Dr. Heger

Chardonnay Winklerberg hinter Winklen Gras im Ofen Großes Gewächs trocken 2017

voll & rund
mineralisch
fruchtbetont
97–100
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß
13,5% Vol.
Trinkreife: 2020–2035
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 97–100/100
Pirmin Bilger: 19+/20
Elias Schlichting: 95/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chardonnay Winklerberg hinter Winklen Gras im Ofen Großes Gewächs trocken 2017

97–100
/100

Lobenberg: Gras im Ofen ist eine spezielle Lage im Ihringer Winklerberg. Eine Süd-, Südwestexposition, sie liegt allerdings um den Berg herum und hat von daher deutlich mehr Schatten. Und oben drüber steht der Wald. Das heißt, die kühle Luft sackt herunter und macht die Lage zur kühlsten am Ihringer Winklerberg. Die Lage besteht aus Vulkanböden mit Kalkeinschlüssen. Die Reben wurden alle 1984 gepflanzt. Der Bruder von Christophe Tyrell von Eitelsbach, Marcell Tyrell, hat die Weine bei Heger gepflanzt. Der Chardonnay ist meines Erachtens der stärkste der drei weißen Burgundersorten vom Vulkangestein aus dieser etwas kühleren Ecke des Winklerberges. Hier am Kaiserstuhl haben wir natürlich dennoch eine völlig andere Stilistik als zum Beispiel bei Julian Huber oder bei Ziereisen. Aber in Summe sind diese drei die ganz großen badischen Chardonnay-Erzeuger, zumindest für mich. So eine üppige Bâtard-Montrachet Nase, viel Struktur zeigend, leicht vom Holz getragene Cremigkeit, ein paar grünliche Elemente neben dieser Üppigkeit. Aprikose, weißer Pfirsich, Renekloden, viel Druck und Salz schon in der Nase andeutend, aber eben schon ein ziemlich üppiger Chardonnay. Im Mund dann mit enorm viel Zug, sofort eine große mineralische Salzspur, fast ein bisschen Schärfe darin, auf der Zunge abzeichnend, weißer Pfeffer. Von der Maischestandzeit zeigt das Gras im Ofen GG eine gute Phenolik, die dem fülligen Körper eine Stütze verleiht. Sehr stramm mit Limette, mineralisch aufgeladener Säurestruktur, salzig, apfelig, grüne Birne, die Frucht steht aber nicht im Vordergrund. Der getragene Mittelbau bildet den Schmelzpunkt zwischen zitrischer Rasse, salziger Mineralität und feiner Cremigkeit im lange ausklingenden Finish mit feinem Hefeschmelz, nussig, weiße Blüten, viel Druck. 2017 hat mit dieser langen Vegetationsperiode wirklich Weine mit Cool Climate Charakter hervorgebracht, daneben hat der Wein aber eben auch diese konzentrierte Üppigkeit, die fast schon näher an einem Bâtard-Montrachet als an einem ordinären Puligny liegt. Das ist schon großes Kino und sicher einer der besten Chardonnays Deutschlands, gerade in einem so prädestinierten Weißweinjahr wie 2017. 97-100/100

19+
/20

Pirmin Bilger über: Chardonnay Winklerberg hinter Winklen Gras im Ofen Großes Gewächs trocken

-- Pirmin Bilger: Was für ein herrlich anmutender Duft welcher uns hier anstrahlt. Zitrusfrucht und viel blumige Noten schweben umher. Auch hier zeigt sich wieder eine tolle Mineralität. Viel Aromatik im Bouquet ohne dabei jemals überladen zu wirken. Immer total auf Feinheit aufgebaut. Der wirkt sehr edel und verspielt zugleich. Am Gaumen zeigt er die erwartete Kraft mit viel Druck und ausgeprägter Mineralität. Das hat schon ziemlich viel mit Burgund zu tun und gehört zweifelsohne zu den Top Chardonnay aus Deutschland. Ich rieche immer wieder am Glas - dieser Wein lässt mich nicht mehr los. Sogar noch ein wenig besser als der 2016er und er erinnert mich ein wenig an die genialen 17er von Leflaive. 19+/20

95
/100

Elias Schlichting über: Chardonnay Winklerberg hinter Winklen Gras im Ofen Großes Gewächs trocken

-- Elias Schlichting: Entfaltet sich im Glas mit einer schönen weißen Frucht, Nashibirne, weißer Pfirsich, zwar mit Dichte und Volumen, noblem Holz im Hintergrund, aber auch mit leicht grünlichen Einschüben, unreife Aprikose, Quittenschale, Pfefferminze und Eukalyptus, fast leicht mentholig werdend. Am Gaumen sowohl mit zitrischer Spannung aus Limettenabrieb als auch etwas milderer, ganz leicht kandierter, hefegetragener Frucht hintenraus, Orangenschale und reife Nektarine, grüne Mandeln, leicht salzig werden an den Zungenrändern, sehr pikant, durchaus intensiv, ohne aber fett zu sein. Nicht nur bei diesem Wein vermählt sich die Charakteristik des Jahrgangs mit der stringenten Spannung hervorragend mit badischen Chardonnays. 95/100

Mein Winzer

Dr. Heger

Weingut Dr. Heger heißt Weinanbau in dritter Generation. 1935 wurde das Weingut vom Landarzt Dr. Max Heger gegründet. Sein Sohn Wolfgang Heger führte es in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in die Spitze der besten Deutschen Weingüter.