de Millery

Chateau de Millery Grand Cru 2016

strukturiert
saftig
seidig & aromatisch
96–97+
100
2
Cabernet Franc 50%, Merlot 50%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2048
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 96–97+/100
Galloni: 96/100
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau de Millery Grand Cru 2016

96–97+
/100

Lobenberg: Noch bevor Thierry Manoncourt 1947 das berühmte Familienweingut Figeac übernahm, kaufte er 1942 von seinem Sold als Unteroffizier das Weingut Millery. Chateau de Millery ist ein kleines 1 Hektar großes Weingut, von dem die große Öffentlichkeit bisher nur wenig Notiz nahm. Es liegt drei Kilometer von Saint-Emilion entfernt in der Gemeinde Saint-Christophe-des-Bardes, in der heute der Großteil der sogenannten Geheimtips Saint Emilions liegen, von Tour Saint Christophe bis Sansonnet und Soutard. Nur ein einziger Hektar mit hervorragendem Lehmkalkstein, bepflanzt zu gleichen Teilen mit Merlot und Cabernet Franc. Vergoren wird in Beton und Edelstahl, Ausbau in Barrique zu 90% in gebrauchten und 10% in neuen Fässern. Heute wird es von Frederic Faye geleitet, der auch zugleich Direktor von Chateau Figeac ist. Nur knapp 4500 Flaschen gibt es pro Jahrgang. Und somit wurde der Wein im Prinzip nur familienintern vergeben. Das änderte sich, als Antonio Galloni den 2016er zu probieren bekam. Auf Anhieb vergab er sensationelle 96 Punkte. Seitdem nehmen immer mehr Weinliebhaber von diesem Kleinod Notiz und sind auf der Suche nach diesem „kleinen Figeac“Seit einiger Zeit – sicherlich auch durch die tolle Bewertung beflügelt – widmet man sich deutlich mehr diesem ehemaligen Familienwein. Bei diesem Weingut treffen also ein absolutes Spitzenteam und Geheimtipp aufeinander. 50% Merlot und 50% Cabernet Franc. Das spürt man auch sofort. Schon die Nase ist unfassbar dicht und komplex. Wahnsinnig rund von der Merlot geprägt mit dieser feinen, schwarzkirschigen Offensive, die mit dunklen Beeren angereichert ist. Auf der anderen Seite schon eine enorme Frische ausstrahlend. Da ist wilde Himbeere der Cabernet Franc im Anmarsch. Alles untermalt von einer tollen Krautwürze. Am Gaumen kommt kaum zu erahnende Frische auf einen zu. Himbeere, Kirsche, Brombeere, schwarze Johannisbeere. Alles ist frisch, das Tannin stark, aber blankpoliert. Nichts Grünes, nichts Unreifes. Volle Frucht mit wahnsinniger Finesse. Changiert zwischen feiner Delikatesse und - ob der Schönheit – feinfruchtiger Trinkigkeit. Das Ganze endet in einem wunderschönen, langgezogenen Finale mit einer feinen und immer wieder hochrollenden Salzspur. Dazu noch mal Kirsche, Himbeere und Hagebutte und Kakaonoten. Wird nie anstrengend, ist immer ein großer Trinkspaß mit deutlichem Tiefgang und Charakter. Eine Kreuzung des kirschfruchtig rotfruchtigen Figeac und einem Hauch schwarzkirschigen Pomerols und satter Lakritze, das wird auch erklärlich, das Terroir grenzt an Pomerol. Berauschend schön und superb strukturiert. 96-97+/100

96
/100

Galloni über: Chateau de Millery Grand Cru

-- Galloni: The 2016 Millery is one of the most rapturously beautiful, seductive wines I tasted during my December trip to Bordeaux. Thierry Manoncourt, the late owner of Figeac, purchased this small property in 1942, when he was in the French Army. The tiny vineyard spans less than one hectare and is planted to 95% Merlot and 5% Cabernet Franc. For decades, Millery remained more of a small family property, its wine destined for personal consumption, rather than a commercial venture. There are just about 4,000 bottles made each year, and most of it disappears very quickly. A wine of pure and total finesse, Millery is simply exquisite. The dark red fruit, floral, licorice and spice notes show the delineation of a pencil sketch in their fine lines and precision. Figeac Technical Director Frédéric Faye made the 2016 with input from consulting winemaker Thomas Duclos, who has helped Canon, Troplong Mondot and other estates make huge strides in quality in recent years. Most importantly, though, the 2016 is flat out delicious. Run, don't walk. And you heard it here first.... 96/100