Azienda Agricola Brovia

Barolo Villero 2017

Limitiert

tanninreich
voluminös & kräftig
96–98
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2023–2048
Verpackt in: 12er
3
Lobenberg: 96–98/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Villero 2017

96–98
/100

Lobenberg: Der Villero wächst auf 340m in Süd-West-Ausrichtung in Castiglione Falletto. Der Villero kommt vom gleichen Hang wie Rocche, etwas tiefer gelegen, das Beste aus Castiglione Falletto. Kalksteinböden, Sand, weißer Lehm, hohe Eleganz und maskuline Power zugleich. Die Reben wurden Anfang der 60er Jahre angepflanzt und wachsen auf ca. 1,5 ha Ton- und Kalkboden. Geerntet wird von Hand im Oktober. Nach 15-20 Tagen Fermentation im rohen Beton bei gleichbleibender Temperatur (Presswein wird niemals mitverwendet) reift der Wein zwei Jahre in Französischer Eiche in mittelgroßen Fässern von 30 hl. Danach wird der Wein ohne Filtration auf die Flasche gezogen. Bei der Veredelung wird penibel auf eine konstante Temperatur und die richtige Luftfeuchtigkeit geachtet; geschützt vor Sonneneinstrahlung und Kunstlicht. Das Ergebnis ist ein kraftvoller und körperreicher Wein vom historisch bedeutendsten Cru in Castiglione Falletto, Villero war die erste jemals etikettierte und genannte Einzellage in der gesamten Langhe (Vietti). Es ist eine deutlich wärmere Lage als Rocche, DIE Lage aus der Vietti heute noch seine Riserva macht, weil sie so unglaublich reiche Weine hervorbringt. 2017 war gekennzeichnet von einer großen Frostperiode im Frühjahr und von einem warmen Sommer mit langer Trockenperiode. Vom Frost wurden vor allem jene Winzer verschont, die Reben in Hochlagen bewirtschaften. Durch die Trockenheit und Wärme stand im Herbst eine deutlich frühere Lese an als normalerweise, teils vier Wochen früher. Das schöne war, dass Anfang September in den Nächten eine große Kühle herrschte. Wir haben also auf der einen Seite einen warmen, reichen, fruchtbetonten Jahrgang wie 2011 oder 2015. Und gleichzeitig haben wir Frische und Kühle durch den kühlen Herbst und somit auch eine hohe Eleganz, mit seidigen Tanninen. Deshalb ist 2017 ist nicht wirklich vergleichbar, weder mit 2011, das die Kühle nicht hatte, und auch nicht mit 2003 oder 2015. Die klimatischen Bedingungen haben 2017 auch dazu geführt, dass sich in Barolo die verschiedenen Höhenlagen etwas annäherten. Der Jahrgang, mit seiner Frische, Finesse und fruchtstarken Aromatik, dominiert in diesem Jahr 2017 deutlich mehr als in Jahren wie 2016 oder später 2019 und 2020. Villero liegt ebenso wie der Rocche in Castiglione Falletto. Beide Weinberge liegen entlang der Straße, die hoch führt nach Castiglione, beide liegen relativ hoch auf 350 Metern. Villero ist nach Südwesten exponiert, es ist also etwas wärmer. Die Böden bestehen zu einem Großteil aus weißem Lehm. Man spürt sofort die Wärme des Jahrgangs 2017, aber auch die Wärme der Lage Villero. Hohe Aromatik, hier kommt dann auch zur Strukturiertheit von Castiglione ein bisschen Erdbeere und Himbeere. Massive Zwetschge, darunter ein wenig Holunder, Sauerkirsche und Schlehe. Insgesamt einen hohen Charmefaktor ausstrahlend. Die Tag-Nach-Unterschiede waren – obwohl schon im September gelesen wurde – relativ gut. Das heißt, dass die kühlen Nächte die Säure erhalten haben. Villero ist dementsprechend ausgesprochen frisch, obwohl er nach Südwesten exponiert ist. Er ist erstaunlicherweise genauso frisch wie der Rocche. Das Ganze mit dieser hohen Aromatik, mit diesem Charmefaktor und diesen roten Früchten. Gleichzeitig Struktur und seidige Tanninmassen. Die Tannine sind wirklich reichlich vorhanden, nur sind sie eben seidig. Alex Sanchez, der Winzer, führt aus, dass er in 2017 aufgrund der großen Trockenheit und Hitze keinerlei grüne Lese durchgeführt hat. Auch, weil dadurch die Säure noch weiter runtergegangen wäre. So war die Säure gut erhalten, frisch und trotzdem gab es niedrige Erträge wegen der Trockenheit. Im Gegensatz dazu wurde 2016 dramatisch weggeschnitten und trotzdem war 2016 der größte Jahrgang in der Geschichte hier. Das Finale ist schwarzfruchtig. Holunder, Kräuter der Provence, seidige, aber massive Tannine. Für einen aromatischen, weichen, früh zugänglichen Jahrgang 2017 schon erstaunlich maskulin. Ein Wein mit Hang zu Größe. 96-98/100

Mein Winzer

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Die Geschichte des Weinguts der Brovia in Castiglione Falletto reicht bis in das Jahr 1863 zurück. Nach einem mehrjährigen Stillstand in der Weinproduktion nahmen sich 1953 Giacinto, Raffaele und Marina Brovia ein Herz und starteten quasi wieder von Null. Von Anfang an an setzte die Familie dann nur...

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