Azienda Agricola Corino

Barolo La Morra 2016

seidig & aromatisch
voluminös & kräftig
tanninreich
94–95+
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
15,0% Vol.
Trinkreife: 2021–2038
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95+/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo La Morra 2016

94–95+
/100

Lobenberg: Dieser Barolo stellt zusammen mit den Barolo von Luigi Pira und dem Neuling Trediberri den in diesem Preisbereich qualitativ besten und zugleich günstigsten Basis-Barolo meines Programms dar. Alle 3 sind anders, dabei ist Corino unter den Dreien immer der Supercharmeur. Ich kenne aber trotz ständiger Suche überhaupt keinen anderen Barolo (nur noch den Basis-Barbaresco der Produttori), der qualitativ mit den 3 genannten in dem Preisbereich mithalten kann. Vergärung spontan im Stahl, der Ausbau geschieht nur im gebrauchten Barrique. Dritt- und Viertbelegung. Keinerlei neues Holz. Ich weiß noch genau wie es zur 2015er Verkostung war, denn es war im selben Raum mit Giuliano und seiner Frau Stefania, am gleichen Tisch und in der gleichen Runde. 2015 war ich total geflasht von diesem einfachen Village La Morra, denn 2015 und La Morra haben eben wie Faust aufs Auge zusammengepasst. Zumal La Morra ohnehin die Gemeinde ist, die zusammen mit Barolo und Novello die feinsten, zartesten und rotfruchtigsten Barolo hervorbringt. 2016 schlägt hier der Jahrgang massiver durch, wir haben deutlich mehr dunkle Frucht, etwas Holunder und Lakritz, eine sich durch 2016 ziehende Dominanz. Dazu in 2016 mehr Schwarzkirsche und Cassis, fest, langlebiger, tanninreicher als 15, dennoch nicht zu massiv, die feine Eleganz bleibt die Dominante. Schon in der Nase wirkt alles geschliffen, fein und weich, trotz dieser dunkleren Ausprägung, es ist aber eben nur nicht so rotfruchtig und weich wie letztes Jahr. Ebenso saftig und charmant wie 2015 und dennoch strukturierter. Im Mund wird der Unterschied noch deutlicher. 2016 zeigt echt viel Biss, das knallt richtig im Mund. Hier wieder Holunder mit Lakritz und Cassis, ein massiver Terroirabdruck, Lehmboden und sehr viel Graphit, leicht maskulin unterlegt. Das Besondere an 2016, das 2010 unglaublich ähnelt, ist trotz des satten Tannins und der dunkleren Frucht diese Feinheit und Reife des Tannins, nichts ist unreif oder harsch, gar nicht rustikal, sondern unendlich fein. Nur eben sehr viel strukturierter unter der Frucht und von festerem Gerbstoff begleitet als es 2015 der Fall war. Wenn man 2014 und 2015 langsam ausgetrunken hat im Keller, sollte man erst anfangen 2016 rauszuholen, sicherlich noch später als 2010. Also wenn 2005, 2007, 2008, 2011, 2012, 2014 und 2015 Geschichte sind, geht man langsam an 2013 heran, dann kommt 2010 und danach 2016. Ein großes Jahr, was mich von der Feinheit der Tannine an 2010 erinnert aber mehr Frucht zeigt, ein Finessenjahr mit verblüffend schwarzer Ausprägung in der Frucht und ultrareifem Tannin. Von der verzückenden Seidigkeit sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Die Weine können und müssen lange weggesperrt werden. Selbst dieser einfache La Morra ist sicherlich erst für eine Öffnung in 8-10 Jahren perfekt. Ich bewerte ihn nicht höher als 2015, weil dieser die nächsten 20 Jahre so immens lecker sein wird, aber für Puristen und Klassik-Anhänger ist 2016 sicherlich das größere Jahr. Top Wein! 94-95+/100

Mein Winzer

Azienda Agricola Corino

In der winzigen „Fraktion“ Annunziata, in der Gemeinde La Morra, in unmittelbarer Nachbarschaft von Elio Altare, haben die Corinos ihre kleine Azienda Agricola.