Carmenere

Chateau Carmenere 2020

voluminös & kräftig
tanninreich
97–98
100
2
Cabernet Sauvignon 56%, Merlot 28%, Carmenere 16%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2049
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 97–98/100
Gerstl: 19+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Carmenere 2020

97–98
/100

Lobenberg: Das junge Ehepaar Barraud arbeitet auch bei anderen Weingütern. Richard ist Weinbergsmanager von Château Haut Batailley in Pauillac. Die beiden Enthusiasten haben ihre 3,5 Hektar Rebberge im Médoc, nördlich von Pauillac, erst 2006 in Betrieb genommen. Château Carmenere, im obersten Bereich des Médoc gelegen, ist in zwischen seit einigen Jahren im Besitz einer optischen Nachsortier-Maschine, die im obersten Qualitätsbereich im Bordelais schon lange bekannt ist. Lasergesteuert, mit Luftschuss-Aussortierung. Diese gebrauchte Maschine kommt von Ducru-Beaucaillou, dort hat man sich neuere Technik gekauft. Das führt zusätzlich zur händischen Auslese zu weiteren 10 Prozent Ausschuss nicht vollreifer Beeren. Die Perfektion schreitet bei Richard immer weiter voran. Er ist im Grunde ein ähnlicher Extremist wie Stephane Dief auf Château Clos Manou. Extreme Weinbergsarbeit in Verbindung mit einer extremen Handauslese mit nachträglicher optischer Auslese. Einer der absoluten Superstars und trotzdem völlig unbekannt. Das Weingut arbeitet im Keller und im Weinberg voll biologisch. Beraten wird es vom besten Önologen des ganzen Médoc, Eric Boissenot, der auch alle Premier Crus berät und betreut. In der Assemblage ist auch immer ein Anteil Carménère enthalten, eine Rebsorte, die diesem Weingut seinen Namen gibt. Sie bringt eine ungeahnte Würze und Authentizität mit sich. Die Weine aus der Rebsorte sind speziell, spezifisch und ausdrucksstark, insgesamt bei den Winzern jedoch nicht so beliebt, da Ertrag und Beeren sehr klein sind. Carménère ist tanninreich und vor allem ausdrucksstark. Die Qualitätsfetischisten stehen auf die Rebsorte. Carmenere 2020 fällt definitiv anders aus als 2019, weil 2020 trotz der hohen Reife noch einmal ein bisschen runder ist, vielleicht polierter und harmonischer. Nicht aufregender, auf keinen Fall besser, aber die Harmonie und die Ausgeglichenheit in der Nase sind schon famos. Lakritze mit Sahne und Schokolade, darunter ein bisschen Schattenmorelle und süße Maulbeere, sehr fein verwoben. Duftig, berauschend schön. Im Mund sind wir dann aber doch zurück in der Klassik, zurück auf den Pfaden von 2019. Hohe Reife und rassige Frische. Sehr intensiv. Das würde man in einer Blindprobe nie für einen einfachen Médoc halten. Das ist schon fast großes Kino und kann durchaus im Mittelfeld von Saint-Estèphe oder aufgrund seiner Stilistik auch von Saint-Julien mithalten. Wunderschöne Schattenmorelle, aber auch süße Cassis, süße Lakritze. Reiche dunkle Schokolade ohne Bitterstoffe. Das Ganze zu großer Harmonie sich aufbauend. Tolle Balance, hohe aromatische Intensität und Länge. Das Ganze endet in steiniger Mineralität und löst sich erst nach zwei Minuten langsam in Wohlgefallen auf, weil die Aromatik so schön ist. Es ist einfach ein hedonistisches Leckerli. Wunderbarer Carmenere. Jedenfalls sehr nah dran an 2019 – gleiche Liga. 97-98/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Carmenere

-- Gerstl: 56% Cabernet-sauvignon, 28% Merlot, 16% Carménère. 13% Alkohol. Die Ernte fand vom 23. September bis zum 2. Oktober statt. Ausbau während 24 Monaten in 50% neuen und 50% einjährigen Barriques. Die Reben haben inzwischen ein Alter von 35 Jahren.Die sandig-kiesigen Böden und vor allem der tonig-kalkige Untergrund machten diesen sehr trockenen Jahrgang zur Stärke von Carmènere. Dadruch haben die Reben die Reifung nicht blockiert. Man bekommt Gänsehaut, wenn man an diesem Wein riecht. Er strahlt sehr viel Kraft und Tiefe aus, welche er einerseits durch die perfekte Reife und anderer seits seine magische Aromatik hat. Im ersten Moment zeigt sich sehr viel dunkle und zart würzige Cabernet Frucht - sehr viel Kirsche, Brombeere, etwas Holunder und Cassis. Auch ein Hauch von rotbeerigen Nuancen kann man im Hintergrund erkennen. Der Wein zeigt sehr viel Charakter und Terroiraromatik geprägt von erdigen Noten und einem Hauch von Trüffel. Etwas Tabak und blumige Aromen. Der Gaumen wird von einem dichten und sehr fülligen Wein verwöhnt, welcher mit einer guten Struktur ausgestattet ist. Durch die geniale Säure wirkt er genüsslich saftig und auch frisch, was als Gegenpol zur kraftvollen schwarzen Frucht die perfekte Balance gibt. Unglaublich zarte und cremig feine Tannine verschaffen dem Carmènere diese Cremigkeit. Mit dem Abgang kommen immer mehr Kräuter und Terroiraromen zum Vorschein. Zart salzig und mineralisch in einem langen Finale. Nach den grandiosen Jahrgängen 2018 und 2019 kompletiert der 2020er die grandiose Trilogie. Pirmin Bilger 19+/20

Mein Winzer

Carmenere

Das Weingut Carmenere gehört der Familie Richard Barraud. Die Weinbergs- und Kellerberatung erfolgt durch niemanden geringeren als den befreundeten Erich Boissenot, der berühmte 1er-Cru-Beraters aus dem Medoc. Das Ehepaar Barraud arbeitet auch bei anderen Weingütern, Richard ist der Weinbergsmanager...