Barolo 2018

Prunotto

Barolo 2018

93–94
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2044
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 93–94/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo 2018

93–94
/100

Lobenberg: 2018 war im Piemont ein sehr warmes Jahr mit ausreichend Regenmengen und einer regulären Ernte im Oktober. Ein sehr feiner und doch klassischer Jahrgang, kein grandioses Tannin-Jahr wie 2016, sondern delikat, unanstrengend, offen und sehr ausgewogen. 2018 ist eher wie 2012 und 2008, mit dieser hohen Eleganz und Verspieltheit. Und obwohl viele Leute von einem heißen und trockenen Jahr reden, weil es vor allem in Bordeaux sehr warm und trocken war, ist 2018 im Piemont kein besonders heißes und trockenes Jahr. In Summe ist es ein leichteres, elegantes und florales Jahr, mit einer guten Basis-Konzentration. Nicht so rund wie 2015, ohne die extremen Gerbstoffe von 2016 und nicht so hyperkonzentriert wie 2017. Einfach ein klassisches, aber feines, elegantes, trinkiges und hedonistisches Jahr. Der Vergleich mit 2012 und 2008 passt eben wahrscheinlich am besten. Keine extremen Wetterkapriolen aber ein sehr feuchtes Frühjahr, leichtere Weine sind die Folge, dann aber eine trockene Erntezeit im Oktober – so wie es für einen klassischen Barolo oder Barbaresco sein soll. Dementsprechend gibt es sehr elegante, leichtere und doch aromatisch verspielte Weine. Alle Winzer, die statt auf Extrakt und Power Richtung Feinheit und Finesse vinifiziert haben, konnten überwältigend schöne Weine für frühen Genuss auf die Flasche bringen, köstlich, filigran, finessenreich und unanstrengend. Prunottos Barolo 2018 ist Nebbiolo aus Barolo und Monforte, reif und spät per Hand gelesen, vollständig entrappt und sorgfältig nachsortiert. Kaltmazeration und danach angequetscht als auch ganzbeerig in die 8-tägige Fermentation bis 30 Grad laufen lassen. Verbleib auf der Schale und der Hefe, dann Malo und Abzug in große slowenische Holzfässer, 18 Monate ohne Bâtonnage auf der Feinhefe. Ich verkoste ein Fassmuster, der Wein wird erst im Herbst 2022 auf den Markt kommen. Gefüllt ist er bereits, aber noch nicht etikettiert. Er hat eine weiche, reiche, opulente und gleichzeitig feine Nase. Satte rote Frucht, floral und einnehmend. Schon die Nase ist zum Reinspringen schön. Was für ein wunderbarer Mund! Er kommt in der Feinheit und im Charme nicht ganz an den Barbaresco heran, der war aber auch ein archetypisches Beispiel für jeden Nebbiolo-Beginner. Dieser Barolo hat deutlich mehr Bums und Kraft. Eine hohe Intensität und Dichte. Die Tannine sind ähnlich butterweich wie beim Barbaresco. Nichts ist scharf daran, nichts spröde. Einfach ein schicker, sehr balancierter und wunderbarer Barolo in Frühform. Die Assoziation zum Jahrgang 2012 ist für mich absolut verständlich. Ein schickes Jahr, das viel Freude macht: reich, reif und rotfruchtig, aber dennoch nicht zu anspruchsvoll. Ein archetypischer Barolo für jedermann. 93-94/100

Mein Winzer

Prunotto

Alfredo Prunotto verhalf im Jahre 1923 der nach dem 1. Weltkrieg in Schwierigkeiten geratenen Genossenschaftskellerei »Vine delle Langhe« in Alba zu neuem Leben. Der sehr junge Alfredo war seit Beginn der 1904 in Serralunga gegründeten Genossenschaft ihr Sekretär und Berater.