Barolo Riserva Cerretta Vigna Bricco 2016

Elio Altare

Barolo Riserva Cerretta Vigna Bricco 2016

voluminös & kräftig
tanninreich
99–100
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
15,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2040
Verpackt in: 1er OHK
3
Lobenberg: 99–100/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Riserva Cerretta Vigna Bricco 2016

99–100
/100

Lobenberg: Der Barolo Cerretta kommt von nur 0,7 Hektar in Serralunga, deutlich intensiveres Terroir bzgl. Mineralität und Kraft, Lehmböden mit viel Eisen, Kupfer und anderen Metallen. Die Säure und das Tannin der Weine aus Serralunga sind daher schon vom Boden höher. Der Fassausbau des Cerretta ist genau so lang wie bei den anderen Weinen, aber der Wein wird danach noch zwei Jahre länger auf der Flasche gelagert bevor er in den Verkauf gerät, um ihn einfach schon weicher auf dem Markt zu präsentieren. Was aber auch nötig ist, weil Serralunga grundsätzlich die maskulineren Weine hervorbringt als La Morra. Ein hoch angesagtes Terroir, wo auch Giacomo Conterno berühmte Weine stehen hat. Diese Böden von Serralunga vertragen das neue Holz von Altare in der Regel deutlich besser, weil sie eben reicher im Tannin sind, höher in der Säure (die Lage liegt in Serralunga sehr hoch) und das macht diesen Charakter der Weine aus. Außerdem hat Silvia Altare ein bisschen mit dem Holz gespielt. Es gibt jetzt nicht nur Taransaud sondern auch Francois Frères Fässer. Und ein Teil davon ist eben auch für den Cerretta verwandt worden. Für mich ist Cerretta bei Altare immer so herausragend, weil diese maskuline Art eben dieses neue Holz sehr gut verträgt. Der Arborina von Altare liegt neben dem Arborina von Corino, hat aber noch deutlichere Südexposition, ist also noch wärmer, noch reicher. Der Cerretta kommt als einziger Wein komplett aus Serralunga. Es ist eine 50 Hektar große Lage, die sich von Serralunga ganz oben herunterzieht, bis Baudana. Die Terroirs sind Millionen Jahre älter und es gibt eine stärkere Konzentration an Kalkstein und weißem Lehm. Serralunga und Castiglione machen die maskulinsten Barolo. Vielleicht ist Serralunga DIE Gemeinde in Barolo schlechthin. Von Gaja, Vietti und Luigi Pira bis Giacomo Conterno – alles tummelt sich hier, was Rang und Namen hat. Der 2016er Cerretta hat eine reiche, wuchtige, schwarzfruchtige Nase. Schwarze Kirsche, hochreife Zwetschge, dunkle Lakritze und auch ein wenig Cassis darunter. Aber das neue Holz macht ihn gleichzeitig auch weich und gibt eine Vanillenote darunter. Sehr ausgewogen. Der Mund verblüfft. Ich hätte spröderes Tannin erwartet. In Wirklichkeit haben wir aber eine immense Seidigkeit. Tanninmassen, die total poliert sind, total geschliffen. Große Länge und hohe Frische – fast schmerzhaft an der Zungenspitze. Unendlich lang und reich, aber nie fett. Verblüffende Balance und Harmonie, aber die Tanninmassen sind sofort zugänglich. Es ist 2016, der Wein braucht 10 oder 15 Jahre. Ein großer 2016er Barolo. Wenngleich ich immer wieder überrascht bin, wie sehr die Menschen auf diese tanninreichen Barolo abfahren, denn die Trinkbarkeit wird so lange auf sich warten lassen. Im Grund ist man als Konsument viel besser beraten, wenn man auf reiche Jahrgänge wie 2017, auf elegante Jahrgänge wie 2012 und 2018 oder auf warme Jahrgänge wie 2011 und 2015, zurückgreift. Die ganz großen Jahrgänge 2004, 2006 und 2016 brauchen doch verdammt lange und sind dann wirklich auch nur nach immens langer Wartezeit so groß wie es sein soll. Großer Stoff für ein langes Leben, für eine unendliche Wartezeit. Ich erkenne die Größe an. 99-100/100

Mein Winzer

Elio Altare

Elio Altare ist das Vorbild für die Erneuerung und die Moderne des Piemont. Alle führenden Winzer der Moderne haben von ihm gelernt, von der Weinbergsarbeit bis zum Ausbau im Barrique.