Clos Saint Julien

Chateau Clos Saint Julien Grand Cru 2018

voluminös & kräftig
tanninreich
97–100
100
2
Cabernet Franc 65%, Merlot 35%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2057
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 97–100/100
Pirmin Bilger: 20/20
Gerstl: 20/20
Gabriel: 19/20
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Clos Saint Julien Grand Cru 2018

97–100
/100

Lobenberg: Dieses nur 1,2 Hektar große biodynamische Weingut im Herzen von Saint-Emilion steht auf reinem Kalksteinfels und befindet sich am Eingangskreisel des Ortes, es gehört Cathérine Papon-Nouvel. Die Reben sind fast 85 Jahre alt, es werden weniger als 5.000 Flaschen produziert. Der Wein ist biologisch zertifiziert. 1,2 Hektar befinden sich zu 100% auf Kalkstein, reiner, leicht poröser Fels, und darunter liegen die Höhlen, die in die Stadt führen. Reiner Fels mit einer leichten Sand-, Lehm- und Kiesauflage. Dieses Terroir ist extrem, ein Terroir, das es in dieser Art nur noch auf Clos Fourtet und Clos Saint Martin gibt. Hier wird komplett entrappt und nach der spontanen Vergärung im Holz bis zu 22 Monate im zum Teil gebrauchten, aber überwiegend neuem Holz ausgebaut. Erstmalig ab 2016 wird hier die auf Ausone kreierte Methode der Beerensortierung im gezuckerten Wasserbad praktiziert. Das heißt, es wird vorher komplett entrappt. Oft sogar händisch, um komplett alles sauber zu haben. Dann fallen diese Beeren nach einer optischen, händischen Sortierung über ein Band in ein mit Zuckerwasser gefülltes Bad. Die Wasser-/Zuckerkonzentration entspricht dabei genau dem Saft reifer Beeren. Mit dem Ergebnis, dass nur die reifen Beeren, die man optisch von den etwas Unreiferen nicht unterscheiden kann, in diesem Wasserbad heruntersacken. Die mit etwas weniger Zuckerkonzentration ausgestatteten Beeren schwimmen in dem Wasserbad folgerichtig dann oben und werden abgeschöpft. Zum Teil wird der Ausschuss im Zweitwein verwendet, auf jeden Fall kommt es nicht mit in die Fermentation des Erstweines. Das Beste wird dann kurz mit Klarwasser gereinigt, und dann nach der Abtrocknung fermentiert. Das Ergebnis ist 100% reif und 100% clean. Nur perfektes Material kommt in die spontane Fermentation. Auf Grund leichter Mehltau-Ausfälle des Merlot haben wir hier eine Cabernet Franc-lastige Assemblage von 65% und 35% Merlot. Eine Cépage, die im Grunde die Qualität anhebt, normalerweise ist das ein 50/50 Blend. Uralte Reben auf reinem Kalkstein stehend, also ein eher basischer Boden, folglich haben wir eine etwas höhere Säure als beim Petit Gravet der gleichen Besitzerin. Aber trotzdem auch hier ein doch relativ hoher pH-Wert von 3,7. Enorm duftige, drückende, schiebende Nase mit ganz viel schwarzer Frucht, aber feiner schwarze Frucht. Schwarze Kirsche, Maulbeere, dann ein bisschen Mango, leicht gemüsige Süße von eingelegter Aubergine. Das Ganze schwimmt in einer rotfruchtigen, mit Nougat beladenen Soße. Das passt gut, das hat ungewöhnlich viel Charme und gleichzeitig eine hohe aromatische Dichte. Geeignet den Genießer zu verzücken ob dieser hohen Fruchtintensität. Im Mund geht es dann noch dichter, noch intensiver weiter mit reichen, fast gekochten Früchten, schwarze Kirsche, Backpflaume, Dörrobst mit hoher Intensität an süßlicher, roter Sauerkirsche, fast Barbera-artige Intensität im Süße-Säure-Spiel. Sehr pikant, ein hoher Oszillograph, alle Sinne berührend, ein grandioses Feuerwerk der Aromatik, allerdings nur mit moderater Säure und einer nie vordergründigen Frische. Wir bleiben hier eher im extrem hohen Charmefaktor und dichten Komplexität haften denn zu einem Meisterwerk der Eleganz zu kommen. Und dennoch schafft diese Pikanz mit dem Spiel zwischen der Fruchtsäure und der Fruchtsüße den Ausgleich. Der Wein ist extrem lecker, besetzt alle Sinne, mag sich gar nicht wieder lösen, der Wein hallt für Minuten nach. Er will überhaupt nicht mit dem ultra-feinen Finessewunder 2016 konkurrieren, sondern er reiht sich ein in die großen, leicht monströsen Weine, die es in diesem Jahrgang durchaus gibt. Zeigt brutal hohe Intensität, alle Regler auf rechts, das macht große Freude und der Wein muss kühl getrunken werden, um einen nicht zu überwältigen. Aber es ist schon ganz sicher ein kleines Monster der Intensität und einer der Topwerte der Appellation. 97-100/100

