Barolo Rocche Annunziata 2018

Roberto Voerzio

Barolo Rocche Annunziata 2018

voluminös & kräftig
tanninreich
97–99
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2045
Verpackt in: 3er OHK
3
Lobenberg: 97–99/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Rocche Annunziata 2018

97–99
/100

Lobenberg: 2018 war im Piemont ein sehr warmes Jahr mit ausreichend Regenmengen und einer regulären Ernte im Oktober. Ein sehr klassischer Jahrgang, kein grandioses Tannin-Jahr wie 2016, sondern eher delikat und sehr ausgewogen. Im Charakter an 2015 erinnernd, aber nicht ganz so rund und üppig. 2018 ist doch eher wie 2012, mit dieser hohen Eleganz und Verspieltheit. Und obwohl viele Leute von einem heißen und trockenen Jahr reden, weil es vor allem in Bordeaux sehr warm und trocken war, ist 2018 im Piemont kein besonders heißes Jahr. In Summe ist es ein elegantes und florales Jahr, mit einer guten Basis-Konzentration. Nicht so rund wie 2015, ohne die extremen Gerbstoffe von 2016 und nicht so hyperkonzentriert wie 2017. Der vorherrschende Eindruck der feinen und hedonistischen Art entsteht auch durch die Tatsache, dass der Jahrgang leicht verdünnt ist. Es gab etwas größere Mengen als im Durchschnitt, was unter anderem daran liegt, dass es etwas mehr Regen gab als in den Jahren davor. Der Jahrgang ist generell etwas leichter. 2018 ist einfach ein klassisches, aber feines, elegantes, trinkiges und hedonistisches Jahr. Der Vergleich mit 2012 passt wahrscheinlich am besten. Keine extremen Wetterkapriolen, eine trockene Erntezeit im Oktober – so wie es für einen klassischen Barolo oder Barbaresco sein soll. Dementsprechend gibt es sehr elegante und aromatische Weine. Im Grunde ist 2018 das idealtypische Jahr in der Langhe. Rocche Annunziata ist die tiefgelegenste Lage von Voerzio. Liegt da, wo Altare seine Weinberge hat, die quasi andere Hangseite des Arborina. Das nächste kleine Tal in Amphitheaterform. Deutlich wärmer, und trotzdem in dieser Ecke einer der elegantesten Weinberg überhaupt. Aber nicht mehr ganz typisch für La Morra mit dieser ansonsten so extremen Feinheit. Hier bekommen wir mehr Wärme, mehr Reichhaltigkeit. Roberto Voerzio arbeitet biodynamisch, aber ohne Zertifizierung. Im Weinberg gibt es winzige Erträge von klar unter 20 Hektolitern pro Hektar, häufig sogar 15 oder gar 10 Hektoliter. Es sind extrem stammnahe, winzig kleine Träubchen. Die Reben stehen in extremer Dichtpflanzung von 10.000 und mehr Stöcken pro Hektar. Der Ertrag pro Pflanze liegt damit zwischen 300 und 500 Gramm. Normalerweise reduziert Roberto die Weinstöcke auf fünf Trauben pro Rebe. Zusätzlich werden die Trauben mittig halbiert, sodass nur die Schultern und der mittlere Teil in den Wein kommen. In warmen Jahren reduziert Roberto sogar auf vier Trauben pro Stock, der durchschnittliche Ertrag liegt dann bei circa 400 Gramm pro Pflanze. Diese Wärme der Lage Rocche spiegelt sich in der Nase des 2018er wider: Samt und Seide, eine schöne Üppigkeit. Fast cremig in dieser Crème de Cassis-artigen Komposition. Feine rote Frucht, verspielte Lakritze und Jasmin. Hohe Intensität, ein Veilchenduft – sehr schick! Reicher, aber nicht fetter Mund. Reif, aber nicht üppig. Cremig und verspielt. Was fehlt ist das letzte Quäntchen Druck. Das ist 2018 – eine weiche und verspielte Zugänglichkeit. Schicker Barolo im besten Sinne des Jahrgangs 2018. In 2018 ist die Langhe wirklich Chambolle-Musigny-artig verspielt. Zärtlich tänzelnd ist dieser Wein. Freude hinterlassend, es schleicht sich ein Lächeln ins Gesicht. Das ist so schön. 97-99/100

Mein Winzer

Roberto Voerzio

„Der Barolo, den ich anstrebe, soll ein strenger Wein sein, komplex an der Nase und am Gaumen sehr feurig. Man soll verstehen, dass er Frucht bester Weinberge ist, geduldiger und emsiger Arbeit, großer Leidenschaft, in großer Einfachheit und mit Respekt vor der Natur.“ (Roberto Voerzio)