Barolo Villero Riserva 2006

Vietti

Barolo Villero Riserva 2006

Limitiert

100
100
2
Nebbiolo
5
rot, trocken
Gereift
14,0% Vol.
Trinkreife: 2016–2050
Verpackt in: 3er OHK
9
voluminös & kräftig
tanninreich
frische Säure
3
Lobenberg: 100/100
Parker: 97/100
Galloni: 96+/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Villero Riserva 2006

100
/100

Lobenberg: Die beste Lage Viettis, wird nur in ganz großen Jahren separat vinifiziert, der einzige Barolo, der vor dem mehrjährigen Ausbau im großen 2,5 hl Holzfass auch eine etwas längere Zeit im kleinen Holz verbracht hat. Der Villero macht nach dem Ausbau noch 2 weitere Jahre Flaschenreife durch bis er auf den Markt kommt, also immer 2-3 Jahre nach den anderen Weinen des Jahres. Veilchen und Rosenblätter neben etwas verbranntem Gummi, schwarze Erde und dunkle belgische Praline. Ganz leicht kommt Hagebutte und gelbe Frucht dahinter hoch, Mango, ein Hauch Aprikose. Drückend, etwas verbrannte Brombeere, total verspielt und gleichzeitig total dicht. Im Mund eine jahrgangsspezifische deutliche Veränderung zum 2004er Villero, welcher unglaublich dicht und üppig und fett war. Hier im 2006er kommt die überwältigende Intensität eher extrem fein und dennoch gleichermaßen kraftvoll. Immense Tanninmassen, aber gleichzeitig saftig, voller Verspieltheit, sehr elegant. Schwarze Frucht, Praline, aber auch viel rote und schwarze Kirsche, Sauerkirsche, gummiartige Noten, Power und Feinheit zu gleich ohne Ende. Sehr saftig mit großer Länge. Ein lecker und charmant trinkbarer, zugleich riesengroßer Wein mit berauschender Feinheit. Burgundische Noten, Balsamico, Eukalyptus, Minze am Ende, feines Salz, große Perfektion erreichend. 100/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Katalog über: Barolo Villero Riserva

-- Katalog: -- Parker: The last wine of the flight is the outstanding 2006 Barolo Riserva Villero. It literally bursts open to full force intensity and beauty. It’s a mind-blowing interpretation of the often austere and brooding Nebbiolo grape that shows abundant life and vigor. Dark leather, cured beef, pressed rose petal, candied fruit, prune, cola, dried herbs and crushed mineral emerge from the glass like an aromatic marching band. Anticipated maturity: 2016-2035. 97/100

Internet über: Barolo Villero Riserva

-- Internet: -- WS: Though on the linear side, this Barolo is full of sweet cherry, licorice, leather, savory herb and tobacco aromas and flavors. Dense and taut, showing a granular feel to the well-integrated tannins. This remains fresh and focused on the long, savory- and mineraltinged finish. Best from 2016 through 2035. 96/100 -- Galloni: Elegance and power come together in grand style in Vietti’s 2006 Barolo Riserva Villero. At times delicate while at other times a powerhouse, the 2006 captures all the seeming contradictions that make Nebbiolo such a great grape. Tasted alongside the other Vietti 2006s, the Villero shines. The aromas and flavors are all beautifully defined, but it is the wine’s overall sense of harmony that leaves the longest impression. Tar, pine and wild flowers are layered into the huge, balsamic-infused finish. The Villero is typically quite slow out of the gate and I will not be at all surprised if that is the case here as well. As for the rest of Vietti’s 2006s, I tasted them again, and, well, they are pretty special too. 96+/100 -- Gambero Rosso: 3 Gläser

Mein Winzer

Vietti

Die Familie Vietti erzeugt Wein seit vier Generationen in Castglione Falletto im Herzen des Anbaugebiets Barolo. Seit 1957 war der 2012 verstorbene Alfredo Currado für den Ausbau der Weine verantwortlich, schon 1961 begann er die großen Lagen separat zu vinifizieren. Vietti war es vorbehalten, den...