20
/20

Pirmin Bilger über: Chateau Clos Saint Julien Grand Cru

-- Pirmin Bilger: 65% Cabernet Franc und 35% Merlot. Der Clos St. Julien zeigt von Beginn an seine ganz grosse Klasse. Er hat eine Art zusätzliche Dimension in Sachen Komplexität. Bei jedem Hinschuppern zeigt er neue Facetten und zusätzliche Aromen. Ein sagenhaft tiefgründiges, raffiniertes und intensives Bouquet. Glücksgefühle kommen hoch. Dieser Wein zeigt sich auf der einen Seite einfach und enorm zugänglich, auf der andern Seite aber alle Sinne einnehmend und äusserst vielseitig. Man kann es kaum erwarten den ersten Schluck zu geniessen, derart verführerisch geht er in die Offensive. Dann ist es endlich soweit und was sich am Gaumen abspielt ist schwer in Wort zu fassen. Da wird man von dieser Fruchtwelle förmlich überrollt und man was im ersten Moment gar nicht was um einen geschieht. Tausend Eindrücke prasseln auf einem nieder. Ich fasse mich einen Moment und versuche das Geschehene einzuordnen. Ein Gefühl als hätte ich den Sommer 2018 mit seiner ganzen Kraft im Mund. Geballte schwarze und dazu etwas zarte rote Frucht, werden von einer guten Säure getragen und von imposanten Extraktsüsse unterstützt. Edelste Kakaonoten drücken die noblen Röstaromen aus, welche durch die cremig feinen Gerbstoffe wie eine Edelschokolade daherkommen. Da tänzeln ganz am Schluss noch zarte Kräuternuancen umher und bilden den Schluss des grossen und langen Finale. Was soll ich sagen - ich bin nicht einfach nur begeistert - ich bin überwältigt. 20/20

20
/20

Gerstl über: Chateau Clos Saint Julien Grand Cru

-- Gerstl: Edler kann ein Wein nicht duften, alle Komponenten zeigen sich irre fein und elegant, das ist ein Parfüm, welches in dieser Fülle und Komplexität nur die Natur erschaffen kann, einmal die Nase an dieses Glas zu halten ist schon ein himmlisches Vergnügen. Auf Grund des Duftes muss das einer der grössten Clos St. Julien sein, die ich kenne, davon zeugt auch die Gänsehaut, die meinen ganzen Körper überzieht. Bestätigung am Gaumen, raffinierter kann ein Wein nicht sein, ein Gaumenfluss wie Samt und Seide, frische Frucht ohne Ende, eine Extraksüsse, die mir den Verstand raubt, eine Aromenfülle, die man mit Worten nicht beschreiben kann und das Ganze schwebt mit einer Leichtigkeit über den Gaumen, die sprichwörtlich ist. Ich habe Tränen in den Augen, komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, der Wein berührt mich zutiefst, das ist reiner Nektar, hochkonzentriert aber superschlank, fein, ja filigran, ein echtes Meisterwerk im Zusammenspiel von Natur und leidenschaftlicher Winzerin. 20/20

19
/20

Gabriel über: Chateau Clos Saint Julien Grand Cru

-- Gabriel: Fein konzentriertes, komplexes, frisches Bouquet, Erdbeergelee, Heidelbeeren, Zedern, Korinthen, Schiefer. Dichtverwobener, vielschichtiger, eleganter Gaumen mit frischer Frucht, viel feinem Tannin, cremiger, fein muskulöser Struktur, vielfältiger, süsser Aromatik, sehr langer, dichter Abgang mit vielen Rückaromen. 19/20

Mein Winzer

Clos Saint Julien

Mit 24 Jahren schloss Cathérine Papon-Nouvel Ihr Önologiestudium mit Diplom ab und war damit Saint Emilions jüngste Winzerin mit Starpotenzial. […]