Chateau Clos de la Vieille Eglise 2021

Clos de la Vieille Eglise

Chateau Clos de la Vieille Eglise 2021

97–98+
100
2
Merlot 70%, Cabernet Franc 30%
5
rot, trocken
Trinkreife: 2028–2050
Verpackt in: 3er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 97–98+/100
Gerstl: 19/20
6
Frankreich, Bordeaux, Pomerol
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Clos de la Vieille Eglise 2021

97–98+
/100

Lobenberg: Feine, sanfte Schwarzkirsch-Nase, leichte Sandelholznote darunter. Feine Rotfruchtaromatik im Mund. Wunderbar verwoben, ein toller Geradeauslauf. Sehr schick, sehr stimmig! Fein, lang, schwarz und reich. Das ist Pomerol aus dem Herzen der Region wie er sein muss. Ein einziger Weinvberg mit Eglise Clinet, gleiches Terroir und Rebalter. Auch wenn 2019 und 2020 ganz sicher ein Kick darüber waren ist 21 ein echter Burner. Aber auch ein in sich sehr stimmiger Wein mit sensationeller Harmonie. Ein Clos de La Vieille Eglise – aus dem Herzen von Eglise Clinet und Pomerols – zu einem sehr fairen Preis. Wunderschöner, stimmiger, balancierter Pomerol mit nur knapp über 13 Alkohol, hoher floraler Aromatik aus purer schwarzer Kirsche mit Rose und Veilchen und mit wahnsinnigem Sex-Appeal. Großer und archetypischer Pomerol für relativ kleines Geld. 97-98+/100 Ganze 1,5 Hektar umfassen die Weinberge von Clos de la Vieille Eglise, die inmitten der Rebflächen von Eglise Clinet liegen. Die Familie von Jean-Louis Trocard, in Person des Sohns Benoit, bewirtschaftet die Flächen organisch und händisch in reinster Form. Seit der finalen Eigentumskonzentration auf nur noch einen Familienzweig der Trocards im Jahr 2005 werden hier auf Pomerols bestem Terroir seit einigen Jahren sensationelle Ergebnisse erzielt. Neben den berühmten Namen Pétrus, Lafleur, Le Pin, Vieux Château Certan und Trotanoy wahrscheinlich die kostbarsten Weinberge auf dem Plateau Pomerols. 70 Jahre alten Reben, 70% Merlot und zu 30% Cabernet-Franc, ergeben jedes Jahr nur 6.000 Flaschen. Die Vergärung findet spontan im Beton statt, der Ausbau zur Hälfte in neuen Barriques, zur Hälfte in gebrauchten. Wir haben hier einen recht lehmigen Boden, weißer Lehm auf Kreide und Kalkstein. Wie in den meisten Regionen Europas lautet der Tenor auch in Bordeaux »2021 - zurück zur Klassik!«. Nach mehreren warmen Jahren in Folge kommt 2021 hier mit genialer kühler Eleganz und niedrigen Alkoholwerten um die Ecke. Sehr schick, fein, dabei aber auch so spannungsgeladen – ein absolutes Traumjahr für Finesse-Trinker. Die Weine zeigen viel aromatischen Fruchtdruck bei wirklich reifer Tanninstruktur durch die längere Vegetationsperiode. Ein großes Aufatmen unter allen Winzern, denn das Ergebnis ist quasi die Entschädigung für die harte Arbeit im Weinberg, die die Natur von Anfang bis Ende des Jahres von allen Beteiligten abverlangt hat. Hohe Niederschläge zu Beginn des Jahres, was gleichzeitig aber auch ein Segen für die trockenen Böden war. Dann nochmal ein Temperaturtief im April, schon nach dem Austrieb. Das Bordelais hat es aber nicht ganz so hart getroffen, die Frostschäden waren hier im Mittel nicht so verheerend wie in anderen Teilen Frankreichs, deshalb sind die Erträge insgesamt doch noch zufriedenstellend. Der Merlot ist außerordentlich edel, mit bemerkenswert konzentrierter Frucht, während der Cabernet unglaublich intensiv und frisch ist, was dem Jahrgang große Eleganz verleiht. Vielleicht in einer Reihe mit 2008, 2012 und 2014 mit seinen jung schon so verführerisch zugänglichen Weinen, die aber auch noch eine lange Zukunft vor sich haben.

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

19
/20

Gerstl über: Chateau Clos de la Vieille Eglise

-- Gerstl: Eine derartige Firsche habe ich im Clos de la Vieille Eglise noch nie erlebt. Mir gefällt dies äusserst gut, dadurch die intensive Aromatik eine verführerische Leichtigkeit bekommt. Sehr komplex im Bouquet mit schwarzer Kirsche, Brombeere, Cassis, Johannisbeere und etwas Himbeere. Tiefgründige Frische und noble Kräuter geben dem Wein eine herrliche Komplexität und machen ihn zur echten Delikatesse. Auch am Gaumen vermag die Säure der fruchtigen Wucht zu trotzen und gibt dem Weine eine delikate und trinkfreudige Balance. Die Tannine sind im Moment noch etwas stärker präsent - jedoch von excellenter Qualität - aber in ein paar Jahren wird der Wein ein schöner harmonischer Trinkfluss haben. Würzige, zart pfeffriges Finale mit einem Hauch von Röstaromen. Gehört sicherlich zur Spitze aus Pomerol. 19/20

Mein Winzer

Clos de la Vieille Eglise

200 Jahre ist es nun her, dass es das Weingut Clos l’Eglise-Clinet gab. Durch Vererbungen und Familienaufteilungen entstanden zu der Zeit die drei Weingüter Eglise Clinet, Clos l’Eglise und das winzige Clos de la Vieille Eglise. Ganze 1,5 Hektar umfassen die Weinberge, die inmitten der Rebflächen...