Riesling Ayler Kupp Faß 18 Großes Gewächs 2014

Peter Lauer Riesling Ayler Kupp Faß 18 2014

Limitiert

Zum Winzer

96–98
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2017–2037
Verpackt in: 6er
9
voll & rund
mineralisch
exotisch & aromatisch
3
Lobenberg: 96–98/100
Gault Millau: 90/100
Gerstl: 18/20
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Ayler Kupp Faß 18 Großes Gewächs 2014

96–98
/100

Lobenberg: Die Reben sind von 1956, es gibt nur 2,5 Hektar. Alle Weine bei Lauer werden im Holzfuder spontan vergoren. Ganztrauben-Einmaischung, fünf bis sechs Stunden Maischestandzeit, dann Abpressen und Spontanvergärung im Holzfuder und Verbleib auf der Vollhefe bis zur Abfüllung. Das Große Gewächs ist auf der einen Seite extrem, würzig, steinig und mineralisch, und auf der anderen Seite superfein. Hier haben wir genau diesen Spagat zwischen Zilliken und van Volxem. Im letzten Teil des Einatmens kommt dann schon fast leicht scharfe Würzigkeit dazu. Das ist das Terroir, Salz, Pfeffer. Feine Blumigkeit im Mund, fast explosiver Druck, Wucht und Kraft und trotzdem Zartheit. Extrem expressive Schiefermineralik, sehr salzig, aber auch hier leicht pfeffrige Schärfe. Steinig in allen Facetten. Erst langsam setzt sich Frucht durch, auch Tee, am Ende Zitronengras und Zitrus. In der Mitte Schattierungen von Apfel über Maracuja zu Bitterorange. Auch feine Bittermandel dazu. Das ist genau das Große Gewächs von der Saar, was ich oberhalb von Zilliken immer gesucht habe. Eben nicht so fett und barock wie van Volxem, der sicherlich spannende Weine erzeugt, aber einfach nicht meine Stilistik. Hier haben wir genau diesen Kracher, aber mit der verspielten Filigranität und tollen lebendigen Säure oben drauf. Ein Wein mit weniger als 8 Gramm Restzucker und über 8 Gramm Säure, und weit über 30 Gramm im Extrakt. Das ist Power mit Finesse, toller Wein. 96-98/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

90
/100

Gault Millau über: Riesling Ayler Kupp Faß 18 Großes Gewächs

-- Gault Millau: --Gault Millau: Kollektion des Jahres im Gault Millau 2016.

18
/20

Gerstl über: Riesling Ayler Kupp Faß 18 Großes Gewächs

-- Gerstl: Sehr süsser, tiefgründiger Duft, sehr reife gelbe Frucht, begleitet von viel nobler Würze. Am Gaumen kommt er schlanker daher als der Duft vermuten lässt, der Wein ist traumhaft leichtfüssig, die Säure ist unglaublich raffiniert, der Wein schmilz so schön auf der Zunge, wunderschön saftiger und rassiger Nachhall. 18/20

Mein Winzer

Peter Lauer

Ein junger VDP-Winzer. Das Weingut liegt in Ayl, hat sieben bis acht Hektar und wird in fünfter Generation von Florian Lauer bewirtschaftet. Das Weingut arbeitet biologisch-organisch, ist aber nicht zertifiziert und folgt auch nicht allen Richtlinien, da der Winzer Kupfer ablehnt.