Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche) 2021

Carmes Haut Brion

Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche) 2021

Limitiert

Holzkiste

pikant & würzig
saftig
strukturiert
97–100
100
2
Cabernet Franc 40%, Cabernet Sauvignon 35%, Merlot 25%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2070
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97–100/100
Yohan Castaing: 96–98/100
Galloni: 96–98/100
Decanter: 96/100
Rene Gabriel: 19/20
Parker: 94–97/100
Gerstl: 19+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Pessac Leognan
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche) 2021

97–100
/100

Lobenberg: 40 Prozent Cabernet Franc, 35 Prozent Cabernet Sauvignon und 25 Prozent Merlot. 13,5 Volumenprozent Alkohol, pH-Wert 3,6. Der Ertrag lag 2021 bei 40 Hektolitern pro Hektar. Es gibt 40.000 Flaschen. Dieses total Experimentelle ist hier bei Les Carmes schon sehr erstaunlich. Die Nase ist schon phänomenal. 45 Prozent Ganztrauben in der Fermentation bringen so viel Aufregung und Spannung dazu. Sehr blumig, auch ein bisschen vegetal, aber das Blumige obsiegt. Eine schicke Nase! Sanfte Walderdbeere und Waldhimbeere mit heller Knubbelkirsche. Im Grunde auf der Charmeseite eines La Mission Haut-Brion laufend. Sehr fülliger und trotzdem sehr scharfer Mund. Chili, Erdbeere und Himbeere, wieder diese floralen Elemente, aber auch Mandeln und Haselnüsse. Ein deutlicher Einfluss vom neuen Holz, aber auch Volumen vom Ausbau in den Amphoren. Das ist schon sehr eigenständiger Stoff mit einem unglaublich hohen Charmefaktor hintenraus. Salz verbleibt für Minuten auf der Zunge und trotzdem ist diese weiche rote Frucht, mit extrem polierten Tanninmassen, einfach nur tänzelnd. Eine Prima Ballerina. Hypermoderner Stoff, von daher kann man nicht von Klassik reden. Aber im Rahmen der Weine aus dieser Region – Haut-Brion liegt 800 Meter entfernt – ist das schon sehr schickes großes Kino. Auf dem Genusslevel eines Smith Haut Lafitte, eines La Mission Haut-Brion. Eine einzigartige Köstlichkeit und eine Eigenständigkeit, die ihresgleichen sucht. 97-100/100 *** Les Carmes Haut-Brion hat nur 7,6 Hektar Reben. Der Park um das Château ist allerdings vier Mal so groß. Über 10.000 Stöcke pro Hektar. Also extrem kleine Erträge pro Pflanze, weniger als ein halbes Kilo. Über 40 Jahre alte Reben. Wir haben hier überwiegend Kiesböden mit tiefem Lehm und Kalkstein. Eine spannende Kombination, gerade in trockenen Jahren, denn die Lehmböden sind ein idealer Wasserspeicher. Les Carmes Haut-Brion ist das einzige Château überhaupt, das mit Adresse direkt in Bordeaux liegt. Die Weinberge liegen direkt neben Haut-Brion, besseres Terroir in der Appellation gibt es nicht. Zwischenzeitlich war das Weingut im Besitz der Familie Chantecaille und wurde von Didier Furt geleitet. 2010 wurde es an eine Investorengruppe um Patrice Pichet verkauft – dieses große Terroir weckt nun mal Begehrlichkeiten. Guillaume Pouthier, zuvor Weinbergsdirektor bei Chapoutier, wurde zum Direktor ernannt, Stéphane Derenoncourt ist seit mehreren Jahren beratend tätig. Das einzig Negative, was sich über diese traditionell bereiteten, klassischen, tiefen und komplexen Weine sagen lässt, ist, dass es leider immer viel zu kleine Mengen von ihnen gibt. 2016 wurde ein kompletter Neubau direkt neben dem alten Château errichtet. Ein von Philippe Starck designter Komplex. Modern, aber auch genial. Die Besonderheit bei Carmes Haut-Brion ist auch die Art der Vinifikation. 45 Prozent der Trauben werden nicht entrappt und als Ganztraube in die Vergärung gegeben. Die Beeren werden auch nicht angequetscht, um nur die weicheren Tannine aus den Häuten zu extrahieren und nicht die grünen Tannine aus den Kernen. Bei der spontanen Vergärung im Betontank wird ein Schichtverfahren angewendet. Entrappte und nicht entrappte Schichten wechseln sich ab, die Flüssigkeit wird völlig natürlich umgewälzt, sodass immer alle Beeren von Saft umgeben sind. So wird eine sanftere und gleichmäßigere Extraktion sichergestellt. Das Ganze nennt sich passive Extraktion. Nach der ersten Fermentationsphase wird der Free Run Juice weiter separat fermentiert. Der Rest wird sanft abgepresst. Beide Partien werden nach acht Tagen der Fermentation wieder vermählt. All das wird getan, um nichts Hartes in die Weine zu bekommen und trotzdem die Frische aus Rappen zu erhalten. Ausgebaut wird zu 70 Prozent in Neuholz, zu 10 Prozent in Amphoren und zu 20 Prozent im neuen 1800-Liter Holzfass. Durch die Amphoren soll die reine Frucht bewahrt werden. Es wird biodynamisch gearbeitet, allerdings ohne Zertifizierung. Les Carmes Haut-Brion ist schon seit 10, 15 Jahren auf dem Weg zur Klasse von Haut-Brion. *** Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.

