Barolo Falletto di Serralunga

Bruno Giacosa

Barolo Falletto di Serralunga 2016

voluminös & kräftig
tanninreich
99–100
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
15,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2052
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 99–100/100
Suckling: 97/100
Winespectator: 95/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Falletto di Serralunga 2016

99–100
/100

Lobenberg: Dieser Falletto hat nichts mit Castiglione Falletto gemein, sondern ist nach den Hängen des Weingutes in Serralunga benannt. Das Weingut von Giacosa liegt hier, alles Eigenbesitz. Diesen Wein gibt es als Falletto (di Serralunga) oder auch manchmal als Rocche di Falletto. Aber das sind eben Serralunga Weine. In den letzten Jahren und für die nächsten Jahre ist dies wohl der absolute Brennpunkt von Barolo. Die besten Erzeuger von Giacomo Conterno, Altare, Vietti bis hin zu Gaja sind alle in Serralunga unterwegs, weil das Terroir so einzigartig ist. Und weil Serralunga diesen Spagat schafft aus der maskulinen Seite von Castiglione Falletto und der Weichheit, der Eleganz aus Monforte. Der Falletto besteht komplett aus eigenen Reben. Der Gesamtweinberg von Giacosa im Falletto umfasst 13 Hektar, davon ist ein Teil im Rocche. Gut 40 Hektoliter/Hektar Ertrag. Die Reben sind noch unter 30 Jahre alt. Der Wein ist 2016 erst am 8. Oktober gelesen worden. 20 Tage im Stahltank spontan vergoren, inklusive Malo. Danach 30 Monate im großen Holz ausgebaut. Der Wein hat 15% vol. Alkohol bei einem pH-Wert von 3.55. Hier haben wir also diese Kombination. Das magische Serralunga, die vielleicht noch vor Monforte führende Gemeinde in Barolo, weil sie diesen Spagat von Feinheit und Kraft so gut schafft. Dazu dieses magische Jahr 2016 mit seiner unendlichen Raffinesse a la 2010, mit der spannungsgeladenen, energetischen Charakteristik und der so puren Frucht. Das Ganze mündet in eine Nase, die natürlich, wie 2016 meist, von Holunder geprägt ist. Die aber auch deutlich Zwetschge aufweist, Himbeere, Erdbeere dazu bringt, rote Johannisbeere, ein bisschen Schlehe. Aber das Ganze wie es eben nur Giacosa und vielleicht Roagna können in einer unendlichen Feinheit. Hier ist nichts Grobes. Hier kommt die Wolke nicht als Schlag ins Gesicht, sondern als unendlich langgezogenes, feines Düftchen. Man will gar nicht wieder aufhören zu schnuppern. Und Giacosa schafft es, wie Roagna es auch schafft, seine Barolo auf eine Art und Weise fein zu bekommen wie kaum ein anderer Erzeuger. Selbst die extrem feinen Barolo von Aldo Conterno aus Monforte kommen nicht ganz an diese unendliche Verspieltheit heran. Das ist etwas zum Schnüffeln. Und muss sich nur dem zuvor gerochenen 2014er Barbaresco Riserva beugen, der einfach noch verspielter ist. Aber ich bin schon ziemlich hin und weg. Der Mund will mich fast etwas lügen strafen, denn er ist 2016 einfach Spannung und Energie pur. Druck, aber nie brachial, nie fett. Sondern in dieser totalen Feinheit einfach unglaublich viel Schub zeigend. Terroirabdruck, Salz, Kalkstein, verschwindet überhaupt nicht wieder. Der Wein bleibt für Minuten stehen und nimmt alles ein mit seiner Energie und trotzdem ist es natürlich Giacosa, trotzdem ist es fein und verspielt. Der Wein gehört nur einfach 10, 12, 15 Jahre weggesperrt, damit die superfeinen aber sehr präsenten Tannine sich noch weiter harmonisieren können. Das Ganze mit dem großen Holz ist aber schon jetzt eine wollüstige, kraftvolle, vollmündige Orgie in unendlicher Feinheit. Giacosa und 2016 passt überragend zusammen. Aber im Grunde ist das Eulen nach Athen tragen, denn 2014 und 2015 waren bei Giacosa auch großartig. Ich glaube einfach, dass das einer der großartigsten Weinmacher der Geschichte ist. Ich bin froh mit diesen Weinen zu arbeiten, das ist so unendlich schön. 99-100/100

