Lobenberg: La Sequera ist der Name einer kleinen Region. Von hier kauft Terry die Trauben einer sehr alten Parzelle zu, die von ein und derselben Familie bereits seit Generationen bewirtschaftet wurde. Der Blend besteht aus 98 Prozent Tempranillo, der gemeinsam mit einem kleinen Anteil weißer Albillo Trauben vergoren wurde, um dem Wein einen kleinen »Twist« zu geben. Die tonhaltigen Böden tragen zur dichten Tanninstruktur des Weins bei, aufgrund derer Terry sich dazu entschied, den Wein ganze 2,5 Jahre lang im Fass auszubauen. Es wurde nur ein einziges, 225 Liter fassendes Taransaud Barrique gemacht. Tiefes, leicht wolkiges Rubinrot. Die zunächst ultra intensive, wilde und würzige »Landluft«-Aromatik verwandelt sich an der Luft zur samtigen Schönheit. Cremige Vanille-Chantilly, weißer Nougat, sogar ein Hauch duftendes Brioche mit warmen braunen Gewürzen. Ich probiere den Wein über mehrere Tage hinweg – an Tag drei hat er erdig-würzige burgundische Züge à la Chambolle-Musigny. Hammer! Hibiskus, reife Schwarzkirschen, saftige Brombeeren, schwarze Himbeeren im Spiel mit Zedernholz, Piment, Wacholder, Piniennadeln und Lorbeer. Im Mund ist die dunkle Waldbeer Frucht intensiv, saftig und fruchtklar. Der Holzausbau ist elegant und gekonnt eingebunden, die feinnervige Säure des Weins sorgt für Balance und Spannung. Auch im Mund legt der Wein mit etwas Luft bedeutend zu, die intensiv rauchig-würzige Mineralität auf der Zunge ist mind-blowing! Tief, fein pudrig und geradezu schwebend legt er sich auf die Hibiskus und Sauerkirschfrucht. Bendito Destino steht mit druckvoller Finesse und spannungsgeladener Trinkfreude neben den Nachbarn von Dominio del Aguila für das moderne Ribera del Duero. Trotz all der Power erschlägt der La Sequera nicht – jeder Schluck ist erneut mitreißend und fabelhaft aufregend. Schicker Stoff!