Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A 2020

Cheval Blanc

Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A 2020

100+
100
2
Merlot 65%, Cabernet Franc 30%, Cabernet Sauvignon 5%
5
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2027–2079
Verpackt in: 3er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 100+/100
Decanter: 98–100/100
Yohan Castaing: 98–100/100
Jane Anson: 98–100/100
Revue du Vin de France: 98–99/100
Gerstl: 20+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A 2020

100+
/100

Lobenberg: Die Besonderheit von Chateau Cheval Blanc ist die Lage, das Terroir. Wie das auch beim Nachbarn Jean Faure genauso zum Ausdruck kommt. Wir haben einen Untergrund komplett aus Lehm. Darüber ein sehr hoher Kies-/Sandanteil. Aber 60% ist Lehm, 40% Kies und Sand. Kies und Sand macht die Feinheit aus. Der Lehm hält das Wasser. In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es zwei Wochen lang trocken, direkt danach gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings kein einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. Der 2020er Cheval Blanc besteht aus 65 Prozent Merlot, 30 Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Cabernet Sauvignon. Das Château hatte 2020 fast eine normale Ernte, nur zehn Prozent Verlust durch Trockenheit und etwas Mehltau. Aber im Großen und Ganzen ist dieses biologisch bearbeitete Weingut sehr gut durch den Sommer gekommen. Die Wasserversorgung durch das feuchte Frühjahr war genial, die Lehmböden haben das Wasser perfekt gespeichert. Auf mittlere Distanz wird die Cabernet Franc 60 Prozent der Cuvée ausmachen, die Merlot nur noch 40 Prozent. Die Cabernet Franc, die in den letzten zehn Jahren gepflanzt wurde, ist momentan noch zu jung und geht deshalb in den Petit Cheval. In zehn Jahren wird sich das Ganze drehen, Merlot wird in der Minderheit sein. Die Nase des fast schwarzen Weins ist unendlich fein und verdammt reif. Nicht überreif, nicht gekocht. Einfach nur sanfte schwarze Kirsche, hochreif. Feine Süße, satte Veilchennote darüber. Etwas Rosenblätter, unglaublich fein. Obwohl es eine ganz andere Cuvée ist, erinnert mich die Nase doch sehr an Le Pin. Auch hier diese tolle Reife, dieses Delikate, zum Reinspringen schön. Wow, der Mund kommt dann mit Weichheit und Finesse. Aber auch mit hochintensiver Frische und satter Mineralität. Salz hintenraus. Auch rote Frucht, Schlehe und Schattenmorelle. Süße rote Kirsche neben der Schwarzkirsche. Auch wieder diese Blumigkeit. Mittlerer Körper, sehr weich, sehr reich, sehr hedonistisch. Unglaublich lecker. Ein Zechwein der allerobersten Güte. So schick, so lang und so extrem harmonisch. Die Reife der massiven Tannine ist famos, da tut gar nichts weh. Man merkt die Intensität, aber alles ist seidig, samtig und aromatisch-intensiv. 2020 ist kein Jahr, bei dem man – speziell am rechten Ufer – sagen muss: das wird was. 2020 ist bei den besten Châteaus am rechten Ufer ein Wein, der schon IST, der schon vom Fass genial schmeckt. Zum Reinspringen schön. Einfach geniale hedonistische Leckerlis, Zechweine der obersten Güte, die einen zum Nachdenken bringen. Burgundisch fein, mit so polierten Tanninen und der hohen Reife dazu. Geniale Trinkweine. Ja vielleicht ist das das Beste, das einem Wein passieren kann: dass man ihn zum Reinspringen schön findet und ihn trotzdem im Gedächtnis behält, weil er so viele einzigartige Merkmale hat und in keiner Phase seines Lebens anstrengend ist. 100+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

98–100
/100

Decanter über: Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A

-- Decanter: Spice, anis, rosemary, blackcurrant leaf, redcurrants, mint, peonies, the full array of aromatics are on display here, and there is an enveloping aspect to the fruit once you get to the body of the wine. The tannins are compact and powerful but they are wrapped in plump raspberry and blackberry brambled fruits. The wine feels full of life, with acidity that pulls the palate forward from the first moment, before austerity kicks in on the finish and closes things in, suggesting an extremely long life ahead. Hard to argue with this. Could go up after tasting in bottle, a potential 100 points. 98-100/100

