Roberto Voerzio

Barolo La Serra 2010

voluminös & kräftig
tanninreich
100
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2019–2051
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 100/100
Galloni: 96/100
Suckling: 96/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo La Serra 2010

100
/100

Lobenberg: Der Jahrgang 2010 in der Langhe ist wohl der harmonischste und balancierteste Jahrgang der letzten Jahrzehnte. Alles passt perfekt, hochgradig komplex. 2010 bot perfektes Wetter, eine gleichmäßige Blüte, ein heißer Sommer ohne wirkliche Extreme. Zum Endsommer leichte Schauer zur Wiederbelebung und immer gute Tag-Nacht-Differenzen in der Temperatur. 2010 ist nicht so tanninreich wie 2001, 2004 und 2006, nicht so üppig und fast fett wie 2007, auch nicht ganz so zart und fein wie 2008 und nicht so extrem harmonisch und rund wie 2009. Dieser Jahrgang ist eine etwas kraftvollere, strukturiertere und fruchtstärkere Kopie des großen 1999ers voller Harmonie, Finesse, Eleganz, Charme und vor allem Trinkfreude! Voerzios Problem war 2010 lediglich der winzige Ertrag von 15 hl/ha im Gegensatz zu ebenfalls minimalen 20 hl/ha in normalen Jahren. Jede Pflanze, also jeder Weinstock, brachte 2010 nur knapp 500 Gramm Beeren aus maximal 5 winzigen Trauben. In der Lage La Serra nur 300 Gramm je Stock. Wahrscheinlich der extremste Winzer der Welt. Bei so extremer und qualitativ auch gewünschter Ertragsreduktion ist es dauerhaft, jedoch wichtig die Stockdichte auf Zehntausend je Hektar zu erhöhen. Das erfolgt laufend, aber das wird jedoch auch noch Aufgabe der Folgegeneration um Sohn Davide Voerzio bleiben. Natürlich auch biologisch-organische Arbeit vom Weinberg bis zum Keller, nur Spontanvergärung, Nebbiolo-Ausbau nur in gebrauchtem, burgundischem, sehr dichtporigen Holz, minimal getoastet, also nur Zweit- und Drittbelegung, damit traditionelle Ausprägung der Weine, Holz ist nicht spürbar. Bei so geringen Erträgen und biodynamischer Weinbergsarbeit ist die Traubenreife deutlich schneller als bei Standardbetrieben, i.d.R. 3 Wochen Vorsprung, bei Voerzio war am 20. September noch vor allen größeren Regenfällen alles im Keller. Auch liegt dadurch trotz der hohen inneren Reife die Säure immer höher, Voerzios Weine sind immer reif und extrem frisch zugleich. La Serra ist die höchste Lage in La Morra und damit von Voerzio in 420 Metern Höhe direkt am Ortsausgang Richtung Barolo. Süd- / Südost- Exposition. Schon auf 8000 Stöcke je Hektar aufgestockt. Entsprechend der Höhe und der Sonnenexposition ist der La Serra der feinste, verspielteste, der zarteste Wein von Voerzio, er wird ob seiner Zartheit oft unterschätzt, ist jedoch meistens zusammen mit Brunate der beste Wein Voerzios, zumindest aus Sicht des Winzers. Die Feinheit und Blumigkeit zeigt sich schon in der Nase. Ganz feiner ätherischer Wein, extrem puristisch, ultrazart, fast leicht erscheinend, sehr duftig. Walderdbeere und Waldhimbeere gehen einher mit zarter roter Kirsche und Zwetschge, feinste helle Erde, total verspielt und zart, Minze und Jasmin, auch Veilchen und Eukalyptus, ultrazart und sehr burgundisch, ein gehauchter Chambolle Musigny-Typ. Ultrafeines, perfekt geschliffenes Tannin mit wunderbarer, präsenter und total verspielter Säure im Mund, extrem salzig mineralisch unterlegt, Gesteinsmehl, frische Grapefruit dazu, gelbe Frucht. Weniger süß als der reifere Rocche Annunziata. Noch feiner als Brunate, feiner als ein Burgunder, noch verspielter, es wird Jahre dauern, bis sich die Frucht als feinste Kirsche und Zwetschge über die Mineralität erhebt. Der verschlossenste Wein Voerzios kommt ultrazart auf leichten Katzenpfoten daher, in Seide gehüllt, fast geheimnisvoll, ein Wein für 'Seher'. Auch dieser echt abgehobene Wein ist richtig großes Kino, der wohl 3 Minuten währende Nachhall lässt die Klasse spürbar werden. Der Zugang zu diesem Wein ist wie ein langer, schmaler, unendlich langer Gang, immer geradeaus, endend in einer Kirche. Die noch etwas höhere Frische in der extrem aromatischen Fruchtintensität bei sehr guten Volumen und Reife, unterscheidet 2010 von den schon grandiosen Jahren 2009 und dem ultrafeinen 2008. Die totale Finesse und Harmonie mit Kraft, Frische und Langlebigkeit. Perfektion in Komplexität, Perfektion im Barolo, Perfektion im Wein! 100/100

Katalog über: Barolo La Serra

-- Katalog: -- Galloni: Firm tannins give the 2010 Barolo La Serra much of its energy and cut. A brilliant wine, the 2010 bursts from the glass with freshly cut flowers, mint, sweet spices and licorice. As always La Serra has a certain tannic spine that is impossible to miss. In 2010 La Serra is striking. Sweet rose petals, red berries, mint and crushed rocks reappear on the bright, chiseled finish. This is a fabulous La Serra. 96/100

Internet über: Barolo La Serra

-- Internet: -- Parker: The 2010 Barolo La Serra shows a broader approach to its aromatic delivery with a generous portion of red fruit, blackberry and a touch of exotic spice. Like the Cerequio, the wine shows impressive grip and structure that goes above and beyond many of the other wines made in this delicate vintage. Barolo La Serra is focused and bright and should hold many long years. 94+/100 -- Suckling: (Top 100 - 2014) A red with lovely balance of fruit and ultra-fine tannins. Full body, with strawberry, spice and chocolate character. Chewy finish. This is tight and powerful. Pure. Needs time to soften. Better in 2016. 96/100

Mein Winzer

Roberto Voerzio

„Der Barolo, den ich anstrebe, soll ein strenger Wein sein, komplex an der Nase und am Gaumen sehr feurig. Man soll verstehen, dass er Frucht bester Weinberge ist, geduldiger und emsiger Arbeit, großer Leidenschaft, in großer Einfachheit und mit Respekt vor der Natur.“ (Roberto Voerzio)