Lobenberg: Dieser Barolo setzte sich in der Vergangenheit aus den drei Einzellagen Cannubi, Rocche Annunziata und Rué zusammen. Seit 2015 sind auch Trauben aus einer auf Langzeit gemieteten Parzelle der Parzelle Morrobia di Bussia im Blend und ab dem Jahrgang 2020 kommen auch wieder Trauben aus der Lage San Lorenzo hinzu, die 2015 neu bepflanzt wurde. Bei Bartolo Mascarello werden schon immer traditionell alle Lagen zusammen vergoren, die strenge Auswahl findet im Weinberg statt. Seit Jahrzehnten gibt es die gleiche Lese-Mannschaft, die Maria Teresas hohen Qualitätsstandard genau kennt. Die Trauben werden komplett entrappt und dann mit wilden Hefen vergoren. In den ersten 12-15 Tagen im Zementtank, danach bleibt der Wein je nach Jahrgang zwischen 30 und 50 Tagen auf der Maische, ohne dass nochmals eine Pigeage (das Herunterdrücken des Tresterhuts) oder Remontage (überpumpen) durchgeführt wird. Tägliches Probieren bestimmt das Ende des aromatischen Zugewinns aus der Maischestandzeit. Danach erfolgt der Ausbau im großen gebrauchten Holzfass das keine Holzaromatik mehr abgibt, dafür aber für die gewollte Entwicklung durch den fein dosierten Luftaustausch sorgt. Dieses Jahr wurde der Wein nach der Gärung 48 Tage lang auf der Maische belassen, das heißt eine Woche kürzer als 2020, als der Jahrgang 55 Tage lang mazeriert wurde. Zartes, leuchtendes Rubinrot. Wow, diese Nase ist konzentrierte, komprimierte Finesse pur! Reife Erdbeeren, ätherisch duftender Orangenabrieb und herrliche Kräuter-Aromen. Zudem hat selbst dieser junge Wein bereits eine mysteriöse Erdigkeit mit zarten Anklängen von Teer. Im Mund hat der Wein viele Tannine, aber sie sind ultra fein geschliffen und rund poliert. Die großartige Frische des Weins macht seine Textur zur Hammer-Perfektion. Die Säure ist präsent, doch harmonisch verwoben. Ein aromatisch duftendes, beinahe schwebendes, ultra attraktives Elixir von Walderdbeeren, Hagebutten und süßer roter Kirsche. Im Mund ist dieser Wein fabelhaft vielschichtig mit dem Potenzial, lange im Keller vergessen zu werden – während der 2020er in diesem Stadium bereits beinahe zugänglich war, verdient dieser Wein es sogar, reifen zu dürfen. Salbei, zarte Kräuter, klingen schwebend schön im Mund nach. Eine große, feine Schönheit aus diesem klassischen Jahrgang. Generell ist der Barolo von Bartolo Mascarello stets durch seine zarte Finesse und seine überragende Balance so groß, nie durch Power. Es gibt insgesamt 15.000 Flaschen Gesamtproduktion für die ganze Welt. Übrigens mag Maria Teresa Mascarello ihre Weine – besonders in großen Jahrgängen – am liebsten nach 10 Jahren Flaschenreife.
2021 ist DER Jahrhundertjahrgang im Piemont, der von Anfang bis Ende derart perfekte Bilderbuch-Bedingungen lieferte, wie es nur ganz, ganz selten der Fall ist. Viele Winzer sprechen bei 2021 sogar vom besten Jahrgang ever! Der Winter 2020 war nass und kalt, er füllte die Wasserreserven der Böden mit ausreichend Regen und Schnee auf. Ein idealer Start für den Jahrgang 2021. Durch die regelmäßige Entwicklung der Vegetation in den Weinbergen waren die Monate April, Mai und Juni relativ entspannt in den Weinbergen zu bearbeiten. Nur wenige Winzer waren von Frost betroffen, der ihren Ertrag reduzierte. Nach der Blüte entwickelten sich ziemlich überall gleichmäßig auf die Weinstöcke verteilte Trauben in guter Konzentration. Zu Beginn des warmen Sommers fiel genau die richtige Menge Niederschlag in regelmäßigen Abständen. Erst im Spätsommer begann eine lange, trockene Durststrecke für die Reben, die bis 2023 andauerte. 2021 gab es keinerlei Hitzespitzen und die regelmäßig warmen Tagestemperaturen wurden im Spätsommer mit kühlen Nächten ausgeglichen. Insgesamt sind die durchschnittlich wärmeren Temperaturen – die laut vieler Winzer generell seit 2017 spürbar angestiegen sind – das Haupt-Unterscheidungsmerkmal zum großen Jahrgang 2016. 2021 zeigt sich dadurch in den Weinen mit mehr Frucht und »Fleisch auf den Rippen« als 2016. Die konzentrierten Trauben erreichten eine perfekte Phenol- und Zuckerreife. Sie konnten kerngesund unter idealen Bedingungen gelesen werden. Nebel am Morgen, sonnige Tage und kühle Nächte. Die Nebbiolo liebt diese großen Temperaturunterschiede zwischen den Tages- und Nachttemperaturen ganz besonders, deshalb ist die Balance der Weine dieses Jahr so herausragend und beeindruckend. Die Konzentration der reifen Tannine im Zusammenspiel der schicken Säure und berauschend reifer, saftiger Frucht ist schlichtweg phänomenal! 2021 ist ein perfekter Jahrgang, den kein Piemont-Fan verpassen sollte.