Barolo Monvigliero 2018

Fratelli Alessandria

Barolo Monvigliero 2018

strukturiert
saftig
pikant & würzig
98–100
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
15,0% Vol.
Trinkreife: 2025–2048
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 98–100/100
Anja Breit: 98/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Monvigliero 2018

98–100
/100

Lobenberg: 2018 war im Piemont ein sehr warmes Jahr mit ausreichend Regenmengen und einer regulären Ernte im Oktober. Ein sehr feiner und doch klassischer Jahrgang, kein grandioses Tannin-Jahr wie 2016, sondern delikat, unanstrengend, offen und sehr ausgewogen. 2018 ist eher wie 2012 und 2008, mit dieser hohen Eleganz und Verspieltheit. Und obwohl viele Leute von einem heißen und trockenen Jahr reden, weil es vor allem in Bordeaux sehr warm und trocken war, ist 2018 im Piemont kein besonders heißes und trockenes Jahr. In Summe ist es ein leichteres, elegantes und florales Jahr, mit einer guten Basis-Konzentration. Nicht so rund wie 2015, ohne die extremen Gerbstoffe von 2016 und nicht so hyperkonzentriert wie 2017. Einfach ein klassisches, aber feines, elegantes, trinkiges und hedonistisches Jahr. Der Vergleich mit 2012 und 2008 passt eben wahrscheinlich am besten. Keine extremen Wetterkapriolen aber ein sehr feuchtes Frühjahr, leichtere Weine sind die Folge, dann aber eine trockene Erntezeit im Oktober – so wie es für einen klassischen Barolo oder Barbaresco sein soll. Dementsprechend gibt es sehr elegante, leichtere und doch aromatisch verspielte Weine. Alle Winzer, die statt auf Extrakt und Power Richtung Feinheit und Finesse vinifiziert haben, konnten überwältigend schöne Weine für frühen Genuss auf die Flasche bringen, köstlich, filigran, finessenreich und unanstrengend. Dieser Barolo kommt aus einer nur 1,4 Hektar kleinen Parzelle aus dem Ort Monvigliero. Es sind über 50 Jahre alte Reben. Monvigliero liegt von Verduno aus weiter nordöstlich, noch näher am Tanaro. Durch die Nähe zum Fluss ist es die kühlste Lage von Fratelli Alessandria. Der Weinberg hat eine Süd-Südwestexposition auf 300 bis 350 Metern Höhe. Heller Kalkstein mit ein bisschen Lehm und Schwemmsand. Die Trauben werden komplett entrappt und nur minimal angequetscht. Vergoren wird komplett im Stahltank für drei bis maximal vier Wochen. Es wird nur übergepumpt, die Kerne sinken allesamt zu Boden. Nach der Malo geht es in 2.500 Liter Holzfässer, die alle 25 Jahre gewechselt werden. Alle vier verschiedene Barolo von Fratelli Alessandria werden auf diese Art gemacht. Sie sollen das Terroir abbilden – keine unterschiedliche Machart, nie kleines Holz, nie neues Holz. Fratelli Alessandria ist ohne Zweifel der Superstar-Betrieb im Ort Verduno. Es ist eine Randgemeinde von La Morra in Richtung Tanaro Fluss. Die Weinberge liegen im Schnitt über 300 Meter hoch, manche liegen auf bis zu 400 Metern Höhe. Eine klassische Art Barolo zu erzeugen: Slawonische Eiche, große Fässer, langer Verbleib auf der Maische, dann ein dreijähriger Ausbau. Das Weingut wurde schon 1830 als Fratelli Dabbene gegründet und wurde 1870 in Fratelli Alessandria umbenannt. Hier ist alles noch wie früher. Das Weingut ist in einem charmanten, uralten Haus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, mitten im Zentrum des historischen Ortes Verduno. Ein reiner Familienbetrieb, in dem Gian Battista mit seiner Frau Flavia, seinem Bruder Alessandro und dessen Sohn Vittore die Weine erzeugt. Es ist die achte Generation an Winzern hier. Die Weine werden ausschließlich aus Trauben von eigenen Weinbergen gemacht. Das gesamte Weingut hat nur 15 Hektar, die sich auf die besten Lagen von Verduno und Monforte verteilen. Überwiegend Nebbiolo. Der Wein hat eine enorm blumige Nase, fein und verspielt. Veilchenblätter, Vergissmeinnicht, Hagebutte, Himbeere, Zwetschgen und helle Kirschen. Insgesamt ein hellfarbener Wein. Dieser 2018er ist so verspielt, so delikat. Der Vergleich zum Jahrgang 2012 dängt sich mir immer wieder auf, wenn ich 2018 probiere. Was für ein elegantes und schön zu trinkendes Jahr! Trotzdem hat der Weine eine profunde Tiefe und so viel Eleganz. Die Nase ist zum Reinspringen schön. Der Mund ist sandig im total polierten Tannin, enorm geschliffen und frisch. Auch hier wieder die floralen Eigenschaften von Veilchen und Rosenblättern. Reife Zwetschge dazu, reife Himbeere und Herzkirschen. Lang und intensiv, trotzdem total fein. Ein Wein, der auf Messers Schneide zwischen maskulin und feminin läuft. Auf jeden Fall verspielt und tänzelnd. Tolle Länge und gleichzeitig die wahnsinnige Eleganz der Aromatik, dieses Schicke. Das macht große Freude! Die Verwandtschaft zu Giuseppe Mascarello lässt sich in dieser Ausdrucksform gar nicht verleugnen. Einfach nur wunderschön zu trinken. Hedonismus pur, unanstrengend und verzückend. So soll es sein. Kein Wein zum Niederknien, kein Wein zum Anbeten, sondern einfach nur eine sensationelle Trinkfreude. Ich bin völlig begeistert von diesem Wein! 98-100/100

98
/100

Anja Breit über: Barolo Monvigliero

-- Anja Breit: Durch die Nähe des Weinberges zum Fluss Tanaro gab es hier größere Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperaturen was zu einer längeren und ausgeglicheneren Reifung der Trauben am Weinstock beiträgt. Er scheint mit mittlerem Granatrot aus dem Glas, mit ein Hauch Orange. An der Nase hat der Monvigliero eine betörende, satte erdige Würze mit viel dunkler Frucht. Schwarzkirsche, frische Zwetschge. Feine, elegant bittere Noten von Kräuterlikör und etwas Blutorangen Schale. Im Mund ist er verspielt und saftig, jedoch auch körperreich. Wieder mit reifer Kirsche, etwas Marzipan. Gute Mengen an Tannin bauen eine schöne Struktur, sind jedoch gleichzeitig fein und reif. Er hat eine dunkle, fast rauchige Mineralität, obwohl der Boden hier aus mehr Kalkstein und Schwemmsänden besteht, was eigentlich eher als Finesse im Wein landet. Der Monvigliero ist einfach purer Trinkgenuss, der in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf seinen Höhepunkt kommt. 98/100

Mein Winzer

Fratelli Alessandria

Fratelli Alessandria ist ohne Zweifel der Superstar-Betrieb im Ort Verduno. Es ist eine Randgemeinde von La Morra in Richtung Tanaro Fluss. Die Weinberge liegen im Schnitt über 300 Meter hoch, manche liegen auf bis zu 400 Metern Höhe.