Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe 2020

Bellefont Belcier

Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe 2020

98–100
100
2
Merlot 70%, Cabernet Franc 25%, Cabernet Sauvignon 5%
5
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2064
Verpackt in: 6er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
3
Lobenberg: 98–100/100
Suckling: 96–97/100
Yohan Castaing: 95–96+/100
Wine Cellar Insider: 94–96/100
Gerstl: 19+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe 2020

98–100
/100

Lobenberg: Château Bellefont-Belcier liegt an den Hängen des Kalksteinplateaus, an der sogenannten Côte Pavie. Es ist der übernächste Nachbar von Château Pavie, zu anderen Seite liegt Larcisse Ducasse. Reiner Kalkstein mit leichter Lehm-Sand-Auflage an den Südhängen Saint-Émilions. Die 13,5 Hektar von Bellefont-Belcier liegen auf allerbestem Terroir in Amphitheater-Form. Die Pflanzdichte liegt bei 7.000 Stöcke pro Hektar und bewegt sich Jahr für Jahr weiter in Richtung 10.000, damit der Stockertrag unter 500 Gramm liegt. Alles im Weinberg geschieht in Handarbeit, die Exposition ist komplett südlich. Der weitere Nachbar zur anderen Seite ist dann Tertre Roteboeuf. Das Terroir ist also allererste Sahne. Purer Kalkstein eben. Die Vergärung erfolgt hier bei 25 bis 27 Grad temperaturkontrolliert und spontan. Die Vinifikation findet im Betontank und im aufrechtstehenden Barrique statt. Also eine Mischung aus Mikro-Vinifikation und klassischer Vinifikation. Die Weine werden im Barrique ausgebaut, 30 Prozent neue Fässer. Schwefel sieht der Wein erst kurz vor der Füllung, es gibt insgesamt rund 50.000 Flaschen. Der Alkoholgehalt liegt bei 14,5 Volumenprozent. Die Rebsortenzusammensetzung ist 70 Prozent Merlot, 25 Prozent Cabernet Franc und fünf Prozent Cabernet Sauvignon. In 2020 wurden 37 Hektoliter pro Hektar gelesen. Seit einigen Jahren kabbeln sich die beiden Topweingüter Saint-Émilions von Besitzer Peter Kwok, Bellefont-Belcier und Tour Saint Christophe, um die qualitative Krone. Beides reine Kalkstein-Terroirs. Tour Saint Christophe einige Meter höher auf reinem Kalkstein in Terrassen gelegen. Bellefont-Belcier dagegen an der Côte Pavie, auch auf reinem Kalkstein, aber als Amphitheater. Beide in Dichtpflanzung, beide mit winzigen Erträgen von unter einem halben Kilo pro Stock. Vier Wochen sind zwischen meiner ersten Verkostung des Weins und der zweiten Verkostung in Bordeaux auf dem Château vergangen. Vier Wochen können Welten bedeuten. Vor vier Wochen war Tour Saint Christophe der stärkere Wein von beiden. Heute hat Bellefont-Belcier deutlich nachgelegt. Er erinnert mich stark an den Enclos Tourmaline aus Pomerol – ebenfalls ein Château der Kwok-Gruppe. Bellefont-Belcier hat eine unglaublich fokussierte Nase: seidig, samtig, super geradeauslaufend. Schwarze Kirsche, Lakritze darunter, Minze und Eukalyptus. Unglaublich schick, seidig und hocharomatisch. Im Mund mit unglaublich viel Grip – wie ich das schon bei Tour Saint Christophe hatte. Dieses Team hat sich 2020 selbst übertroffen. Es ist nicht in die Falle der extremen Reife gelaufen. Die Weine sind reif, gar keine Frage. Aber sie sind gleichzeitig extrem harmonisch, fein und verspielt. Sie zeigen ganz viel rote Frucht hinter der satten Schwarzkirsche und neben der Lakritze. Sie werden nicht klebrig-süß, nicht zu massiv, sondern bleiben verspielt. Das ist mehr ein Stil, wie wir ihn auch auf Angélus vor ein paar Tagen hatten. Ganz im Gegensatz zum Stil von Château Pavie. Ja, es ist mehr Angélus-Style. Ein grandioser, schicker Saint-Émilion, eine Ode an die Freude. Ein Wein, der immer getrunken werden wird, jede Flasche. Er ist nicht besser als Tour Saint Christophe, er ist anders, aber er ist genauso gut. Und er ist – das hätte ich nicht geglaubt – in Summe, wegen der hohen Reife bei famoser rotfruchtiger Frische, noch harmonischer, noch einen Touch größer als letztes Jahr. 98-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

