Lobenberg: Weißer und teilweise auch blauer Lehm, Magnesium, über purem Kalkstein - hervorragendes Terroir für das schwierige Jahr 2014. Zusätzlich ideal mit dem hohen Cabernet-Anteil, also nur 65% Merlot, 5% Malbec, 20% Cabernet Franc und 10% Cabernet Sauvignon. All das sind die besten Voraussetzungen für diesen Wein in diesem Jahr mit dem kühlen August und der hohen Regenintensität im Sommer. Die Ernte fand aufgrund der späten Cabernet Sauvignon vom 3. bis 15. Oktober statt. Die Fermentation als Spontanvergärung findet im Stahl statt, danach die Malo komplett im Barrique. Ein Drittel neues Holz, zwei Drittel einjähriges Holz. Verbleibt ohne Batonnage bis zur Abfüllung im selben Fass. Der Alkoholgrad dieses Weines liegt 2014 bei nur 13,5. Sehr harmonische Nase, schwarze und rote Kirsche, weich. Sehr gefällig, sanft-seidig. Der Haut Laroque hat eine sehr viel größere Balance als die beiden Jahre zuvor, denn wir probieren dazu die vorherigen Jahrgänge. Im Mund unglaubliche Finesse, seidig, samtig, filigran. Nach einer halben Stunde Belüftung kommt gut säurebeladene Himbeere durch, mit feiner, roter Kirsche. Die Feinheit und rotfruchtige Frische bei totaler Ausgewogenheit ist wirklich verblüffend. Eine Feinheit, wie ich sie beim Moulin Haut Laroque selten probiert habe. Die oft etwas burschikosen, maskulinen und manchmal sogar etwas harten Weine sind zwar immer ausdrucksstark, aber nie so tänzelnd wie dieser 2014er. Wenngleich er in seiner Feinfruchtigkeit dem 2012er durchaus ähnlich ist. Das ist definitiv kein Riese wie 2009 oder 2010, aber eine wirkliche Ode an die Freude in seiner wunderschönen, komplexen Bandbreite. Der Wein macht großen Spaß. 92-94/100