Zwei Überflieger aus Bordeaux

Ausgehend von ihrer Heimat, dem Bordelais, haben die beiden Rotweinsorten Cabernet Sauvignon und Merlot einen weltweiten Siegeszug angetreten. Mit über 340.000 Hektar ist Cabernet Sauvignon heute die am meisten angebaute Rebsorte weltweit, direkt gefolgt von Merlot. Ein Geheimnis des Erfolgs: Beide Sorten faszinieren für sich allein auf ihre ganz eigene Art und Weise, zusammen jedoch sind sie ein kongeniales Duo und bilden die Grundlage für viele Kultweine der Welt.

 

STILIKONE CABERNET SAUVIGNON

Die Cabernet Sauvignon ist der unangefochtene Star des linken Bordeaux-Ufers. Dort, auf den Kies- und Sandböden des Médoc, kann sie ihre Stärken perfekt ausspielen. Mit den kalk- und lehmhaltigen Böden rund um Saint-Émilion und Pomerol am rechten Ufer kommt die Sorte hingegen weniger gut zurecht. Ganz allgemein ist die Cabernet Sauvignon dennoch ein Alleskönner und bringt auf nahezu allen Böden der Welt ansprechende Weine hervor – vorausgesetzt, es ist ausreichend warm, denn die Sorte reift spät und driftet in kühlen Gegenden oder bei einer zu frühen Lese gerne in ein Aromaprofil ab, in dem die grüne Paprika die erste Geige spielt. Zudem enthält die Sorte durch eine dicke Beerenhaut viel Gerbstoff, der nur langsam verstoffwechselt wird. Reift die Cabernet Sauvignon aus – und das ist aufgrund des fortschreitenden Klimawandels mittlerweile an immer mehr Orten der Fall – dann zeigt sie sich von ihrer unwiderstehlichen Seite: Cassis, reife schwarze Kirsche, Lakritze, Eukalyptus und ein kräftiges, aber elegantes Tanningerüst…

Auch im Keller ist Geduld gefragt, denn die Rebsorte benötigt Zeit, um all ihre Komponenten in ein harmonisches Gesamtbild zu rücken. Ein langer Ausbau im kleinen Holzfass ist dabei ein fast schon unausweichlicher Schritt. Damit aber noch nicht genug: Top-Cabernets brauchen einige Zeit in der Flasche, erst nach einigen Jahren entfalten sie ihr ganzes Potenzial. Die besten Exemplare können bei optimaler Lagerung getrost für Jahrzehnte beiseitegelegt werden. Auf dem Höhepunkt der Reife entkorkt, bieten sie dann oft einen einmaligen Genuss.

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Coutet

Bordeaux, Saint Emilion

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Cuvée

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voluminös & kräftig
tanninreich

a

Lobenberg 99–100/100

Gerstl 20/20

Chateau Coutet 2019

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Clos Manou

Bordeaux, Haut Medoc

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Cuvée

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voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 97–100/100

Gerstl 20/20

Chateau Clos Manou 2019
  • 19,90 €

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Seguin

Bordeaux, Pessac Leognan

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Cuvée

z

voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 98–100/100

Gerstl 20/20

Chateau Seguin 2019
  • 28,50 €

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Domaine de Chevalier

Bordeaux, Pessac Leognan

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Cuvée

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tanninreich
voluminös & kräftig

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Lobenberg 100+/100

Suckling 96–97/100

Chateau Domaine de Chevalier rouge 2019
  • 54,90 €

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Phelan Segur

Bordeaux, Saint Estephe

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Cuvée

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voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 97–98/100

Gerstl 20/20

Chateau Phelan Segur 2019
  • 37,00 €

du Retout

Bordeaux, Haut Medoc

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Cuvée

z

voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 95+/100

t

Trinkreif: 2023–2040

Chateau du Retout Cru Bourgeois Supérieur 2016
  • 15,90 €

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Giscours

Bordeaux, Margaux

f

Cuvée

z

voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 98–100/100

Gerstl 20/20

Chateau Giscours 3eme Cru 2019
  • 46,50 €

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Le Boscq

Bordeaux, Saint Estephe

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Cuvée

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voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 96–97/100

Gerstl 19/20

Chateau Le Boscq Cru Bourgeois Exceptionnel 2019
  • 19,90 €

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Smith Haut Lafitte

Bordeaux, Pessac Leognan

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Cuvée

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voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 100+/100

