Beaujolais Morgon Cote du Py Javernières 2020

Domaine Terres Dorees - Jean Paul Brun: Beaujolais Morgon Cote du Py Javernières 2020

Zum Winzer

95+
100
2
Gamay 100%
5
rot, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2032
Verpackt in: 6er
9
fruchtbetont
pikant & würzig
saftig
3
Lobenberg: 95+/100
6
Frankreich, Burgund, Beaujolais
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Beaujolais Morgon Cote du Py Javernières 2020

95+
/100

Lobenberg: JP Brun macht bei allen seinen Roten eine Vinifikation nach Burgunder-Art, also keine Maceration Carbonique wie sonst im Beaujolais üblich. Spontane Vergärung in Cuves, rund vier Wochen auf der Maische mit gelegentlichem Unterstoßen des Tresterhutes. Dann Ausbau in überwiegend gebrauchten Burgunder-Barriques und ein paar größeren Fuderfässern. Das gibt viel Eleganz, aber eben auch etwas mehr Struktur. Javernieres ist ein Lieu-dit innerhalb der Top-Lage Côte du Py, also noch kleinteiliger. Die Parzelle wird von sehr vielen Erzeugern separat ausgebaut, weil sie noch steiniger und tonmergeliger ist und daher einen nochmals anderen Ausdruck erhält als Côte du Py. Die Struktur wird feiner und balancierter, Cote du Py ist oft etwas einen Ticken rustikaler in der Art. Eine moderate Steillage mit sehr alten Reben. Rund 50 Jahre alte Reben. Reife rote und dunkle Beeren und Veilchen Düfte in der Nase, Pfingstrosen und ergänzt wird das durch mineralische Nuancen und einen Hauch von pfeffrigen Gewürzen, Lebkuchen, Rosmarin. Sehr saftig, eindrucksvoll und leichte Fruchtsüße zeigend. Hier spürt man die Größe des Terroirs, denn der Wein hat eine ausgezeichnete Balance zwischen unterschwelliger Mineralik, wollüstiger Fruchtsüße und pikanter Frische. Alles passt zusammen und greift ineinander. Im Mund kräftige Aromen von Himbeere, Sauerkirsche und floralen Anklängen. Versprüht Kraft und Lebensfreude. Exzellent fokussiert und mit sehr ausgeprägter, harmonischer Frische abgerundet. Ein fantastisches Ende mit floralduftigen Noten und animierender Himbeersüße. Grandioses Upgrade vom „einfachen“ Morgon. 95+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Domaine Terres Dorees – Jean Paul Brun

Beaujolais? Ja! Jean Paul Brun ist ein Pionier im Beaujolais, seit über 20 Jahren (als er die Weinberge seines Vaters übernahm) kämpft er für ursprüngliche, unmanipulierte Weine und wo es nur geht, arbeitet er biologisch-organisch. Sein Weingut der Terres Dorées erstreckt sich über 26 Hektar im...