97
/100

Suckling über: Barolo Falletto di Serralunga

-- Suckling: This is a really dense red with intensity and beauty, showing dried fruit, such as strawberries, as well as chocolate, tar, hazelnuts and meat. Really complex and rich. Opulent, yet tense with dusty tannins. Extremely long. Great finish. Hard not to drink now, but will age incredibly well. Try after 2025. 97/100

95
/100

Winespectator über: Barolo Falletto di Serralunga

-- Winespectator: This pretty red offers distinctive mint, black tea, cherry, tar, iron and tobacco aromas and flavors. Firm and dry, with the tobacco and tea notes echoing on the finish. Shows plenty of finesse. Best from 2024 through 2045. 95/100

Priewe über: Barolo Falletto di Serralunga

-- Priewe: Dann die Baro­lo. Gia­co­sa besitzt in Ser­ral­un­ga, einer der 11 Barolo-Gemeinden, das Wein­gut Fal­let­to di Ser­ral­un­ga, gele­gen auf einem Hügel­rü­cken in Süd- und Süd­west­ex­po­si­ti­on. Der Hügel­rü­cken ver­läuft par­al­lel zur Lage Vigna Rion­da, jenem Cru, der die lang­le­bigs­ten, mine­ra­lischs­ten, wuch­tigs­ten Baro­lo des gesam­ten Anbau­ge­biets her­vor­bringt. Bis 1993 hat­te Gia­co­sa von dort Trau­ben gekauft und einen Baro­lo unter dem Namen „Col­li­na Rion­da“ abge­füllt. Er gehör­te stets zu den höchst bewer­te­ten und teu­ers­ten Wei­nen des Anbau­ge­biets. Als die Quel­le ver­sieg­te, muß­te Bru­no Gia­co­sa sich nach neu­em Reb­land umse­hen. Er erwarb das benach­bar­te, aber weit weni­ger berühm­te Fal­let­to di Ser­ral­un­ga. Was wie ein Abstieg aus­sah, ent­pupp­te sich als Glücks­griff: eine Mono­pol­la­ge, die genau­so tief­grün­di­ge, ver­ti­ka­le Wei­ne her­vor­bringt wie Vigna Rion­da – jeden­falls seit Gia­co­sa sie bewirt­schaf­tet. Der 2016er Baro­lo Fal­let­to, den Bru­na mir ein­schenk­te und der in den nächs­ten Wochen frei­ge­ge­ben wird, wirk­te auf mich wie ein Pau­ken­schlag. Nach mei­nem Gefühl ein Wein, den 99 Pro­zent aller Pro­du­zen­ten als Riser­va (oder Riserva-ähnlichen Wein) auf den Markt brin­gen wür­den. Doch auch hier hat Bru­no Gia­co­sa anders ent­schie­den. Er hat den Wein „schon“ nach 30 Mona­ten aus dem Holz­fass geholt, auf Fla­sche gezo­gen und mit dem wei­ßen „Nor­ma­le­ti­kett“ ver­se­hen. Dabei ist an die­sem Wein nichts nor­mal. Auf mei­nem Pro­be­zet­tel steht: „getrock­ne­te Rosen, süße Bee­ren­kon­fi­tü­re, Lakritz, Blut­wurst, Trüf­fel, extrem tief mit spür­ba­rem, sei­di­gen Tan­nin – ein Rie­se.“ Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren, eben­falls her­vor­ra­gen­den Baro­lo besitzt die­ser die unver­wech­sel­ba­re Giacosa’sche Ele­ganz, die es mög­lich macht, ihn auch in die­sem embryo­na­len Sta­di­um schon mit höchs­tem Genuß zu trin­ken: 97 Punk­te. Wie ich zu mei­nem gro­ßen Schre­cken erfuhr, wird aus dem Jahr­gang 2016 noch eine Riser­va „Vigna Le Roc­che“ mit dem roten Eti­kett fol­gen: eine Selek­ti­on der bes­ten Par­zel­le der Lage Fal­let­to. Sie habe ich bei mei­nem Besuch nicht pro­bie­ren kön­nen. Aber wie­viel Punk­te soll die­ser (2022 auf den Markt kom­men­de) Baro­lo krie­gen, wenn der „nor­ma­le“ schon fast an der 100 Punkte-Marke kratzt?

Mein Winzer

Bruno Giacosa

Bruno Giacosa war als Traditionalist das Gegenteil der jungen wilden Barriquefreunde Altare, Scavino, Sandrone, Clerico, Gaja und Co. Seine extrem eleganten Weine sind trotz ihrer von kaum einem anderen Erzeuger erreichten Finesse in der Jugend verschlossen, obwohl er sie immer erst ein bis drei...

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