Lobenberg: Überwiegend Caino Tinto, eine autochtone Rebsorte Galiziens, neben Ribeiro auch sehr verbreitet auch in Rias Baixas, wo A Crueceira und auch Zarate Weltklasse daraus erzeugen. Hier bei Bernardo im gemischten Satz stehend, auch weiße Reben dabei. Unterlage Kalkstein. Ribeiro liegt ja nur 60 km vom Meer entfernt, der Einfluss ist in der Frische spürbar. Im Oktober geermtet, entrappt und dann mit Füßen eingemaischt und spontan vergoren. Ausbau im 300 und 600 Liter Toneau für 10 Monate. Voraussichtlich weitere 12 Monate Flaschenlager bis zur Auslieferung. Es gibt nur gut 1000 Flaschen. Caino ergibt bei geringem Ertrag eine eine fast explosive, überaus blumige und dramatisch aromenstarke Nase, Veilchen, Walderdbeere, Salbei, Rauch, Lorbeer, Wacholder, Lavendel, final satte Würz-Himbeere. Echt ein Duft-Blockbuster in der Nase, das sprengt die Erwartung total, dabei total zart und fein und verspielt. Im Mund wahnsinng fruchtig, schwarze Johannisbeere, Blaubeerschale, Cranberry, Erdbeere, frische Zwetschge. Aber auch etwas Chambolle Musigny, ich wäre nicht verwundert wenn man mir das blind als Meo Camuzet verkauft hätte. Nur 12 Grad Alkohol, ätherisch und leicht, fast fragil. Seidigste Tannine, charmant sahniger Trinkfluss, Kräuter, Rauch und Feuerstein im Nachhall. Faszinierender Stoff mit erstaunlich langem Nachgeschmack. Der Wein ist in seiner Fruchtigkeit so intensiv, dass es einer der wenigen Roweine ist, der wirklich zu Käse passt. Eine tolle Auswahl französischer Weichkäses und Pumpernickel und Olivenbrot werde ich gleich holen, der Abend wird mit dieser genialen Probeflasche ein Gedicht!
2023 war sehr warm, aber er ist deutlich kühler und balancierter als der noch heißere und trockenere 2022. Nicht so aufregend und extrem wie 2021, eher eine reife und harmonische Version von 2020. Und so ist 2023 durchaus eine Fortsetzung der so großen Jahrgänge seit 2019. Luis Gutierez, Parkers Mann für Spanien, fasst den Jahrgang 2023 anhand von Alvaro Palacios Weingütern ganz im Westen und ganz im Osten, somit Landesübergreifend so zusammen: 2023 was an even more generous crop than 2022 … the wines have better balance, and it doesn't feel like a warm year at all. In fact, the wines feel more like they come from a cool year. It's a vintage that has a tendency toward reduction, not as much as 2020, but still reductive. But it's an elegant, stony reduction...The quality of the 2023s is stunning. There is a level of precision, cleanliness, symmetry and elegance that, if the end of the élevage and the bottling goes as expected, I must conclude that 2023 might be the finest vintage ... There might be other individual wines that reach higher peaks, but as an overall portfolio, the vintage 2023 represents the strongest collection ever produced.