Barolo Brunate

Roberto Voerzio

Barolo Brunate 2016

voluminös & kräftig
tanninreich
97–99
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2050
Verpackt in: 3er OHK
3
Lobenberg: 97–99/100
Suckling: 98/100
Vinum: 18,5/20
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Brunate 2016

97–99
/100

Lobenberg: Brunate liegt direkt neben, bzw. leicht versetzt unterhalb von La Serra, oberhalb von Cerequio, kurz hinter dem Ortsausgang von La Morra Richtung Barolo. Wie alle Lagen von Voerzio hat auch dieser Weinberg nur gut einen Hektar. Die Exposition ist Ost/ Südost. Der Weinberg liegt durchschnittlich auf ungefähr 380 Meter Höhe. Brunate gilt Kennern zusammen mit Cannubi historisch als einer der zwei besten Cru von allen Barolo-Lagen der Langhe. Jede Pflanze, also jeder Weinstock, bringt bei Roberto Voerzio deutlich unter 300 Gramm Beeren aus maximal 5 winzigen Trauben. Nur die stocknahen 5 Trauben werden belassen und einige Zeit vor der Lese wird die untere Hälfte (mit der höheren Säure) der Traube vorsichtig weggeschnitten. Wahrscheinlich der extremste Winzer der Welt. Bei so extremer und qualitativ auch gewünschter Ertragsreduktion ist es dauerhaft jedoch wichtig, die Stockdichte auf Zehntausend je Hektar zu erhöhen. Das erfolgt laufend, aber das wird auch noch Aufgabe der Folgegeneration bleiben. Natürlich erfolgt hier die Arbeit biologisch-organisch (auf Robertos Wunsch nicht zertifiziert, das Ansehen der italienischen Zertifikate ist wegen diverser Undurchsichtigkeiten arg ramponiert), vom Weinberg bis zum Keller. Nur Spontanvergärung, Nebbiolo-Ausbau nur in gebrauchtem, burgundischem, sehr dichtporigen Holz, minimal getoastet, also nur Zweit- und Drittbelegung, damit traditionelle Ausprägung der Weine, Holz ist nicht spürbar. Bei so geringen Erträgen und biodynamischer Weinbergsarbeit ist die Traubenreife deutlich schneller als bei Standardbetrieben, i.d.R. gibt es hier 3 Wochen Vorsprung, man erntet vor allen Kollegen oder erreicht in anders verlaufenden Jahren die höhere Reife und Komplexität. Auch liegt bei Voerzio trotz der hohen inneren Reife die Säure immer höher, Voerzios Weine sind immer reif und extrem frisch zugleich. Brunate ist leider immer die kleinste Menge. Nicht nur bei Voerzio, sondern auch bei allen anderen, die das Glück haben ein Stück Brunate zu besitzen oder gepachtet zu haben. Brunate zeichnet sich dadurch aus, dass es eben den wahren Kompromiss, die wahre Harmonie darstellt von dem kühlen Weinberg La Serra und dem warmen Cerequio. Eine absolute Kultlage, die von vielen für die größte Lage des Ortes gehalten wird. Auch wenn ich persönlich glaube, dass Voerzio mit La Serra, der noch feineren, höchsten Lage, häufig noch einen drauf setzt. Klar ist, dass Brunate unglaubliche Reichhaltigkeit ausstrahlt, wärmer, süßer, reicher noch als der zuvor probierte Cerequio. Dicht und voluminös zwar, aber überhaupt nicht fett. Schon in der Nase diese extreme Feinheit des Tannins ausstrahlend. Sicher ist jedenfalls, dass Brunate in Sachen Harmonie knapp an Cerequio vorbei zieht. Er hat zwar auch diese ungeheure Frische und Säure, aber er hat auch die Süße aus der Waldhimbeere und der Kirsche, nur wenig Sauerkirsche hier. Länge, florale Noten, Holz, Frucht und Säure sind auf einem ganz hohen Level. Der Wein macht richtiggehend Freude. Für 2016 sicherlich DER Spaßmacher in der Kollektion von Voerzio. Dennoch setze ich ihn nicht ganz nach oben. Genau wie bei Vietti ist Brunate 2016 zwar die Nummer Eins in Harmonie, aber nicht in der Ausdrucksstärke. 97-99/100

98
/100

Suckling über: Barolo Brunate

-- Suckling: The purity and intensity of fruit here is certainly enticing. Strawberries and red roses. Full-bodied with wonderful polish and beauty. The tannins just melt into the wine. Love the elegance and focus at the finish. Shows refinement for Brunate. Drink after 2023 and onwards. 98/100

18,5
/20

Vinum über: Barolo Brunate

-- Vinum: Nach etwas Belüftung sehr einnehmende Nase nach Steinobst, Trockenblumen und Gewürzen; vielschichtige Textur, saftig, gute Tannine und eine fein ziselierte Säure, ellenlanges Finale. Eleganter und doch charaktervoller Wein mit grosser Zukunft. Auf ähnlichem Niveau: Voerzios Cerequio. 18,5/20

Mein Winzer

Roberto Voerzio

„Der Barolo, den ich anstrebe, soll ein strenger Wein sein, komplex an der Nase und am Gaumen sehr feurig. Man soll verstehen, dass er Frucht bester Weinberge ist, geduldiger und emsiger Arbeit, großer Leidenschaft, in großer Einfachheit und mit Respekt vor der Natur.“ (Roberto Voerzio) […]

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