Barolo Vite Talin 2016

Luciano Sandrone: Barolo Vite Talin 2016

Limitiert

Zum Winzer

100+
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2060
Verpackt in: 1er GP
9
tanninreich
frische Säure
seidig & aromatisch
3
Lobenberg: 100+/100
Anja Breit: 99–100/100
Galloni: 98/100
Parker: 98/100
Falstaff: 98/100
Suckling: 97/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Vite Talin 2016

100+
/100

Lobenberg: Der Name des Weines stammt aus dem piemonteser Dialekt. Talin bedeutet »geboren« und ist der Name desjenigen Besitzers, der damals den Weinberg an Luciano verpachtet hatte. Der Vite Talin kommt immer zwei Jahre später auf den Markt als die anderen Barolo des Hauses. Das erste Jahr dieses Weins war der 2013er Jahrgang. Vorher wurde er weder gefüllt noch irgendwo beigemischt. Es ist eine separierte Parzelle mit speziellen Reben, die aufgrund ihrer Genetik zu starker Verrieselung neigen und deshalb nur winzige Erträge bringen. Vite Talin ist in drei verschiedenen Plots in der Gemeinde Barolo aufgeteilt. Das Ganze resultierte aus einen Experiment, das 1987 startete. Luciano Sandrone fand in einem gepachteten Weinberg eine sehr spezielle Rebe, die eine andere Blattfarbe und Blattform hatte und sehr schwachwüchsig war. Die Beeren waren nur halb so groß wie normal. Luciano und sein Bruder Luca haben die Reben ausgehend von der Mutterpflanze selber vermehrt und zunächst experimentell an verschiedenen Orten angepflanzt. Keine Sélectión Massale, sondern einfach eine Vermehrung dieser einzigen Mutterpflanze. Genetisch identische Pflanzen, die in drei Plots auf 0,7 Hektar aufgeteilt sind. Im ersten Jahr gab es nur zwei Liter. Man war sich am Anfang noch nicht mal sicher, ob es sich tatsächlich um Nebbiolo handelt, aber das hat sich dann später bestätigt. Das Ergebnis dieser Arbeit sind nur 2.000 Flaschen pro Jahr. Der Wein wird nicht im Stahl fermentiert, sondern im Holz. Zuvor werden die Trauben zu 100 Prozent entrappt. Der Ausbau geschieht zum Teil in 500 Liter Fässern und in Stückfässern mit 2000 Liter Fassungsvermögen. Keine Schönung, keine Filtration, nur eine ganz leichte Schwefelung vor der Füllung. Vite Talin bleibt drei Jahre im Holz und drei weitere Jahre auf der Flasche, bevor er auf den Markt kommt. Heute ist dieser Wein mit diesem wahnsinnig geringen Ertrag und der speziellen Ausprägung sicherlich die größte Rarität in Barolo überhaupt, vielleicht zusammen mit dem Ca d´Morissio von Giuseppe Mascarello. 2016 Vite Talin – der größte Wein, den Sandrone je erzeugt hat. Diese spezielle Komposition im größten Jahr der Geschichte Barolos – was ergibt das? Die Nase ist unendlich fein, tief und zugleich würzig. Satte Lakritze, dunkle Schokolade und schwarze Kirsche. Der Wein zieht die Nase förmlich in das Glas. Wow, was für ein Parfum! Lavendel darunter, schwer und üppig, aber zugleich fein und filigran. Sehr aromatisch. Im Mund Lavendel, Veilchen, satte süße, schwere Lakritze, dunkle Schokolade bis Bitterschokolade, dunkle Heilerde und darunter schwarze Kirsche, Brombeere und Cassis. Erst im Finale eine süße Kirschfrucht, aber dunkel bleibend. Würzig und immens tief, mit satten Tanninmassen, die aber total poliert sind. Ein Wein, bei dem völlig klar ist, dass man ihn die nächsten 10 bis 20 Jahre besser nicht anfassen sollte. Aber er ist nicht spröde, er ist von Anfang an berauschend schön. In seiner gerbstoffreichen Art ist er nur auch sehr abweisen. Kein Monster, aber ein Riese. Sicherlich mit das Beste, das ich hier in Barolo bisher probiert habe. Großer Stoff! 100+/100

