Die Parzelle aus dem der Wein stammt wurde 1934 gepflanzt und ist von einer kleinen Mauer umfasst. Es ist ein extrem steiler Part im Rothenberg, was der nördlichste Zipfel des Roten Hanges ist, direkt ans Pettenthal anschließend. Zunächst eine ganz feine, zarte Reduktion. Feine warme Zitrusfrucht. Salzzitrone und auch in Salz gewendete Grapefruit. Dann kicken die richtig scharfen Kräuternuancen rein. Gegrillte, mediterrane Kräuter, Maronen, gestützt von dicht-rauchiger Feuersteinigkeit. Dunkel und irgendwo so mystisch, aber balancierter und etwas lieber vielleicht als der extrem dramatische 21er. Graphitige Düsternis in der Mineralik, die einen packt und mitreißt. Der Mundeintritt ist explosiv, aber doch so hochfein, dass man es nicht in den Kopf bekommt, ultrafeine Säure, eine Spur feiner und balancierter als 21 vielleicht. Dahinter feines Salz, warmes Gestein, alles spielt ineinander. Druckvoll, auf den Gaumen pressend in so dichter, steiniger Mineralität. Vibration und irre Kraft, das ist ein Stein-Monster in seiner ultrapuristischen, dunklen Ausprägung. Frucht sucht man hier vergebens. Der Nachhall ist wärmend aus dem Gestein, die Säure klingt fast leicht cremig aber doch vibrierend aus. Das ist ein physisches Erlebnis mit einem grandiosen Spiel der Texturen. Ich bin hin und weg von dieser schwerelosen Intensität und Dramaturgie, die der Rothenberg am Gaumen abspult. 99-100/100