98–100
/100

Yohan Castaing über: Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A

-- Yohan Castaing: Sehr Cabernet Franc, das Bouquet zeigt Noten von Veilchen, Gewürzen, Lakritze und Iris mit einem Hauch von schwarzen Früchten 'al dente'. Es ist jedoch keine sehr charmante Nase. Letzteres drückt sich in Komplexität und aromatischer Qualität aus. Am Gaumen sind die strukturierenden Tannine einfach großartig ziseliert für einen sehr präzisen, reinen und kristallinen Gaumen mit einer sehr feinen Körnung. Sehr gute Säure in der Frische für eine Kraft, die sich in der Länge ausdrückt. Eine sehr feine Flasche Cheval Blanc, die Geschichte schreiben wird. Sehr nah an seinem Terroir, muss dieser Wein lange gelagert werden, auch wenn er in den nächsten Jahren genossen werden kann. Eine ganz andere Ästhetik als in den letzten Jahren, aber eine der bemerkenswertesten und sehr nah an seinem Jahrgang. Sehr eigenartig. Hervorragend. 98-100/100

98–100
/100

Jane Anson über: Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A

-- Jane Anson: Retasting this in June, so just a few months after my initial En Primeur tasting, and once again the ovreall feeling is that this is a nuanced, concentrated and briliant wine at the top level of what we find from Cheval Blanc. Long-limbed and holding on tight, this is layered with fennel, cassis, raspberry, mint leaf, violets and peonies. Plenty of tannins, as you would expect from such a dry year, but they are full of life, with acidity that pulls the palate forward from the first moment. 71% of overall production. The driest year at Cheval Blanc for 50 years. A potential 100 points when tasted in bottle in 2022. 98-100/100

98–99
/100

Revue du Vin de France über: Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A

-- Revue du Vin de France: Blending from 31 different plots, old Cabernet Franc vines, blue clay and gravel in the soil, all of these contributes to the greatness of this wine. The nose, which shows the floral accent so characteristic of this vintage, is incredibly precise and the fruit on the palate is as sappy as it is fresh. All of this culminates in a finish which evokes the crisply liquorice freshness of the previous vintage and which caps a wine of exceptional depth. 98-99/100

20+
/20

Gerstl über: Chateau Cheval Blanc 1er Gr.Cr.Cl.A

-- Gerstl: Der Duft kann und will seine Verwandtschaft mit dem Petit-Cheval nicht verbergen. Aber hier ist einfach von Allem noch etwas mehr, auch wenn es sich teilweise fast etwas im Verborgenen abspielt, aber es ist schon alles da was man sich nur wünschen könnte. Mit diesem Wein am Gaumen geht mir ein Licht auf, 2020 ist in der Tat ganz anders als 18 und 19, mit letzteren gemeinsam hat er die sagenhafte Trinkfreudigkeit, den Hochgenuss, den perfekt reife Weine auch ganz jung schon bieten, aber was die beiden Vorjahrgänge nicht nicht im gleichen Masse hatten ist eine gewisse Strenge im Mittelbau, die grossen 2020er sind nicht nur Liebkinder, sie haben – im sehr positiven Sinne – auch viel Klassik in sich. Das will heissen, es ist nicht alles einfach nur gedankenloser Trinkspass, die 2020er sind auch intellektuelle Weine, um all ihre Qualitäten zu erfassen, muss man sie mit der nötigen Aufmerksamkeit verkosten. Das hier ist ein emotional zutiefst berührendes Weinunikat, das wir ohne Zweifel eine ganz grosse Cheval Legende, etwas vom Vollendesten, was hier je gewachen ist. 20+/20

Mein Winzer

Cheval Blanc

Was lässt sich über das 1er Grand Cru Classe Cheval Blanc sagen, das nicht bereits alle (Wein-)Welt wüsste? Cheval Blanc ist eines der Weingüter an der absoluten Spitze im Bordeaux, die Weine sind körperreich, üppig, reif, sehr geschliffen und elegant, außergewöhnlich und schlicht begeisternd.