Gerstl 20+/20

Chateau Smith Haut Lafitte 2019
  • 89,90 €

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Moulin Haut Laroque

Bordeaux, Fronsac

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Cuvée

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voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 96–97+/100

Gerstl 19/20

Chateau Moulin Haut Laroque 2019
  • 18,90 €

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du Retout

Bordeaux, Haut Medoc

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Cuvée

z

voluminös & kräftig
tanninreich

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Lobenberg 95–96/100

Gerstl 19/20

Chateau du Retout Cru Bourgeois Supérieur 2019
  • 13,50 €

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Doyac

Bordeaux, Haut Medoc

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Cuvée

a

Lobenberg 97/100

Gerstl 19/20

Chateau Doyac Cru Bourgeois Supérieur 2019
  • 15,80 €
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Merlot – Allrounder vom rechten Ufer

Ganz reinsortig findet man die Cabernet wegen ihrer eher maskulinen Art aber nur selten. Insbesondere in Margaux wird der Blend auch gerne mit Petit Verdot verfeinert. Auch Malbec gehört zu den klassischen Sorten des Bordelais, obwohl sie längst nicht mehr die Bedeutung von früher besitzt. Kongenial verträgt sich die Cabernet Sauvignon jedoch vor allem mit der Merlot, die früher austreibt, blüht und reift, durch eine dünnere Beerenschale nicht ganz so viel Tannin besitzt sowie im Aromaprofil eher ins seidig-schwarzfruchtige tendiert. In ihrer Würzigkeit ist sie der Cabernet Sauvignon aber gar nicht so unähnlich. Da die Weine etwas schneller reifen, eignen sie sich hervorragend, um den klassischen Bordeaux-Blend schon im jungen Alter etwas zugänglicher zu machen. 
Platzhirsch ist die Merlot am rechten Bordeauxufer, allen voran in Saint-Émilion, wo sie gerne mit der zarten, himbeerduftigen Cabernet Franc gepaart wird. Und mehr noch in Pomerol, wo sie auf den schwereren Lehmböden zu hochintensiven, reichhaltigen und betörenden Höhenflügen ansetzt. Dass das auch ganz pur und reinsortig geht, zeigt das legendäre Château Pétrus.

 

Aus Bordeaux in die Welt

Cabernet Sauvignon und Merlot haben längst die Grenzen Frankreich überschritten und sind heute Teil vieler Kult-Cuvées, sowohl in der Neuen- als auch der Alten Welt. In den 1970er Jahren besiegelten vor allem die Cabernet Sauvignon als Bestandteil der Supertoskaner die Weinbau-Revolution in Italien. Dort zeigt sich noch heute – etwa bei Tignanello – dass Cabernet auch hervorragend mit vielen anderen Rebsorten wie dem autochthonen Sangiovese harmoniert. Der Kultwein Masseto aus Bolgheri setzt hingegen zu 100 Prozent auf Merlot.

Und auch in der Neuen Welt fanden die Überflieger aus Bordeaux schnell ihren Platz. Allen voran in den Weinbautälern Kaliforniens entstehen intensive, konzentrierte und langlebige Rotweine aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Co. Brücken zwischen Bordeaux und den USA werden hier auch durch erfolgreiche Joint Ventures geschlagen, wie etwa Opus One, einem Projekt der in Bordeaux ansässigen Familie Rothschild und Robert Mondavi im Napa Valley, das voll auf die klassischen Bordeaux-Sorten setzt. Ein ähnliches Bild bietet Almaviva in Chile, ein Joint Venture der Rothschilds mit dem chilenischen Großerzeuger Cocha y Toro.

 

Faszination Bordeaux-Blend

Vielleicht ist es in erster Linie der Faszination für die großen Rotweine des Bordelais geschuldet, dass die klassischen Rebsorten Bordelais heute weltweit so gerne angebaut werden. Wer einmal einen großen Rotwein von den Ufern der Gironde und Garonne probiert hat, wird verstehen, weshalb so viele Winzer und Winzerinnen weltweit nach diesem Vorbild streben. Da Bordeaux heute eine der spannendsten und dynamischsten Weinregion der Welt ist, wird die Suche nach der perfekten Interpretation der beiden klassischen Rebsorten des Bordelais wohl so bald nicht abebben. Santé!