Im Portrait

Elena Fucci

Die Trauben werden entrappt

Gleichzeitig bedeutet Titolo auch Feinheitsgrad. Hier schlägt der Name ins Önologische um. Denn obwohl der Wein schon von der Traube her kräftig angelegt ist, bringt er viel seidige Feinheit ins Glas. Das liegt natürlich auch an den vielen Mineralien im Boden. Elenas Großvater erwarb in den 1960er Jahren die Weinberge am erloschenen Vulkan Vulture, auf denen heute ausschließlich Aglianico angebaut wird. Im Norden der Basilikata in Contrada Solagna di Barile. Nur 7 Hektar, aber alles Cru Lage. Die Önologin Elena Fucci legt ihre ganze Leidenschaft in diesen einen Wein: selektive Handlese, echte Winzerarbeit und keine Chemie. Der Keller ist direkt in das Vulkangestein integriert. Hier findet der Ausbau in neuen Barriques für mindestens ein Jahr statt. Danach noch mal ein Jahr in der Flasche. Der Stil ihres Titolo ist modern, aber, so der Gamberto Rosso, »wenn der moderne Wein so aussieht wie der Titolo, dann können wir nur laut JA sagen.« Inzwischen ist der Titolo nicht mehr so ganz allein. Mit dem »Titolo by Amphora« bekommt er ein zweites Ich, eine andere Version seines Selbst. Durch den Ausbau in der Amphore ist dieser eine Art Gegenentwurf zur Moderne. Hier ist es ein Blick in die Antike. Zwei Arten des gleichen Weines, eine Art Two-Face... Am Ende kann man festhalten: Eine Winzerin als Persönlichkeit und ein Wein mit zwei Charakterauslegungen. Überzeugen Sie sich selbst.

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