4 winzige, getrennte Weinberge (gesamt nur 0,8 Hektar) auf einem einzigen großen Hang in Ostexposition. 90 bis 110 Jahre alt, zum Teil wurzelecht. Der Tempranillo, der Boal und die weißen Reben wachsen unten am Berg, da wo es wärmer ist, der Grenache, weiter oben im intensiveren Sonnenschein. Die Reben sind teilweise entrappt, vergoren wird alles in einer großen Einheit, einem Beton-Ei. Zuerst der Tempranillo, dann wird je nach Ernte- und Reifezustand weiteres Material in den laufenden Gärprozess gegeben. Sie nennen das nach dem berühmten Barolo-Winzer, der diese Methode ewig schon anwendet, die Mascarello-Methode. Aber im Chateauneuf beherzigen das auch einige Winzer, Clos des Papes zum Beispiel. In diesem 1000 Liter Beton-Ei dauert somit der Gärprozess mit 45% Ganztrauben und dem Rest hand-entrappt ganze 55 Tage. Schon irre. Danach satte 24 Monate Ausbau im Burgunderbarrique, Zweitbelegung einer berühmten Top-Domaine aus Vosne Romanee. Die Nase des 21ers ist soooo typisch für den Jahrgang. Diese Kühle, dann das deutliche Jod der Grenache, Eisen, Blut, Minze, Lakritze. Im Mund ungeheuer fein und spielerisch im seidigst denkbaren Tannin. Hochelegant, mir fehlt der Vergleich, weil es ein Potpourrie aus feinstem Chambolle-Musigny mit reifem Chateauneuf Stilistik Bonneau und dazu ultrafeiner und ganz reifer Clos Rougeard Cabernet Franc ist. Famos und faszinierend in dieser Seidigkeit und Eleganz. Großer Stoff. 99-100/100