Roberto Voerzio

Barolo Brunate 2014

voluminös & kräftig
tanninreich
97–98
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
13,5% Vol.
Trinkreife: 2021–2043
Verpackt in: 3er OHK
3
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 96/100
Galloni: 95/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Brunate 2014

97–98
/100

Lobenberg: Brunate liegt direkt neben bzw. leicht versetzt unterhalb von La Serra, kurz hinter dem Ortsausgang von La Morra Richtung Barolo. Wie alle Lagen von Voerzio hat auch dieser Weinberg nur gut einen Hektar. Die Exposition ist Ost/ Südost. Der Weinberg liegt durchschnittlich auf ungefähr 400 Meter Höhe. Brunate gilt Kennern zusammen mit Cannubi historisch als einer der zwei besten Cru von allen Barolo-Lagen der Langhe. Jede Pflanze, also jeder Weinstock, bringt bei Roberto Voerzio unter 500 Gramm Beeren aus maximal 5 winzigen Trauben. Nur die stocknahen 5 Trauben werden belassen und einige Zeit vor der Lese wird die untere Hälfte (mit der höheren Säure) der Traube vorsichtig weggeschnitten. Wahrscheinlich der extremste Winzer der Welt. Bei so extremer und qualitativ auch gewünschter Ertragsreduktion ist es dauerhaft jedoch wichtig, die Stockdichte auf Zehntausend je Hektar zu erhöhen. Das erfolgt laufend, aber das wird auch noch Aufgabe der Folgegeneration um Sohn Davide Voerzio bleiben. Natürlich erfolgt hier die Arbeit biologisch-organisch (auf Robertos Wunsch nicht zertifiziert, das Ansehen der italienischen Zertifikate ist wegen diverser Undurchsichtigkeiten arg ramponiert), vom Weinberg bis zum Keller. Nur Spontanvergärung, Nebbiolo-Ausbau nur in gebrauchtem, burgundischem, sehr dichtporigen Holz, minimal getoastet, also nur Zweit- und Drittbelegung, damit traditionelle Ausprägung der Weine, Holz ist nicht spürbar. Bei so geringen Erträgen und biodynamischer Weinbergsarbeit ist die Traubenreife deutlich schneller als bei Standardbetrieben, i.d.R. gibt es hier 3 Wochen Vorsprung, man erntet vor allen Kollegen oder erreicht in anders verlaufenden Jahren die höhere Reife und Komplexität. Auch liegt bei Voerzio trotz der hohen inneren Reife die Säure immer höher, Voerzios Weine sind immer reif und extrem frisch zugleich. 2014 war ein Jahr mit einem ungewöhnlich nassem Frühling, total verregnete Blüte. Im Anschluss daran Mehltau und falscher Mehltau. Das Ganze zog sich bis in den Juni, ja sogar Juli hinein. Das Ergebnis war eine extreme Verrieselung zu Beginn und ein wahnsinnig hoher Verlust durch Mehltau und falschen Mehltau. Anders als andere Weingüter hat Roberto Voerzio allerdings überhaupt keine Probleme mit Botrytis, da er die Erde extrem bearbeitet. Es stehen keine Gräser, alles wird mechanisch immer wieder aufgebrochen und untergepflügt, so dass am Ende keine stehende Feuchtigkeit aus den Gräsern und dem Boden gibt. Botrytis und Fäulnis ist hier somit überhaupt kein Thema. Aber diese extremen Verluste im nassen Frühjahr und Frühsommer führten dann dazu, dass seine Erträge, die normalerweise bei 400-500 Gramm pro Pflanze liegen, im Jahr 2014 bei knapp 200 Gramm liegen. Das heißt, sein Gesamtertrag an Barolo war weit weniger als die Hälfte seiner normalen Erträge, und auch die sind ja schon die mit Abstand kleinsten im Barolo überhaupt. Von seinem Barolo Brunate machte er beispielsweise in 2014 gerade einmal 1000 Flaschen. Er hat es leicht gegenüber dem Vorgänger La Serra, auf der anderen Seite aber auch sehr schwer. Er zeigt sehr viel mehr Wucht, Dichte und reife Fülle. Wir waren zuvor bei einem Chambertin, wir bekommen jetzt vielmehr einen Corton oder Bonnes Mares um die Burgunder-Assoziation aufrecht zu erhalten. Wir bekommen die süße, reife Frucht und Wucht anstatt der totalen Feinheit der Cote de Nuits. Auch im Brunello, der sich auch hier wieder findet, kommen wir von den feinsten Puristen wie Salvioni zu etwas wuchtigeren Typizitäten wie ein Valdicava. Das Ganze unterlegt mit ganz viel Marzipan, reife Himbeere und Erdbeere. Weniger in die Johannisbeere gehend. Auch sehr viel reife Zwetschge. Aber das ganze auf rot bleibend. Niemals braun, niemals überreif. Das Schöne ist, der Naseneindruck setzt sich im Mund fort und trotzdem kommt hier eine Kraft dazu, die die Nase so nicht angedeutet hat. Die Intensität und das Spiel zwischen Säure und Süße, Kraft und Finesse ist noch ausgeprägter als im La Serra. Auch wenn mir persönlich der La Serra als der elegantere Wein etwas komplexer und finessereicher erscheint, hat dieser Brunate so unglaublich viel Dampf und Wucht. Trotzdem ist er durch seine hohe Säure extrem fein. Der Alkohol bei allen vier Barolo liegt nur knapp über 13%. Das ist natürlich unglaublich fein für so extrem niedrige Erträge und so tolle Reife. Das macht die Balance so berauschend. Ich bewerte den Brunate trotzdem etwas tiefer weil ich diese enorme Finesse des La Serra so hoch einschätze. Trotzdem ein grandioser Wein. Viel eher zugänglich als der 2013, der ja irgendwie auch ein Wein für die Ewigkeit ist. 97-98/100

96
/100

Suckling über: Barolo Brunate

-- Suckling: --Suckling: This is so floral and bright with violets and lilacs. Blue fruits and raspberries. Medium to full body and ultra-fine, racy tannins. Long, refined and muscular. Two barrels made. A big wine. Try in 2021. 96/100

95
/100

Galloni über: Barolo Brunate

-- Galloni: --Galloni: The 2014 Barolo Brunate is a powerhouse wine that is going to require at least a few years to shed some of its formidable tannin. Big and ample on the palate, with striking depth, the 2014 captures all of the virile intensity this site is known for. The black cherry, lavender, menthol, licorice and dark spice flavors take on shades of gravitas and exoticism in this deep, structured Barolo from Roberto Voerzio. 95/100

Mein Winzer

Roberto Voerzio

„Der Barolo, den ich anstrebe, soll ein strenger Wein sein, komplex an der Nase und am Gaumen sehr feurig. Man soll verstehen, dass er Frucht bester Weinberge ist, geduldiger und emsiger Arbeit, großer Leidenschaft, in großer Einfachheit und mit Respekt vor der Natur.“ (Roberto Voerzio)