Belgrave

Chateau Belgrave 5eme Cru 2020

voluminös & kräftig
tanninreich
97–98
100
2
Cabernet Sauvignon 53%, Merlot 44%, Petit Verdot 3%
5
rot
13,0% Vol.
Trinkreife: 2028–2059
Verpackt in: 12er OHK
3
Lobenberg: 97–98/100
Gerstl: 19+/20
Yohan Castaing: 93–95/100
6
Frankreich, Bordeaux, Haut Medoc
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Belgrave 5eme Cru 2020

97–98
/100

Lobenberg: Das Haut-Médoc-Château liegt direkt neben Château Lagrange aus Saint-Julien. Dementsprechend eindeutig vom Terroir und der ganzen Ausprägung ein Saint-Julien-Wein. Seit mehr als 10 Jahren wird kräftig in die Weinberge investiert. Das Château gehört zum Négociant CVBG, einem der vier größten Négociants des Bordelais. Somit gehört es auch zum Imperium der Champagner-Familie Thienot. Château Belgrave hat 54 Hektar an Weinbergen in Produktion. In den letzten Jahren wurde hier so massiv in die Anpflanzung der Weinberge investiert. Inzwischen stehen hier 10.000 Stöcke pro Hektar. Der Ertrag liegt dementsprechend bei unter 500 Gramm Trauben pro Weinstock. Eng am Stamm wachsende Träubchen, das ist das Ideal. Das Terroir hier sind Kiesböden mit Lehm, eben identisch wie bei Lagrange. Im Weinberg wird biologisch gearbeitet, aber das Weingut ist noch nicht zertifiziert. Spontane Vergärung, Ausbau in überwiegend neuen französischen Barriques. Château Belgrave ist eines der wenigen als Cru klassifizierten Weingüter der Klassifikation von 1855. Also schon seit dieser Zeit ein erfolgreiches Château, denn die Klassifikation von 1855 richtete sich ausschließlich nach dem damals durchschnittlich erzielten Verkaufspreis. Belgrave profitiert wie viele Médoc und Haut-Médoc Weingüter vom sich erwärmenden Klima, denn hier gibt es durchaus kühle Terroirs. Die mediterrane Wärme bekommt den Weinen hier extrem gut. In Bordeaux gab es 2020 eine unglaubliche Regenmenge im Frühjahr. Während der frühen, aber perfekten Blüte, blieb es zwei Wochen lang trocken, direkt danach gab es wieder Regenfälle. Von Mitte Juni bis Mitte August fiel dann allerdings kein einziger Tropfen Regen mehr. Bei Sandböden war das ein Desaster – die Reben bekamen Trockenstress. Bei Lehmböden, wie wir sie in den besten Lagen des Médoc und Pomerol haben, oder auf reinem Kalkstein, wie oft in Saint-Émilion, war das überhaupt kein Problem. Am linken Ufer fielen dann Mitte August circa 80 Millimeter Regen. Ende August nochmal 15 Millimeter. Danach war es den ganzen September über trocken. Also ziemlich perfekte Bedingungen für hervorragendes Terroir, perfekte Bedingungen für hohe Reife und satte Tanninwerte, bei recht moderater Säure. Belgrave, als direkter Nachbar von Château Lagrange, sollte sich normalerweise auf dem gleichen Qualitätslevel bewegen. Was unterscheidet die beiden Châteaus, die auf gleichem Terroir, mit Dichtpflanzung, ähnliche Weine machen? Lagrange ist rotfruchtiger, Belgrave eindeutig schwarzfruchtiger. Viel Cassis, intensive Brombeere und süße Maulbeere. Extremer Geradeauslauf. Veilchen, aber alles versammelt, mit viel Druck. Im Mund ein Knaller, ein Kracher, anders kann ich es gar nicht sagen. Sehr klassisch, mit wahnsinniger Spannung und hoher Intensität. Sehr aufregend! Cassis, Brombeere, Maulbeere und Holunder. Dann kommt in der Nase nochmal etwas Wacholder. Die Veilchen kommen stärker durch, floral, mit Power. Satte, immense Tanninmassen, die aber nicht wehtun, sondern nur extrem präsent sind. Ein extremer Powerwein, der klassisch wie 2009 oder 2010 bereit ist für ein ewig langes Leben. Er braucht etwas Zeit, aber es wird nach zehn Jahren ein phänomenaler Wein sein. Ein perfekter Haut-Médoc, ein perfekter Belgrave. Und sicherlich der erste oder zweite Verfolger von Château Clos Manou. Der beste Belgrave, den ich bisher probiert habe. 97-98/100

19+
/20

Gerstl über: Chateau Belgrave 5eme Cru

-- Gerstl: Man riecht den Holzeinsatz aufgrund der herrlichen Röstaromen nach Schokolade und Kaffee - alles ist bestens integriert. Die dunkle Farbe widerspiegelt auch die schwarzfruchtige Aromen nach Kirsche, Brombeere, Holunder und etwas Zwetschge. Dazu gesellt sich an Schwall von Kräuter, etwas Tabak. Alles wirkt unglaublich tiefgründ und von sehr kühler Aromatik, welche an Minze erinnert, geprägt. Was für ein erotisches und raffiniertes Parfum. Die Raffinesse setzt sich auch am Gaumen fort - intensive schwarze Frucht vermischt sich mit würzigen Kräutern und einer leicht pfeffrigen Ausprägung. Der Belgrave hat zwar ein starkes Tanningerüst, dieses fügt sich aber mit seiner cremig feinen Ausprägung elegant ins Gesamtbild ein und gibt dem Wein einen weichen Trinkfluss. Auch im Jahrgang 2020 überzeugt der Belgrave auf der ganzen Linie mit einer eher klassischen Ausprägung. Pirmin Bilger 19+/20

93–95
/100

Yohan Castaing über: Chateau Belgrave 5eme Cru

-- Yohan Castaing: Sehr schöner Ausdruck von schwarzen Früchten, Bigarreau-Kirsche, Gewürz und Menthol. Sehr feines Tannin, langer Abgang, eine hohe Spannung mit bemerkenswerter Frische und Noten von Kirsche, Heidelbeere und Brombeere im Abgang. Sehr schöne Flasche. Die positiven Eigenschaften werden sich in seiner qualitativen Entwicklung fortsetzen. 93-95/100

Mein Winzer

Belgrave

In der Bordeaux-Klassifikation von 1855 als 5ème Cru eingestuft, war Château Belgrave bis 1980 ein eher belangloses Weingut.