99–100
/100

Anja Breit über: Barolo Vite Talin

-- Anja Breit: Vite Talin ist nach einem Klon benannt der zu der Zeit entdeckt wurde, als Barberas Vater bei Marchesi di Barolo Kellermeister war. Talin ist der Name des Weingärtners dem die besonderen Reben gehörten, und der seine Trauben damals an Marchesi di Barolo verkaufte. Eine einzige Rebe seines Weinbergs verhielt sich komplett anders als der Rest, und zog somit das Interesse der Ampelographer aus Turin auf sich, die daraufhin den selben Klon multiplizierten. Nach Jahren der Forschung war 2013 dann endlich der erste Jahrgang in dem Sandrone aus den Trauben dieser Rebstöcke ihren ersten Wein machen konnten. Nach vier bis sechs Wochen auf der Maische – das ist relativ lange, wie Barolo traditionell hergestellt wurde – wird er drei Jahre im großen Holzfass ausgebaut und anschließend dann noch weitere drei Jahre in der Flasche gereift, also zusammen immer mindestens sechs Jahre, bevor er auf den Markt kommt. In der Nase hat er eine reife, fette, dunkle Kirsche, Brombeer und Waldbeer-Frucht, feine ätherische Kräuter Noten und herben, schwarzen Tee. Aromen die dann in eine intensive kalkige, fast salzige Mineralität übergehen. Es bleibt eine leicht rauchige Note mit etwas Asphalt. Im Mund ist der Vite Talin körperreich, mit einem absolut monumentalen Tannin. Wow! Das rund polierte Tannin schmiegt sich um die Zähne. Die frische Säure ist ausgesprochen schön eingebunden. Es dauert sicher minimum eine Dekade bis der Vite Talin in sein Trinkfenster kommt. Bombastische Energie! Nach Minuten kommt eine ganz feine Vanille Würze. Super lang, er bleibt für Minuten im Mund. 99-100/100

98
/100

Galloni über: Barolo Vite Talin

-- Galloni: The 2016 Barolo Vite Talin is superb. Dark and explosive in the glass, the 2016 captures all the pedigree of this site. Black cherry, plum, mocha, espresso, licorice, spice, new leather and menthol are some of many aromas and flavors that meld together in a Barolo that impresses with its textural richness and opulence. The 2016 is such a gorgeous wine. 98/100

98
/100

Parker über: Barolo Vite Talin

-- Parker: This is a wine I have jealously followed since its birth. The Luciano Sandrone 2016 Barolo Vite Talin is another superstar. This is a complete wine, with depth, intensity and a fully generous and embracing personality. It's like a warm hug. The tannins are tight and the wine needs more time to fully soften. At this young point in its life, it offers plenty of dark primary fruit, spice and black licorice. 98/100

98
/100

Falstaff über: Barolo Vite Talin

-- Falstaff: Dunkel leuchtendes, funkelndes Rubin mit zart aufhellendem Rand. Zeigt in der Nase feine Nuancen nach Leder, Preiselbeermarmelade, dazu Tabak, Grapft, im Nachhall nach Cassis und Brombeeren sowie Lakritze. Am Gaumen tiefgründig und strahlend, saftig, mit engmaschigem, dichtem Tannin, bestimmend und elegant, dazu fester Druck, hat viel Lagerpotenzial, prächtig. 98/100

97
/100

Suckling über: Barolo Vite Talin

-- Suckling: Wow, this is super-succulent and silky smooth with concentrated aromas of plums, berries and fresh sous-bois notes of dried leaves and flowers. A note of powdery wet stone adds another dimension. Full-bodied palate, where some bright, oaky notes add their weight, creating a well-pitched blend of still firm oak and fruit tannin that creates a measured framework for all the complex flavors. The finish is long and driven. A multifaceted Barolo that’s a joy to taste now, but still needs a few years to show its best. Try from 2025. 97/100

Mein Winzer

Luciano Sandrone

Wer Luciano Sandrone leibhaftig sieht, würde wohl nicht glauben, dass er als einer der dynamischen Erneuerer der Barolista gilt. Seine Weine gehören unbestritten zu den größten Baroli. Die Weinbergsbearbeitung geschieht bei Sandrone biologisch-organisch.