Beaujolais Coeur de Vendanges Vignes Centenaires 2020

Domaines Chermette: Beaujolais Coeur de Vendanges Vignes Centenaires 2020

Zum Winzer

93+
100
2
Gamay 100%
5
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2036
Verpackt in: 6er
9
fruchtbetont
saftig
3
Lobenberg: 93+/100
Parker: 92/100
6
Frankreich, Burgund, Beaujolais
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Beaujolais Coeur de Vendanges Vignes Centenaires 2020

93+
/100

Lobenberg: Chermette lässt früh am Morgen lesen, die Trauben werden kühl reingeholt, es gibt keine Kaltmazeration. Kurze Auslese am Band und dann minimale Schwefelgabe, um die Weinbergshefen etwas einzudämmen. Die Kellerhefe soll den Stil des Hauses in Spontangärung ausdrücken. Keine Temperaturkontrolle, einfach den Dingen freien Lauf gelassen. Alles unfiltriert und nur mit Schwerkraft bewegt. Die Trauben werden nicht entrappt, und das Ganze wird als Mazeration Carbonique als Ganztraube mit CO2-Druck vergoren. Die Restfermentation geschieht dann nach dem Abpressen im großen Holzfass. Darin verbleiben die einfachen Beaujolais ca. sechs bis sieben Monate, die Lagen dann bis 10 Monate. Alles spontan vergoren und ohne jegliche Schönungsmittel. Coeur de Vandanges stammt von zwei Plots, ein Hektar in der Einzellage En Fay in Saint Verand mit 100-jährigen Reben und ein weiter Hektar in der Lage Clochemerle in der Appellation Beaujolais Villages mit 120 Jahre alten Reben. Beide stehen auf reinem Granit in südwestlicher Exposition. Sehr elegante, nur dezent fruchtige Nase, kühl wirkend. Schwarzkirsche und wilde Blaubeere, ohne Süße, Veilchen und Thymian im Hintergrund. Das Ganze hat einen leicht mediterranen Touch in der Verspieltheit und Würze, aber ohne Wärme oder Wucht, es bleibt total leichtfüßig. Im Mund läuft der Wein auf saftiger Schwarzkirsche mit leichtem Cranberry-Einschlag, die von kreidigen, samtigen Tanninen eingehüllt sind. Tolle Struktur und Länge, alles ist getragen, fein und elegant, Kräuter und blaue Blüten prägen den Nachhall. Grandiose Balance aus feiner Frucht und herber Steinigkeit, die dem Wein eine aufregende Spannung verleiht. Ein Wein aus weit über 100 Jahre alten Reben von dieser Qualität ist für diesen Preis eigentlich Wahnsinn! 93+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

92
/100

Parker über: Beaujolais Coeur de Vendanges Vignes Centenaires

-- Parker: The 2020 Beaujolais Coeur de Vendanges Vignes Centenaires is showing very nicely, bursting with aromas of juicy cherries, ripe berry fruit, licorice and peonies. It's medium to full-bodied, fleshy and gourmand, with an enveloping core of fruit, melting tannins and succulent acids. This is a comparatively rich, gourmand rendition of this reference-point cuvée—consistently one of France's finest wine values—but that additional power doesn't come at the expense of its habitual charm and facility. 92/100Jean-Étienne Chermette has one again produced a superb range of wines at this southern Beaujolais reference point. As I've written before, old vines, diligent but traditional vinification and élevage in foudre are the rudiments of the approach here. The younger Chermette—who has launched a label of his own in parallel, reviewed in this report—reminded me of the domaine attained Terra Vitis certification in 2018, which is definitely a step in the right direction. To my palate, some of the cuvées reviewed here number among the finest values that can be found in French wine, and I warmly recommend any readers who haven't yet acquainted themselves with this estate to try a few bottles.

Mein Winzer

Domaines Chermette

Ein in Frankreich hoch angesagtes Beaujolais-Weingut von Pierre-Marie Chermette in Saint Verand gelegen. Der ehemalige Name »Vissoux« ist neben einem Ortsteil auch der Mädchenname seiner Mutter. Er übernahm den Familienbetrieb im Jahr 1982 von seinem Vater. Der hatte bis dahin immer Fassware...