Barolo Vite Talin

Luciano Sandrone

Barolo Vite Talin 2014

Limitiert

tanninreich
frische Säure
seidig & aromatisch
98–99
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2052
Verpackt in: 1er GP
3
Lobenberg: 98–99/100
Falstaff: 98/100
Galloni: 95–98/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Vite Talin 2014

98–99
/100

Lobenberg: Die Story hinter diesem Talin, der 2013 das erste Mal auf die Flasche kommt, ist sehr erstaunlich, das Ergebnis ist mehr als einleuchtend: Die Reben sind 40 Jahre alt. Es gibt nur 0,7 Hektar mit einem winzigen Ertrag. Diese Weine sind in einem einzigen Weinberg nahe dem Dorf Barolo gepflanzt. Eine kuriose Geschichte. Luciano hat 1987 in einem Nebbiolo-Weinberg, den er gepachtet hatte, eine einzelne Rebe ausgemacht, die sich in der Art des Wachstums deutlich von den anderen Reben unterschied. Es stellte sich heraus, dass durch einen Virus eine genetische Veränderung eingetreten war. Einen Gen-Defekt in der Art, wie wir es auch aus der Champagne (in Avize z.B. Thienots Vigne aux Gamins) kennen. Extrem winzige Erträge und sehr lockerbeerige Trauben. Unproduktiv und deshalb von den Behörden verdammt. Luciano und sein Bruder und Weinbergmanager Luca haben die Reben ausgehend von der Mutterpflanze selber vermehrt und zunächst experimentell an verschiedenen Orten angepflanzt. Letztendlich wurde ein Teil der Weinlage Le Coste bei Barolo mit den heute produzierenden Reben bestockt. Das Ergebnis, eben durch diese Lockerbeerigkeit und diesen winzigen Ertrag, ist allerdings eine enorme natürliche Konzentration bei totaler Gesundheit. Kleinste gesunde Beeren, dicke Schalen. Es gibt nur etwas über 2.000 Flaschen. Der Name des Weines stammt aus dem piemonteser Dialekt. Talin bedeutet „geboren“ und ist der Name desjenigen Besitzers, der damals den Weinberg an Luciano verpachtet hatte. Der Wein ist zwei Jahre im 500 Liter Tonneau und ein weiteres Jahr im großen Holzfass und danach drei weitere Jahre auf der Flasche im Weingut bevor er in den Verkauf kommt. 2014 ist bekanntlich ein Jahr, dass ganz feine Weine hervorgebracht hat, Barolos zum Träumen, mit feinsten Tanninen und ohne grüne Elemente oder brachiale Kraft. So ist im Grunde 2014 eine Weiterentwicklung von 2012 in der Stilistik oder eine etwas zartere Version eines stylischen 2016ers. Der Vite Talin ist wahnsinnig duftig und wahnsinnig schwarz. Aber nicht drückend und fett, sondern schwarz und feminin. Fast etwas exotisch. Die Nase enthält Feige, süße Jasmin, Flieder, viel Veilchen, dazu Lakritze. Das Ganze wie eine kraftvolle, dunkle Wolke, ohne jeden Gerbstoff, einfach nur in einer unglaublich wollüstigen Duftwolke hochkommend. Mit dieser ganzen floralen Süße, Pakistani Night, wow, was für eine schwarzblaue Wucht. Der Mund hat dann unerwartet viel Gripp und viel salzige Pikanz, sehr viel sogar, und so viel Lakritze, holländische, schwarze, salzige Lakritze, die unendliche lange im Mund umhergeht und alles belegt. Süßholz, Feige, die Süße, die Exotik und das Ganze mit viel druckvoller, mineralischer Länge von Feuerstein über Schiefer. Wieder in diese extreme lakritzige Würze reingehend, salzig und süß für zwei Minuten haften bleibend. Der Wein ist ohne Frage ein Ereignis. Das ist verblüffend. 2014 gibt es nicht viele Highlights auf diesem Level, aber dieser Vite Talin gehört ganz sicher dazu. Das ist ein Unikat. Großer Stoff. 98-99/100

98
/100

Falstaff über: Barolo Vite Talin

-- Falstaff: Leuchtendes, intensives Rubin mit Granatrand. Sehr kompakte Nase, nach Brombeeren, Heidelbeeren und etwas Trüffel. Zupackend und dicht am Gaumen, konzentriertes Tannin, satte Frucht, viel Zwetschge und Kirsche, tief- gründig und erdig im Finale. 98/100

95–98
/100

Galloni über: Barolo Vite Talin

-- Galloni: The 2014 Barolo Vite Talin is shaping up to be one of the wines of the vintage. A powerful, unctuous wine, it possesses off-the-charts intensity married with striking nuance. Dark red cherry jam, plum, lavender, spice, rose petal and mint are some of the many nuances that flesh out. In 2014, the Vite Talin is a wine of extraordinary finesse, nuance and classicism. It will spend two years in 500-liter barrels and a third year in cask. Tasting the 2014, I can only wonder why the other Barolos don't get the same élevage. I won't be surprised if the 2014 one day surpasses the 2013 - it is every bit that thrilling. Wow! The Vite Talin emerges from a parcel within the Rivassi cru known as Talin with heavily virused vines that produce a minuscule crop. For many years I have tasted the Talin Barolo from cask as one of the potential candidates for Le Vigne. During all of that time, Sandrone ultimately decided to sell the entirety of the production off in bulk. Until 2013, when the Sandrones decided to bottle the wine on its own, with an old-school label that celebrates the Sandrone family's history prior to the founding of the Luciano Sandrone winery. 95-98/100

Mein Winzer

Luciano Sandrone

Luciano Sandrone ist ein schillernder Typ, sehr korrekt, etwas verschmitzt, seriös und überhaupt nicht so chaotisch wie man einen revolutionären Weinmacher erwartet. Wer ihn leibhaftig sieht, würde wohl nicht glauben, dass als einer der dynamischen Erneuerer der Barolista gilt. Seine Weine gehören...

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