Chateau La Tour Blanche 1er Cru Classe (fruchtsüß) 2020

La Tour Blanche

Chateau La Tour Blanche 1er Cru Classe (fruchtsüß) 2020

99–100
100
2
Semillon 89%, Muscadelle 5,5%, Sauvignon blanc 5,5%
5
weiß, süss
13,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2079
Verpackt in: 12er OHK
9
sehr süss
exotisch & aromatisch
voll & rund
3
Lobenberg: 99–100/100
Parker: 95–97/100
Weinwisser: 95–96/100
Revue du Vin de France: 94–95/100
Gerstl: 19/20
6
Frankreich, Bordeaux, Sauternes
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau La Tour Blanche 1er Cru Classe (fruchtsüß) 2020

99–100
/100

Lobenberg: La Tour Blanche wurde bei der Klassifizierung der Sauternes Weine 1855 direkt hinter Yquem an die Spitze gestuft. Und das Gut ist auch heute noch zusammen mit Yquem der absolute Spitzenreiter der Appellation. Das liegt daran, dass Tour Blanche neben Yquem einer der wenigen Weine ist, die richtig Grip haben. La Tour Blanche hat immer die nötige Spannung, neben der wunderbaren Reife der Frucht. Und so ist für mich im Grunde heute – wo die süßen Bordeaux immer weiter zurückfallen – La Tour Blanche neben Yquem und ein bis zwei weiteren Weingütern aus Barsac, die jedoch über andere Terroirs und Kalksteinböden verfügen, das einzig verbliebene Superspannende. 2020 – diese Aromenexplosion in Weiß, genauso in Süß. Manche Weine sind dann etwas schnell abtauchend wie Lafaurie, manche Weine wie Coutet in Barsac sind grandios. So ist auch La Tour Blanche. Fast dramatisch in der Aromatik. Grüne Aprikose, weißer Pfirsich, Mango und etwas Papaya dahinter. Extrem schick, die Augen fangen fast an zu tränen ob so viel Aromenintensität, soviel geschmackvoller Nuancen. Der Mund ist deutlich strukturierter. Die hohe Aromatik ist viel stärker eingebunden in fast ein wenig Phenolik. Grandioser Geradeauslauf, viel Struktur. Superber Sauternes für ein langes Leben. Aber er braucht ein bisschen Zeit, weil er diese Aromenvielfalt der Nase im Mund noch ein bisschen hinter seiner Verschlossenheit versteckt. Trotzdem grandioser Wein und einer der besten Süßweine des Jahres. 99-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95–97
/100

Parker über: Chateau La Tour Blanche 1er Cru Classe (fruchtsüß)

-- Parker: Pale gold in color, the 2020 la Tour Blanche opens with nutty notions of praline and toasted almonds, giving way to a core of peach cobbler, pineapple tart and baked apples, plus spicy wafts of candied ginger and nutmeg. The palate is incredibly concentrated and hedonic, its richness beautifully offset by a wicked backbone of freshness, delivering layer upon layer of nuts, stone fruits and spices, finishing with epic length and impressive lift. Wow! 95-97/100

95–96
/100

Weinwisser über: Chateau La Tour Blanche 1er Cru Classe (fruchtsüß)

-- Weinwisser: Leuchtendes Goldgelb mit lindgrünen Reflexen. Intensives Bouquet mit kandierter Mandarine, Orangenöl und Birnensaft, dahinter am sirupartigen Gaumen mit öliger Textur, dichtmit unterlegter Rasse. Im aromatischen langen Finale eine Explosion mit englischer Orangenkonfitüre, Safran und Akazienhonig. Kann noch zulegen! 95-96/100

94–95
/100

Revue du Vin de France über: Chateau La Tour Blanche 1er Cru Classe (fruchtsüß)

-- Revue du Vin de France: Intensely aromatic with an impression of fresh muscat grape berries on the nose. The fruit is dusted with light hints of oak. This has all the natural richness of the Bommes sub-region yet manages to remain airy on the palate. Tender, spherical in its profile, it just lacks that bit of backbone but the freshness of its fruit gives it good balance. Let it develop gradually. 94-95/100

19
/20

Gerstl über: Chateau La Tour Blanche 1er Cru Classe (fruchtsüß)

-- Gerstl: Wunderbar feiner, klarer Duft, edle, sehr saubere Botrytis, in die zarte Frucht mischen sich betörende Noten von grünem Tee, Honig, Karamell, ein Hauch Vanille, das ist immens komplex, ein Traum. Reicher, konzentrierter und doch wunderbar schlanker, eleganter Gaumen, der ist wie immer ganz auf Eleganz gebaut, saftig, rassig, von reizvoller Säurestruktur getragen, der wirkt richtig verspielt, hat etwas verblüffend faszinierendes an sich, eine ungaubliche Fülle an raffinierten Aromen, ein Genie von Wein. 19/20

Mein Winzer

La Tour Blanche

La Tour Blanche wurde bei der Klassifizierung der Sauternes-Weine 1855 an der Spitze mit Chateau d'Yquem eingestuft. Seit 1910 wird es vom französischen Landwirtschaftsministerium betrieben und brachte bis Ende der 80er Jahre eher mittelmäßige Weine hervor.