96–98
/100

Yohan Castaing über: Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche)

-- Yohan Castaing: Es wurden verschiedene Mischungen hergestellt. Blumig, sehr Veilchen und Flieder, schwarze Johannisbeere 'al dente' für ein Bouquet von großer Klasse, gleichzeitig frisch und strahlend. Perfekt geschmolzenes Holz. Saftiger, lieblicher Gaumen mit wunderbarer Spannung, strukturierender Länge, samtigen, saftigen und sehr salzigen Tanninen, was einen luftigen und subtilen Abgang hinterlässt. Ein Carmes mit mehr Feldsalat, einem imposanteren Wurzelgefühl als üblich und einer sehr großen Gesamtreinheit. Auch schöne erdige Empfindungen. Ein sehr schöner, sich entwickelnder Wein. (Übersetzt mit DeepL) 96-98/100

96–98
/100

Galloni über: Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche)

-- Galloni: Technical Director Olivier Pouthier crafted one of the wines of the vintage at Les Carmes Haut-Brion. The 2021 possesses mind-blowing intensity and stunning persistence. Bright red-fleshed fruit, blood orange, mint, dried flowers and exotic spice caress the senses as the 2021 shows off its sheer allure. I don't think I have ever tasted a young Carmes with this level of precision. The blend is 40% Cabernet Franc, 35% Cabernet Sauvignon and 25% Merlot, aged in 70% new oak, 20% new foudres and 10% in amphora. As always, Les Carmes sees some whole cluster, 45% in 2021, an unusual technique in Bordeaux, but one that works so well here. The 2021 is a magical wine. That's all there is to it. 96-98/100

96
/100

Decanter über: Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche)

-- Decanter: Beautiful aromatic complexity on the nose, floral nuances and expressive blackcurrant, black cherry and dark chocolate but you're really getting the perfumed Cabernet fruit. This has an instant presence in the mouth, fully flavoured and juicy but so balanced, nothing sticking out, with the elegance of the ripe cool fruit touching the sides of the mouth. Tannins are present but fine and gently grippy with detail and definition to them. This has a lot of life for the vintage, one of the more full, round wines with chewy, fleshy tannins. The Cabernet gives backbone and density, the Merlot ripe red fruits, and then the chalky, slate, pencil lead, graphite salinity of the terroir comes in on the finish, giving that nuance, the sense of place and the vintage. Great rise and persistence all the way through, such drive but also lift, it doesn't let up. A stand-out wine - extremely classy and memorable. Skilled winemaking on show from Guillaume Pouthier. 5% more tannins than in 2020 which was already high. Grapes were picked at a natural alcohol of 14.2% so no chaptalisation here. 3.6pH. 45% whole bunches. Ageing in 70% new oak, 20% new foundre and 10% amphoras. 96/100

19
/20

Rene Gabriel über: Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche)

-- Rene Gabriel: Feinfruchtiges, elegantes, frisches, komplexes, fein konzentriertes Bouquet, Himbeeren, Heidelbeeren, Cassis, Zedern, Nougat, Black Currant, Tabak, fein Pflaumen. Dichtverwobener,cremiger, vielschichtiger, eleganter Gaumen mit kräftiger, frischer Frucht, viel feinem Tannin,konzentrierter, eleganter, zart cremiger Struktur, kräftiger, dichter, vielfältiger Aromatik, sehr langer,frischer, super Abgang. 19/20

94–97
/100

Parker über: Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche)

-- Parker: A brilliant and intensely individual wine, the 2021 Les Carmes Haut-Brion shows immense potential. Wafting from the glass with aromas of rich berries and plums mingled with notions of raw cocoa, loamy soil, rose petals, burnt sage and vine smoke, it's medium to full-bodied, vibrant and seamless, with a deep, dynamic core of fruit and a long, penetrating finish. Transcending the limitations of the vintage, it wouldn't surprise me were this wine ultimately to surpass the 2019 and 2020 in quality. It's a blend of 40% Cabernet Franc, 35% Cabernet Sauvignon and 25% Merlot that's maturing in 70% new oak and the rest in 15-hectoliter foudres. Tasted twice. 94-97/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Les Carmes Haut Brion (2. Tranche)

-- Gerstl: Wir kommen eben vom Nachbar La Mission Haut Brion und ich muss sagen, dass der Les Carmes Haut-Brion immer auf ähnlich hohem Niveau ist. Zumindest was das Preis-/Leistungsverhältnis anbelangt hat dieser Wein klar die Nase vorne. Das ist einmal mehr ein unwiderstehlicher Duft mit ungeheurem Tiefgang und einer solch expressiven Fruchtaromatik, dass man einfach überwältigt ist. Es ist ein bunter Mix aus roter und schwarzer Frucht in Verbindung mit sanften Kräutern und herrlichen graphitartigen Terroirnoten. Hier kommt frische saftige Frucht und vor allem die geniale Würze vom Cabernet Franc so delikat zur Geltung. Opulenz und Eleganz verschmelzen in einander und bilden eine noble Symphonie. Das ist ein wahres Gedicht diesen Wein zu probieren, da er nebst seiner feingliedrigen Ausprägung auch eine enorme Kraft und Länge in sich birgt. Nobel würzig auch im Finale mit zarten Röstaromen von Kaffee und Schokolade. Ein sehr beeindruckender Wein. 19+/20

Mein Winzer

Carmes Haut Brion

Als 1584 der Mönchsorden „Les Carmes“ begann auf den 4,5 Hektar Kiesanhöhe in Pessac Wein anzubauen, wussten die geistlichen Herren offensichtlich, was sie taten. Die Weinberge liegen direkt neben Haut Brion, besseres Terroir in der Appellation gibt es nicht. Zwischenzeitlich war das Weingut im...