Blauer Spätburgunder Rhini trocken 2018

Hanspeter Ziereisen

Blauer Spätburgunder Rhini trocken 2018

Limitiert

strukturiert
seidig & aromatisch
frische Säure
96
100
2
Spätburgunder 100%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2038
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96/100
Falstaff: 94+/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Blauer Spätburgunder Rhini trocken 2018

96
/100

Lobenberg: Das Terroir des Blauburgunder Rhini unterscheidet sich deutlich von allen anderen Untergründen bei Hanspeter Ziereisen - hier gibt es eben nicht nur reinen Jurakalkstein wie sonst, sondern Kalkstein mit Lehm-Löss-Auflage und dazu extrem durchzogen von Eisen. Das Ganze auf 300 Höhenmetern. Die Klone sind zur Hälfte Burgunderklone und zur Hälfte badische Klone, gepflanzt von 1988 bis 2000. Hier sind wir nun bei höherem Ganztraubenanteil, allerdings haben Ziereisens eine Lesemannschaft, die geschult ist die Rappen an der richtigen, verholzten Stelle abzuschneiden. Selektierte, später hinzugefügte Rappen lehnt Hans Peter ab, da sie seiner Meinung nach durch das vorherige Abbeeren zu stark verletzt werden und dann „grüne“ Aromen abgeben. Über diese Praxis gibt es unterschiedliche Ansichten, Fürst, Huber, Ziereisen machen es so, aber viele Weingüter in Deutschland und dem Burgund geben weiterhin nachträglich selektionierte Rappen hinzu. Hans Peter Ziereisen vergärt diesen Wein spontan im geschlossenen Gärtank, denn er ist der Meinung, dass eine offene Maischegärung, wie sie häufig in Deutschland durchgeführt wird problematisch ist, da sie Aromen freisetzt, die er nicht mag, die Kirschfrucht wird eher erdbeerig. Man sollte in seinen Augen entweder geschlossen oder in sehr großen offenen Gärgebinden, wie im Burgund, vergären, weil die Gärtemperatur hier höher geht und man dann eine Burgunderaromatik bekommt. Diese deutsche Fruchtaromatik kommt häufig von zu niedrigen Gärtemperaturen. J.B. Becker im Rheingau vergärt nicht nur geschlossen, sondern sogar in einem Drucktank, eine tradierte deutsche Methode, die komplett in Vergessenheit geraten ist, aber bei ihm super Ergebnisse hervorbringt. Der Rhini ist in der Serie der erste ganz große, ganz erwachsene Wein. Die Rappen sind in der Nase durchaus etwas spürbar, aber noch mehr schlägt das Terroir mit diesem hohen Eisenanteil durch, das gibt Blut, Holunder, Eukalyptus, etwas Lakritze. Viel Druck und Zug und trotzdem unendliche Feinheit, aber dunklere Aromatik gesellt sich zur Kirschfrucht, Waldbeeren, Schwarzkirsche, Rauch. Diese schöne Holunder- und Maulbeernote zieht sich unendlich lang, steinig, würzig, Thymian, Veilchen, alles sehr dunkel, aber unendlich elegant. Das ist im Stil eines stylischen Vosne-Romanée und dennoch im Tannin und im Druck massiver als einiges, was man aus dem Burgund kennt. Aber mit enormem Schliff im Tannin, immenser Salzspur am Gaumen und großer Saftigkeit, Sauerkirsche, Schlehe, große Länge. Ein wunderbarer, geschliffener Pinot Noir mit muskulöser aber seidiger Tanninstruktur, mit hoher Mineralität und langem Nachhall, alles rollt immer wieder hoch. 96/100

94+
/100

Falstaff über: Blauer Spätburgunder Rhini trocken

-- Falstaff: Kräftige Beerenfrucht in der Nase, Schwarzkirche, Brombeere und Holundermark, etwas schwarzer Pfeffer, leicht ätherischer Ton. Am Gaumen mit guten Proportionen, die jahresgemäße Stoffigkeit wird von einer superben Säure und Würze getragen, die Gerbstoffe sind von hoher Güte, mineralisch und tiefgründig. 94+/20

Mein Winzer

Hanspeter Ziereisen

Den in Mischwirtschaft betriebenen Hof seiner Eltern wollte der gelernte Zimmermann Hanspeter Ziereisen zunächst nicht weiter führen, zu mühsam war der Broterwerb als Landwirt im Spargeldominierten Markgräflerland.