96–97
/100

Suckling über: Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe

-- Suckling: A very sophisticated, layered red with dark-plum, chocolate and walnut character. It’s full and flavorful with a cashmere-like texture. Flavorful at the end. 96-97/100

95–96+
/100

Yohan Castaing über: Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe

-- Yohan Castaing: Mit einem frischen, delikaten, stark parfümierten Bouquet und einer erfrischenden Ästhetik setzt Bellefont-Belcier 2020 seine qualitative Weiterentwicklungung fort, auch dank seines strukturierenden, samtigen, feinen und frischen Tannins und einem saftigen und energiereichen, dichten Mundgefühls. Langanhaltend und frisch. Eine tolle Bestätigung für das Potenzial des Jahrgangs. 95-96+/100

94–96
/100

Wine Cellar Insider über: Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe

-- Wine Cellar Insider: With a strong touch of minerality, the wine is elegant, fresh and refined with good intensity. The fruit is vibrant, lifted and precise. There is a refinement and purity in the sweet, red fruits. The finish is loaded with flowers, crushed rocks and stones providing you with length, complexity and freshness coupled with the ability to age and evolve. The wine was made from blending 60% Merlot, 30% Cabernet Franc and 5% Cabernet Sauvignon and is aged in a combination of 30% foudres and 30% new, French oak. 94-96/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Bellefont Belcier Grand Cru Classe

-- Gerstl: 70% Merlot, 25% Cabernet Franc und 5% Cabernet Sauvignon. 14.5% Alkohol. Das Terroir besteht aus Lehm und Kalkstein. Ausbau in 30% neuen Barriques, 20% in Foudres, 25% in einjährigen und 25% in zweijährigen Fässern.Der Cabernet Franc gibt dem Bellefont-Belcier eine zusätzliche Frische und Würze, was ihn so delikat aus der Tiefe kommen lässt. Im ersten Moment kommt ein kühler Eindruck, welcher aber von viel reifer schwarzer Frucht nach schwarzer Kirsche, Cassis und Brombeere. Er zeigt im Gegensatz zu anderen Weinen aus St. Emilion sehr viel Frische, was ihm eine zusätzliche Eleganz und Leichtigkeit gibt. Da ist aber auch eine enorme Wucht und Kraft, welche den Jahrgang eindrücklich widerspiegelt. Der erste Schluck zaubert mit eine Gänsehaut auf den Rücken. Was für eine Dichte und Intesität! Der Wein hat eine mächtige Struktur aus feinen und reifen Tanninen und einer saftigen Säure, was ihm die ideale Balance gibt. Der 2020er Jahrgang beinhaltet alles was man aus Bordeaux liebt: geballte reife Frucht, Frische, Würze, Tiefgang, Eleganz, Kraft und Länge. Pirmin Bilger 19+/20

Mein Winzer

Bellefont Belcier

Das Weingut ist zu Recht aufgestiegen in den Olymp des Saint Emilion, ernannt zum Grand Cru Classé. Es gehörte vorher niemand Geringerem als dem früheren Cheval-Blanc-Mitbesitzer Dominique Hebrard, Sohn des früheren Cheval-Blanc-Regisseurs Jacques Hebrard.