Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben 2018

Moric

Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben 2018

98–100
100
2
Blaufränkisch 100%
5
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2043
Verpackt in: 6er
9
frische Säure
strukturiert
seidig & aromatisch
3
Lobenberg: 98–100/100
Suckling: 98–99/100
Falstaff: 97/100
6
Österreich, Burgenland
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben 2018

98–100
/100

Lobenberg: Schon in der Nase ein kraftvoller, einnehmender Wein, der mich förmlich ins Glas zieht. Verführerisch und reich, zugleich kühl und elegant. Sehr einladende Aromatik, leicht oxidativ in der Würze, Tabak, Zigarrenkiste, Schwarztee, Lakritze. Die mineralische Strahlkraft, dieses fast düstere, herbe ist unglaublich anziehend. Eine Nase, die man kaum in Worte fassen kann. Diese Tiefe muss man spüren. Man kann hier keine Vergleiche mehr anstreben, das ist einfach ganz eingenständiges Burgenland, das ist Blaufränkisch, der die Geschichte der Region erzählt. Man muss seinen Gaumen bereit machen für diese ungeheurliche Mineralität und die elegante Kraft, diese Kompromisslosigkeit in der Individualität. Das ist nicht Everybody’s Darling, weit von jeder Uniformität. Hier ist nichts fett, nichts opulent, nichts anbiedernd. Die Frucht ist dunkelwürzig, saftig und so unendlich anschiebend aus dieser dramatischen Tiefe. Immer so elegant dabei, bis in den letzten Winkel strukturiert. Die Säure baut ein Gerüst, das steht. Im ganzen Mundraum eine wunderbare Textur mit feinster Mineralität. Und immer wieder neue Nuancen. Wahnsinn. Dieser Weine könnte eine Blaupause für dichte, elegante Blaufränkisch sein und wahrscheinlich ist er es auch. So schmeckt das Burgenland, mit Ecken und Kanten, eigenwilliger Eleganz und riesengroß. 98-100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

98–99
/100

Suckling über: Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben

-- Suckling: An entire fjord full of wild-berry, wild-herb and violet aromas. This is really rich, but retains tremendous poise and purity, the huge set of fine tannins wrapped in velvet, the minerality giving the finish great lightness of touch, making you wonder if this really was the warmest vintage on record (it was!). Decades of aging potential. 98-99/100

97
/100

Falstaff über: Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben

-- Falstaff: Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, dezente Ockerrandaufhellung. Kräuterwürzig, schwarze Beerenfrucht, ein Hauch von Velours, zart nach Teer und Edelholz, facettenreiches Bukett, das sich mit Luft öffnet. Kräftig, rotbeerig, mineralisch, straffes, gut integriertes Tannin, ein Hauch von Ribiseln, salzig und gut anhaftend, noch sehr jung, kalkige Nuancen im Rückgeschmack, sehr gute Länge, wird von Flaschenreife profitieren. 97/100

Mein Winzer

Moric

Je mehr sich Moric Weine von der internationalen Massenkompatibilität entfernen, desto mehr sind sie geprägt von regionalen Eigenschaften des Burgenlands.