Le Joyau 2021

Domaine Leandre-Chevalier

Le Joyau 2021

Holzkiste

voluminös & kräftig
tanninreich
96–97+
100
2
Cabernet Sauvignon 48%, Merlot 48%, Petit Verdot 4%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2050
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 96–97+/100
Gerstl: 19/20
6
Frankreich, Bordeaux, Cotes de Blaye
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Le Joyau 2021

96–97+
/100

Lobenberg: Der Wein wurde komplett entrappt und dann zehn bis zwölf Tag im offenen 225-Liter Barrique spontan vergoren. Die Assemblage besteht 2021 aus 48 Prozent Cabernet Sauvignon, 48 Prozent Merlot und vier Prozent Petit Verdot. 2021 gab es die Sondercuvée aus der Dichtpflanzung mit 11.000 Stöcken pro Hektar gar nicht. Sie ist Bestandteil dieses Le Joyau geworden, von dem es in 2021 aber nur 6.000 Flaschen gibt. Auch ein Teil der extremen Dichtpflanzung mir 33.000 Stöcken pro Hektar ist in diesen Wein gegangen. Es sind alles alte Reben mit superkleinen Erträgen. In der Nase viel tiefe, würzige Pflaume, Blut, rohes Fleisch, aber fein. Hagebutte und Sanddorn, dazu ganz helle Lakritze, würzige Walderdbeere und Schattenmorelle. Erdiger Unterton. In Summe hocharomatisch und fein verwoben. Mehr zur Feinheit denn zur Power gehend. Im Mund ein unglaublicher Grip. Tolle Säure, tolle Frische, die Augen ziehen sich zusammen. Aber die Tannine sind seidig, butterweich. Das Ganze wird von massiver roter Frucht gestützt. Schlehe, Schattenmorelle, rote Johannisbeere. Cranberry. Alles auf roter Frucht laufend. Darunter diese feine Lakritze, ein Hauch Milchschokolade und Heilerde. Hervorragend verwoben. Ein köstliches Leckerli, eine hochintensive Fruchtkaltschale. Langsam kommen schwarze Früchte darunter, auch feine Bitterstoffe. Ein bisschen wie Vogelbeere, dazu Holunder mit viel Schub aus der Schlehe darunter. Langanhaltend. Es bleibt aber am Ende bei dieser Fruchtkaltschale, mit dieser hohen beerigen Intensität und grandioser Feinheit. Am Ende schwingt ein bisschen saure Himbeere nach. Salz und Lakritze mit Holunder kommen nebst Sauerkirsche immer wieder hochgerollt. Der Nachhall ist erstaunlich lang. Die Fülle im Mund war erst gar nicht zu erwarten. Weich und dicht, ohne jemals fett zu sein. Die Tannine bleiben butterweich und zart. Ein hochpikanter, intensiver Wein, mit blutiger roter Frucht und seidigstem Tannin bei hoher aromatischer Intensität. Wirklich spannend. Köstlich! 96-97+/100 *** Dominique Leandre-Chevalier hat hier in Cotes de Blaye ein extrem biologisch bearbeitetes, aber nicht zertifiziertes Weingut. DLC ist aber inzwischen nachgewiesen und zertifiziert CO2-neutral. Auf Le Queyroux werden keine Traktoren eingesetzt, alles wird mit dem Pferd gepflügt. Dichtpflanzung mit 10.000 bis 33.000 Stöcken pro Hektar. Aber nicht nur Dichtbepflanzung, sondern auch sehr dicht am Boden befindliche Trauben, nur 5-6 Trauben und nur maximal 400-500g Ertrag pro Weinstock. Dieser extrem geringe Ertrag pro Weinstock bringt natürlich diese unglaubliche Dichte. Das Ganze geschieht natürlich, Dominique braucht keine grüne Lese durchführen. Das ist Ertragsbeschränkung auf ganz natürliche, biologische Art. Die Trauben werden komplett entrappt, die Beeren nicht angequetscht und dann in aufrechtstehenden, offenen Barriques vergoren. Die Fermentation läuft über mehrere Wochen, alles läuft in Handarbeit. Nach der Gärung wird ganz vorsichtig abgepresst, überwiegend nur der Free Run verwendet. Der Wein wird dann in einen großen Betontank gelegt. Dort läuft dann die restliche Fermentation ab und auch die Malo. Ein Teil der unverletzten Beeren hat intrazellulär gegoren, wir haben also viel Frucht. Nach dem Aufenthalt im Beton geht der Wein in 100 Prozent neue Barriques. Dort verbleibt er weniger als 12 Monate, zwischendurch wird die Hefe immer wieder aufgerührt. Nach zehn bis zwölf Monaten wird der Wein dann zum Absitzen ins große Holz gelegt. Er wird relativ früh gefüllt, da Dominique den starken geschmacklichen Einfluss des neuen Barriques kleinhalten möchte. *** Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.

19
/20

Gerstl über: Le Joyau

-- Gerstl: Die edle Ausstrahlung ist ein Markenzeichen der Weine von Dominique Léandre-Chevalier. Es ist schon ein grosses Vergnügen, an diesem Glas zu schnuppern, da ist unglaublich viel Tiefgang im zarten Duft. Den Weinen burgundische Feinheit zu verleihen, ist eines der wichtigsten Vorhaben von Dominique, das ist ihm mit dem Jahrgang 2021 so perfekt gelungen wie selten zuvor. Das ist ein raffinierter Gaumenschmeichler, feinste Rasse trifft auf viel zartsüsses Extrakt, das ist wohl der leichtgewichtigste Joyau, den ich kenne, aber ein aromatisches Meisterwerk und in Sachen Bekömmlichkeit kaum zu übertreffen. 19/20

Mein Winzer

Domaine Leandre-Chevalier

Dominique Leandre-Chevalier wollte ursprünglich nicht Winzer werden. Und nun ist er sogar ein Hexenmeister der Gattung. Von nur drei Hektar biodynamisch bearbeiteter Parzellen, die zum Teil mit 10.000, mit 11.000, zum Teil sogar mit 33.000 Stöcken pro Hektar bepflanzt sind, zum Teil reinsortig mit...