Mein Winzer

Moulin Haut Laroque

Moulin Haut Laroque gehört zu den Weingütern in Fronsac, die für langlebige, strukturierte und komplexe Weine bekannt sind, die den Trinkspaß trotzdem nicht hinten anstehen lassen. Durch den hohen Merlot Anteil (65 Prozent) sind die Weine immer eher auf der fruchtigen, saftigen Seite, allerdings...

Chateau Moulin Haut Laroque 2015