Beaujolais Moulin a Vent La Rochelle 2019

Domaines Chermette

Beaujolais Moulin a Vent La Rochelle 2019

fruchtbetont
pikant & würzig
seidig & aromatisch
94–96
100
2
Gamay 100%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2044
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–96/100
6
Frankreich, Burgund, Beaujolais
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Beaujolais Moulin a Vent La Rochelle 2019

94–96
/100

Lobenberg: Pierre Chermette lässt früh am Morgen lesen, die Trauben werden kühl reingeholt, es gibt keine Kaltmazeration. Kurze Auslese am Band und dann minimale Schwefelgabe, um die Weinbergshefen etwas einzudämmen. Die Kellerhefe soll den Stil des Hauses in Spontangärung ausdrücken. Keine Temperaturkontrolle, einfach den Dingen freien Lauf gelassen. Alles unfiltriert und nur mit Schwerkraft bewegt. Dieser Wein wird ausschließlich aus dem Rochelles genannten zersplitterten Granit-Teil des Moulin-a-Vent gewonnen. Also nur von den Böden, die den meisten Körper und die Fülle erbringen. Dieser Wein wird zwar wie alle anderen Weine vergoren, aber er wird wegen seines Körperreichtums für weit über ein Jahr komplett im 1 und 2 Jahre alten Barrique ausgebaut, also kein neues Holz. Diesen Weg wählt man um den Körperreichtum der Weine aus La Rochelles nochmal zu unterstreichen. Vielleicht ist es auch eine Avance an die Moderne, ich weiß es nicht genau. Er geht in der Nase und im Mund komplett weg von den üblichen Weinen von Vissoux, er ist stilistisch näher an einem Burgunder. Der Wein wird unfiltriert abgefüllt und bekommt dann weitere 2 Jahre Flaschenlager im Weingut bevor er für den Markt freigegeben wird. Das ist schon eine irre Kombination. Natürlich ist bei einem jungen Beaujolais das Holz etwas mehr im Vordergrund als bei einem burgundischen Pinot Noir, Larochelle ist der einzige Wein von Chermette bei dem das Holz Teil der Stilistik ist. Der Wein beeindruckt schon beim Hineinriechen, was für eine Konzentration, Dichte, Kraft, wow. Vollreife Maulbeere und Cassis werden von einer deutlichen Vanillenote begleitet. Blaue Beeren und Thymian. Diese Holzunterlegung gibt ihm eine delikate Nuancierung, eine Süße und verführerische Dichte. Die ganzen Fruchtaromen sind wunderbar mit dieser vanilligen Würze verwoben. Das passt schon sehr gut zusammen. Im Mund kommt dann noch mehr Würze durch, auch Mokka, Salzkaramell, Kakao, die die blauen Beeren begleiten. Erinnert fast etwas an Schwarzwälder Kirsch, weil er diese sahnige Cremigkeit, die Schwarzkirsche und diese Kaffee- und Biskuitaromen hat. Schon erstaunlich was der Barriqueausbau hier für eine Dimension an Delikatesse und Schmelz dazugibt. Definitiv der Cru, der etwas außer der Art steht hier bei Chermette, aber wohl auch der hedonistischste in seiner alles einnehmenden süß-würzig-samtigen Fruchtexplosion. Er braucht ein paar Jahre, um den Holzeinsatz und die Struktur zu verdauen, ist aber auch ein enormer Langstreckenläufer mit dieser Konzentration. Wenn man die Geduld (und den Keller) hat, wird das in 15 bis 20 Jahren ein Hammer sein. 94-96/100

Mein Winzer

Domaines Chermette

Ein in Frankreich hoch angesagtes Beaujolais-Weingut von Pierre-Marie Chermette in Saint Verand gelegen. Der ehemalige Name »Vissoux« ist neben einem Ortsteil auch der Mädchenname seiner Mutter. Er übernahm den Familienbetrieb im Jahr 1982 von seinem Vater. Der hatte bis dahin immer Fassware...