Tras da Vina Albarino 2021

Zarate: Tras da Vina Albarino 2021

Limitiert

Zum Winzer

95
100
2
Albarino 100%
5
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2037
Verpackt in: 6er
9
fruchtbetont
mineralisch
unkonventionell
3
Lobenberg: 95/100
6
Spanien, Rias Baixas
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Tras da Vina Albarino 2021

95
/100

Lobenberg: Der Tras da Vina stammt aus einer nur 0.6 Hektar großen Einzellage. Zerklüftete Granitfelsen im Untergrund, aber hier mit deutlich mehr Erdauflage als beim Balado, weniger karg, fruchtbarer und reichhaltiger. Eine reine Südexposition, über 50 Jahre alte Reben in Pergola-Erziehung wie sie auch in Südtirol üblich ist. Der Wein verbleibt volle 24 Monate auf der Hefe im Edelstahltank. Alle Weine von Zarate zeigen eine eher zurückgenommene Frucht, das sind keine lauten Fruchtkracher, sondern sehr subtile, mineralische, ruhige und elegante Weine. Ein ganz eigener Stil. Tras da Vina zeigt eine enorme Tiefe, was sicherlich auch mit dem extrem langen Hefelager und den etwas fetteren Böden zusammenhängt, auf denen er wächst. Und er verlässt ein klein wenig das häufig fast nur auf Zitrusfrucht basierende Fruchtspektrum in Richtung etwas satterer, anderer Frucht. Wir haben etwas grüne Aprikose, grüne Ananas und unreife Mango, eine kleine tropische Spitze deutet sich hier an. Daneben auch kräutrig, Zitronentee, Pfefferminze, weißer Pfeffer, ein wenig kandierter Ingwer, sehr spicy, trotz des eher ruhigen Charakters der Nase. Das ist kein lauter Wein. Weißfruchtige Eleganz, ausgeglichen und erhaben, auch das hat sicher mit dem langen, langsamen Ausbau und dem Hefekontakt zu tun. Der Mundeintritt ist satt und einnehmend, vielschichtig, schöne helle Frucht, Kreideunterlage, viel Salz, fast wie Austernwasser. Die markante Säurestruktur des Albarino ist hier deutlich reif und sehr gut eingebunden, harmonisch und fein, dennoch natürlich auch in diesem Wein taktgebend. Die Säure ist die Pulsader dieser Rebsorte, aber Zarate weiß sie zu bändigen, sie stört nicht, obwohl sie stets markant und druckvoll ist, aber eben gleichzeitig auch weich - das ist faszinierend. Tras da Vina ist der substanzreichste Wein von Zarate und hat definitiv Reifepotenzial, was man auf Grund seines jetzt schon ausgeglichenen Charakters nicht unterschätzen sollte. Ein sehr langanhaltendes, intensives Finale von glockenklarer weißer Frucht mit feinen Zitruselementen und stark ausgeprägter Salinität. Ein wunderbarer Albarino, elegant und geschliffen, intensiv, mineralisch, trocken und knackig, aber auch einnehmend samtig hintenraus. Zarate ist nicht umsonst der Star in Rias Baixas. 95/100

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Zarate

Das Weingut Zarate wurde schon 1707 von Diego Zarate y Murga, dem von Felipe V zum ersten Marquis von Montesacro ernannten Adeligen, gegründet.

Tras da Vina Albarino 2021