Lobenberg: Gras im Ofen ist eine kühlere Unterlage im Sonnenschatten, einer Art Amphitheater in Deutschlands heißester Lage auf reinem Vulkangestein mit hohen Anteilen Kalkstein. Der Ihringer Winklerberg enthält sehr viele Kupfer- und Eisenanteile. Das Gestein speziell im Bereich des 'Gras im Ofen', der ja die mit Abstand kühlste Lage des Winklerberges ist, lebt von der Spannung aus der kraftvollen eisenhaltigen Vulkan-Kalkgestein-Mischung und dem heißen Winklerberg und der Kühle der schattigen Hochlage. Diese Finesse gibt es nur in der Lage 'Gras im Ofen'. Die Großen Gewächse aus der Unterlage Gras im Ofen werden als Ganztraube mit Stielen und Stängeln gepresst, allerdings gibt es keine Maischestandzeiten. Diese Bereitungsform gibt ihnen entsprechend viel Gripp und macht sie in der Jugend durchaus noch etwas aggressiv. In diesem Wein sind wir im Burgund angekommen, aber wo? Am ehesten zu verorten als Corton-Charlemagne, mit einem hohen Anteil weißer Frucht, aber unglaublich einnehmend, strömend, dicht. Dieser Wein hat die malolaktische Gärung gemacht im Gegensatz zum Weiß- und Grauburgunder, dennoch ist die Säure extrem knackig und präsent. Der Wein präsentiert sich deutlich frischer als der großartige und traumhafte 2013er. 2014 ist viel fokussierter, mehr Richtung Chassagne-Montrachet im Mund gehend, aber mit großer Länge. Dieser Wein wird ebenfalls im 4 bis 5jährigen 1200l-Holzfass ausgebaut. Ähnlich wie der Grauburgunder ist dieser Chardonnay ein Kraftpaket, aber ein Wein mit mehr Komplexität, dafür etwas zurück in der Finesse. Trotzdem ein wahrhaft toller Wein! 96+/100